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18.04.2007

UPDATE: Premiere-Kurs bricht nach arena-Vermarktungs-Stopp ein

(NEU: Analysteneinschätzungen, Aktienkurs, Stellungnahme Bundeskartellamt)

Von Archibald Preuschat

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Kurs der Premiere AG ist am Mittwoch eingebrochen, nachdem der Bezahlfernsehsender mitgeteilt hat, die Vermarktung des Bundesliga-Angebotes von arena vorläufig zu stoppen. Die kartellrechtliche Überprüfung eines im Februar geschlossenen umfassenden Kooperationsvertrages zwischen der arena-Muttergesellschaft Unity Media und dem Bezahlfernsehsender sei langwieriger und umfassender als erwartet, begründete Premiere-Vorstandsvorsitzender Georg Kofler diesen Schritt. Die Aktie des MDAX-Wertes rutschte bereits zur Markteröffnung ins Minus und notiert gegen 11.40 Uhr bei 15,77 EUR um 8,5% im Minus.

Die Entscheidung, arena zunächst nicht weiter über Satellit zu vermarkten, begrenze das Potenzial für Premiere, neue Kunden hinzuzugewinnen, begründete Gepa Theobald, Analystin bei WestLB Equity Research, ihre Entscheidung, das Papier aufgrund der Nachricht auf "Hold" von "Buy" zurückzustufen. Das Kursziel von 17,50 EUR stellte Theobald auf den Prüfstand.

Der Kabelnetzbetreiber Unity Media, die Muttergesellschaft von arena, und Premiere hatten im Februar ein umfangreiches Kooperationsabkommen geschlossen. Sie gibt Premiere das Recht, arena auch ihren Satellitenkunden anzubieten. Im Gegenzug kann die arena-Muttergesellschaft Unity Media als erster Kabelnetzbetreiber direkt das gesamte Premiere-Programm einspeisen und so zu neuen Premiere-Abonnenten eine Endkundenbeziehung aufbauen.

Premiere zahlte für die Vermarktungs-Lizenz mit eigenen Aktien, die im Zuge einer Kapitalerhöhung an arena ausgegeben wurden. Unity Media wurde so mit 16,7% zum größten Einzelaktionär von Premiere. Das Aktienpaket wurde bei einem unabhängigen Finanzinstitut geparkt. So wollten Unity Media und Premiere kartellrechtliche Bedenken umgehen, was offenbar nicht gelungen ist.

Unklar ist noch, welche Bedenken die Wettbewerbshüter gegen die Kooperation zwischen arena und Premiere hegen. Eine Sprecherin der Behörde lehnte detaillierte Angaben am Mittwoch ab. Sie wollte sich auch zum Zeitfenster der Prüfung nicht äußern und sagte lediglich, der Vermarktung-Stopp sei Ergebnis der Gespräche zwischen der Behörde und den beteiligten Unternehmen. So bleibe der "status quo" erhalten und es könne nicht zu Kundenverschiebungen kommen.

Die Premiere-Satellitenkunden, die das arena-Bundesligaangebot bereits abonniert haben, sind von diesem Schritt aber ebenso wenig betroffen wie die Zuschauer, die einen Kabelanschluss nutzen, hieß es seitens Premiere. Die Aussetzung der Vermarktung über Satellit schaffe laut Kofler allen Beteiligten aber den nötigen Spielraum, die Transaktion detailliert zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen.

Durch das Aussetzen der Vermarktung von arena über die Satellitenplattform von Premiere nehmen Unity Media und Premiere Rücksicht auf die laufende Untersuchung des Bundeskartellamtes", äußerte sich Unity Media-CEO Parm Sandhu im gleichen Tenor. Alle Beteiligten wollen bis spätestens Ende Mai ein Vertragsmodell entwickeln, das kartellrechtliche Bedenken ausräumt.

Friedrich Schellmoser, Analyst bei der HypoVereinsbank, der bereits vor einigen Tagen vor den negativen Folgen einer Kartellamtsentscheid gewarnt und kurzfristige Kursabschläge in der Größenordnung von 10% bis 15% vorhergesagt hatte, sieht aber auch aktuell keinen Anlass, von seinem "Buy"-Rating für Premiere und dem Kursziel von 20 EUR abzurücken. "Es hat sich gezeigt, dass niemand in Deutschland ein Pay-TV-Recht ohne Premiere vermarkten kann", sagte er am Mittwoch im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

In einem Bieterverfahren Ende 2005 hatte Premiere die Bundesligarechte an arena verloren. In der Folge war der Kurs eingebrochen und notierte zeitweise im einstelligen EUR-Bereich. Als am 8. Februar diesen Jahres die Kooperation zwischen arena und Unity Media geschlossen wurde, hatte sich das Premiere-Papier wieder um 19% erholt und an diesem Tag bei 18 EUR geschlossen. Premiere wurde im Frühjahr 2005 an der Börse platziert. Damals hatte der Ausgabepreis für die Aktie 28 EUR betragen.

Webseiten: http://www.bundeskartellamt.de

http://info.premiere.de

http://www.unitymedia.de

-Von Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 138 72 18,

archibald.preuschat@dowjones.com

DJG/apr/mim

Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.