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22.01.2009

UPDATE: Nokia im Schlussquartal unerwartet deutlich schwächer

(NEU: Details, Aktienkurs, Markteinschätzung)

(NEU: Details, Aktienkurs, Markteinschätzung)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

HELSINKI (Dow Jones)--Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia Oy hat im Schlussquartal 2008 bei Umsatz und Gewinn einen unerwartet deutlichen Einbruch erlitten. Auch die Zukunft des Handymarktes sieht nach Einschätzung des in Helsinki ansässigen Konzerns alles andere als rosig aus: Nokia rechnet für 2009 mit einem Minus beim branchenweiten Mobiltelefonabsatz von 10%. Zuletzt hatte Nokia nur mit einem Rückgang um 5% oder darüber gerechnet.

Die Nokia-Aktie steht am Donnerstag nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichts stark unter Druck und verliert bis gegen 13.00 Uhr im EuroStoxx50 6,4% auf 9,58 EUR. "Der erwartete Absatzrückgang von 10% ist drastisch", sagt ein Analyst. Das Minus übertreffe die Absatzprognose des Marktforschungsunternehmens Gartner. "Nokia wird derzeit auch von den Wettbewerbern bedrängt", so der Analyst. Die vorgelegten Zahlen bewertet er als schwach.

Laut Nokia sanken die Einnahmen im vierten Quartal um etwa ein Fünftel auf etwa 12,7 (15,7) Mrd EUR. Vor allem im Segment Devices & Services mit dem Handy-Kerngeschäft gingen die Einnahmen stark zurück (-26,9%), während der Umsatz von Nokia Siemens Networks lediglich um 5,3% schrumpfte. Analysten hatten im Konsens einen Umsatz von 13,28 Mrd EUR erwartet.

Während das verwässerte Nettoergebnis je Aktie um 68% auf 0,15 (0,47) EUR sank, brach das operative Ergebnis sogar um mehr als 80% auf 0,49 (2,49) Mrd EUR ein. Auch das Nettoergebnis blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück: Hier hatten Branchenkenner mit 0,27 EUR je Anteilsschein gerechnet.

Auch der Marktanteil des Branchenprimus sank im Schlussquartal im Jahresvergleich um drei Prozentpunkte auf 37%. Nokia konnte in den Monaten Oktober bis Dezember 113,1 Mio Mobiltelefone absetzen. Das sind 15% weniger als noch im vor einem Jahr. Der durchschnittliche Verkaufspreis (Average Selling Price, ASP) - eine vielbachtete Größe für die Profitabilität - sank im Vergleich zum Vorquartal um 1 EUR auf 71 EUR. Vor einem Jahr hatte Nokia seine Handys im Schnitt noch für 83 EUR verkaufen können.

Nokia-CEO Olli-Pekka Kallasvuo sagte, in den vergangenen Wochen habe sich das konjunkturelle Umfeld rapide eingetrübt, der Ausblick sei in diesem Monat sogar noch schlechter geworden. Die Mobiltelefonbranche sei von schwachem Konsumentenvertrauen, nie dagewesene Wechselkursschwankungen und der zurückhaltenden Kreditvergabe belastet worden. Wechselkurseffekte kosteten Nokia allerdings nur 2% Umsatz im Handygeschäft. Überwiegend waren für den Rückgang Preisverfall und geringerer Absatz ausschlaggebend.

Nokia habe vor diesem Hintergrund Sparmaßnahmen ergriffen, erklärte Kallasvuo. Oberste Priorität habe die Erhaltung der starken Kapitalstruktur, so der Manager.

Gartner-Analystin Carolina Milanesi zeigte sich von dem Quartalsergebnis enttäuscht. Offensichtlich spüre Nokia den Druck der sich abschwächenden Konjunktur stärker als erwartet. Milanesi hält Nokia aber weiter für "das am besten positionierte Unternehmen, um mit der Krise fertig zu werden".

Auch Thomas Langer von der WestLB spricht von ziemlich enttäuschenden Zahlen und ist besorgt, was die Entwicklung im ersten Quartal dieses Jahres angeht. Er erwartet, dass sich der Wettbewerb sowohl im Hoch- als auch im Niedrigpreissegment in diesem Jahr noch verschärfen wird.

Webseite: http://www.nokia.com/ -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 297 25 111, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/rio

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