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19.02.2008

UPDATE: Q-Cells steigert 2007 Umsatz und EBIT um mehr als 50%

(NEU: Marktreaktionen, Aktienkurs, Hintergrund) Von Dorothee Tschampa DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Marktreaktionen, Aktienkurs, Hintergrund) Von Dorothee Tschampa DOW JONES NEWSWIRES

THALHEIM (Dow Jones)--Der Solarzellenhersteller Q-Cells AG hat im vergangenen Jahr Umsatz und EBIT um mehr als 50% gesteigert und damit sowohl die eigenen Vorgaben als auch die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Produktion sei 2007 um 54% auf 389,2 Megawattpeak gesteigert worden, teilte das im TecDAX gelistete Unternehmen am Dienstag mit. Marktteilnehmer reagierten trotz eines Jahresüberschusses unter den Prognosen positiv auf die Zahlen und bezeichneten diese als "überzeugend".

Q-Cells steigerte ihren Umsatz 2007 um 59% auf 858,9 Mio EUR. Das war mehr als von dem in Thalheim (Sachsen-Anhalt) ansässigen Unternehmen mit einer Zielmarke von 800 Mio EUR angekündigt worden war. Neun von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von 826,4 Mio EUR gerechnet.

Das EBIT legte um 52% auf 197,0 (129,4) Mio EUR zu. Hier hatte die Konsensprognose der Analysten bei 184,9 Mio EUR gelegen, während Q-Cells sich selbst ein EBIT von über 170 Mio EUR zum Ziel gesetzt hatte. Die EBIT-Marge bezifferte das ostdeutsche Unternehmen nun auf 23%.

Mit dem Jahresüberschuss verfehlte der Solarzellenhersteller allerdings die eigene Prognose. Ohne den Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung am norwegischen Siliziumproduzenten Renewable Energy Corporation ASA (REC) erzielte Q-Cells einen Überschuss von 127,0 (87,7) Mio EUR und insgesamt von rund 148,2 Mio EUR. Damit sei die ursprüngliche Prognose von 157 Mio EUR nicht erreicht worden, bestätigte Unternehmenssprecher Stefan Dietrich.

Zur Begründung sagte der Sprecher, der Ergebnisbeitrag aus der 17,9-prozentigen REC-Beteiligung sei aufgrund "buchhalterischer Effekte" geringer ausgefallen. Zudem sei im vierten Quartal 2007 eine weitere Abschreibung auf eine Put-Option der REC-Aktien in Höhe von 2,6 Mio EUR vorgenommen worden. Insgesamt bezifferte Dietrich die Abschreibungen aus der Put-Option für das Jahr 2007 auf 36,4 Mio EUR.

Q-Cells hatte früheren angaben zufolge 17,9% der Anteile an der REC übernommen. Für den größten Teil dieser Aktien besitzt Q-Cells Put-Optionen gegenüber der norwegischen Orkla ASA, dem größten Anteilseigner der REC. Diese Verkaufsoptionen dienen der Absicherung des mit dem Aktienkauf verbundenen Risikos.

Analysten der LBBW sagten zum Geschäftsbericht, die vorläufigen Zahlen hätten wie erwartet überzeugt. Analysten der Citigroup sprachen von "ausgezeichneten" vorläufigen Ergebnissen von Q-Cells für 2007. Als Wermutstropfen könne sich die Ergebnisbelastung durch REC erweisen, sagte ein Händler, auch wenn die Schätzungen für die Beteiligung zuletzt bereits gesenkt worden seien.

Bis 12.35 Uhr kletterten Q-Cells-Aktien um 1,4% auf 68 EUR. Im Tageshoch waren die Aktien bis 69,84 EUR gestiegen. Am Vortag hatten Investoren bereits, gestützt von der Hochstufung durch die Citigroup, auf gute Ergebnisse gesetzt und den Aktienkurs zweitweise bis über die Schwelle von 70 EUR getrieben.

Q-Cells bestätigte am Dienstag ihre Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung. Für das laufende Jahr rechnet der Solarzellen-Hersteller mit einem Umsatzvolumen von rund 1,2 Mrd EUR. Der Jahresüberschuss im Kerngeschäft soll rund 168 Mio EUR erreichen. Vor Berücksichtigung des REC-Ergebnisbeitrages sei damit eine Umsatzrendite von 14% geplant. Die Gesamtproduktion an mono- und multikristallinen Zellen und Dünnschichtmodulen soll im Jahr 2008 auf insgesamt etwa 565 bis 590 MWp steigen.

Für 2009 lautet das Umsatzziel auf rund 1,7 Mrd EUR. Bis 2010 soll das Produktionsvolumen im Kerngeschäft auf über 1 GWp sowie auf 400 bis 600 MWp im Dünnschichtbereich anwachsen.

Für 2007 werde keine Dividende gezahlt, bestätigte Unternehmenssprecher Stefan Dietrich, da alle Mittel für die Investitionen gebraucht würden. Das Investitionsvolumen soll 2008 etwa auf dem Vorjahresniveau von rund 400 Mio EUR liegen.

Um weiteres Wachstum zu ermöglichen, sollen die Produktionskapazitäten im In- und Ausland weiter ausgebaut werden. Neben den Produktionslinien V und VI am Standort Bitterfeld-Wolfen entstehe die siebte Solarzellen-Produktionslinie in Malaysia. Die Genehmigung der malaysischen Regierung für das auf ein Volumen von umgerechnet rund 212 Mio EUR bezifferte Projekt liege vor, bestätigte Dietrich. Der Bau solle im zweiten Quartal 2008 beginnen.

Im ersten Quartal 2009 sei dann die Aufnahme der Produktion geplant. Insgesamt werde eine Produktionskapazität von mehr als 300 MWp angestrebt. Der Standort in Malaysia sei sowohl bei Erschließung der Wachstumsmärkte als auch für eine bessere Absicherung gegenüber Währungsschwankungen vorteilhaft. Nach Einschätzung der LBBW ist die Produktionsstätte in Malaysia ein kluger Schachzug des Unternehmens, da es hier sehr vorteilhafte Subventionen gebe. Unternehmenssprecher Stefan Dietrich bestätigte Investitionsanreize, wollte sich aber zu Details nicht äußern.

Mit einem Produktionsvolumen von 389,2 (253,1) MWp im vergangenen Jahr bezeichnet sich das ostdeutsche Unternehmen nun als weltgrößter Solarzellenhersteller und bezieht sich dabei auf Zahlen des Fachmagazins "Photon". Dieser Titel sei eine "gute Motivation für die Mitarbeiter" und könne auch bei Einkaufsverhandlungen zu einer verbesserten Position führen, sagte Dietrich.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2009 sei ein Ende der Siliziumknappheit zu erwarten und damit ein Absinken der Preise, bestätigte der Unternehmenssprecher frühere Aussagen von CEO Anton Milner. Diese Entwicklung sei "grundsätzlich positiv zu sehen", sagte Dietrich, da dies zu angestrebten Kostensenkungen beitragen werde.

Für den Börsengang der Tochter EverQ gebe es "noch keinen konkreten Fahrplan", sagte der Unternehmenssprecher. Man bleibe bei der Aussage, dass der IPO frühestens Ende 2008 erfolgen werde, eher sei aber 2009 wahrscheinlich.

Webseite: http://www.q-cells.de/ -Von Dorothee Tschampa, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 102; dorothee.tschampa@dowjones.com DJG/dct/jhe

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