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04.03.2008

UPDATE: SBS-Kosten/Bußgeld drücken Nettoergebnis von ProSieben

(NEU: Nettoergebnis, weitere Kennzahlen, Aktienkurs, Kommentar CEO) Von Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Nettoergebnis, weitere Kennzahlen, Aktienkurs, Kommentar CEO) Von Archibald Preuschat DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Kosten für den Erwerb der SBS Broadcasting und ein Bußgeld des Kartellamts über 120 Mio EUR drückten das Nettoergebnis der ProSiebenSat.1 Media AG im Geschäftsjahr 2007 um 63%. Der Medienkonzern aus Unterföhring bei München kündigte am Dienstag bei Vorlage der Zahlen zudem an, dass er rund 1% der umlaufenden Vorzugsaktien zurückkaufen werde, um damit Aktienoptionen zu bedienen.

Das Nettoergebnis bezifferte die Unternehmensleitung für 2007 auf 89,4 (240,7) Mio EUR. Dies liegt unter den Erwartungen der acht von Dow Jones Newswires befragten Analysten, die von Netto 113 Mio EUR ausgegangen waren.

Der Umsatz sei dagegen aufgrund der erstmaligen Konsolidierung von SBS um 29% auf 2,703 (2,095) Mrd EUR gestiegen, so das Unternehmen. Hier stimmte die Kennzahl in etwa mit der Prognose der Analysten über rund 2,72 Mrd EUR überein. Positiv auf den Umsatz ausgewirkt hätten sich auch der Zuwachs im internationalen Geschäft und das organische Wachstum im deutschsprachigen Raum, so das Unternehmen. Alle Segmente hätten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr steigern können.

Das EBITDA legte um 8% auf 521,3 (482,9) Mio EUR zu. Das um einmalige Sondereinflüsse bereinigte EBITDA kletterte um 36,3% auf 661,9 (485,6) Mio EUR, der positive Erstkonsolidierungseffekt sei allerdings durch das Bußgeld des deutschen Kartellamtes teils aufgehoben worden, so der Konzern. Die Wettbewerbshüter hatten die Rabattgewährung der Gruppe bei der Vermarktung von Werbezeiten in ihren deutschen Free-TV-Sendern kritisiert. Nach Zahlung des Bußgeldes wurde das Kartellverfahren eingestellt, die Senderkette hat das Konzept der Werbezeitvermarktung inzwischen geändert.

Der bereinigte Konzernüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um 28,9 Mio EUR auf 272,8 Mio EUR. Dieser Wert berücksichtigt weder die Abschreibungen im Rahmen der Kaufpreisallokationen noch die Einmalaufwendungen durch das Bußgeld. Das Vorsteuerergebnis ging infolge des SBS-Zukaufs um 136,5 Mio EUR auf 248,8 Mio EUR zurück.

In dem per 31. Dezember beendeten 4. Quartal erreichte der Umsatz ein Plus von 51% auf 987,3 Mio EUR, während das EBITDA um 41% auf 281,5 Mio EUR in die Höhe ging. Das Nettoergebnis sank dagegen um 65% auf 39,5 Mio EUR.

Gegen 10.42 Uhr notierten die Titel des Medienkonzerns an der Frankfurter Börse bei 14,11 EUR mit rund 1,0% im Plus. Händler sehen besonders das Aktienrückkaufprogramm als kursstützend an.

Als mäßig stuft Analystin Sonia Rabussier von Sal.Oppenheim dagegen die vorgelegten Zahlen ein. Umsatz und EBITDA lägen zwar im Rahmen der Erwartungen, doch EBIT und Nettoergebnis seien "sehr enttäuschend" ausgefallen. Trotzdem rechnet die Analystin mit leichten Kursgewinnen der Aktie. "Der optimistische Ausblick und das Aktienrückkaufprogramm dürften eine positive Reaktion des Wertes nach sich ziehen", meint Rabussier.

Die Senderkette hatte kurz nach Vorlage der Zahlen angekündigt, rund 1% ihrer Vorzugsaktien über die Börse zurückzukaufen. Das Angebot beziehe sich auf bis zu 1.127.500 auf Inhaber lautende stimmrechtslose Vorzugsaktien oder rund 0,5% des Grundkapitals der Gesellschaft. Starttermin des Rückkaufs sei der 7. März 2008. Die Transaktion diene in erster Linie dazu, Aktienoptionen bedienen zu können.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einer Umsatz- und Ergebnissteigerung. Die ganzjährige Konsolidierung von SBS sowie Synergien sollen zum Wachstum beitragen. Eine Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung bleibe schwierig, hieß es. Die Gruppe geht jedoch nicht von einem Abschwung in ihren Märkten aus.

Ab 2010 sollen durch die Integration von ProSiebenSat.1 und SBS jährliche Synergien in Höhe von 80 Mio bis 90 Mio EUR gehoben werden. Diese will das Unternehmen zu zwei Dritteln aus Kostensenkungen und zu einem Drittel aus Umsatzsteigerungen erzielen. Die Gruppe erwartet, im Geschäftsjahr 2008 Synergien in Höhe von 40 Mio EUR zu realisieren.

"Im laufenden Jahr werden wir unsere Wettbewerbsposition als Free-TV-Anbieter weiter verbessern, indem wir uns zum einen noch stärker auf Programm konzentrieren", sagte Guillaume de Posch, der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG. "Zum anderen planen wir, den Start neuer Sender. Durch die Ausweitung unserer Internetangebote in andere Länder werden wir unsere Umsatzquellen weiter ausbauen."

Webseite: http://www.prosiebensat1.com -Von Archibald Preuschat, Dow Jones Newswires, ++49 (0) 69 297 25 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/pia/roa

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