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25.07.2007

UPDATE: Siemens enttäuscht mit 3Q-Zahlen

(NEU: Details, Markteinschätzungen, Aktienkursbewegungen)

(NEU: Details, Markteinschätzungen, Aktienkursbewegungen)

Von Michael Matern

Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 (30. September) die Erwartungen der Analysten auf breiter Front verfehlt - trotz Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang. Wie der Münchener DAX-Konzern am Mittwoch mitteilte, kletterte der Auftragseingang um 13% auf 22,147 Mrd EUR und der Umsatz um 8% auf 20,176 Mrd EUR. Das Ergebnis der Bereiche legte dabei um 22% auf 1,504 Mrd EUR zu, das Nettoergebnis auf 2,065 Mrd von 1,344 Mrd EUR.

Die Analysten hatten allerdings mehr erwartet: beim Auftragseingang 22,65 Mrd EUR, beim Umsatz 20,804 Mrd EUR und beim Ergebnis der Bereiche 1,889 Mrd EUR. Beim Ergebnis der Bereiche, dem operativen Geschäft, ergab sich der 22-prozentige Zuwachs trotz eines negativen Beteiligungsergebnisses von 371 Mio EUR von Nokia Siemens Networks (NSN), teilte Siemens weiter mit.

Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten lag einschließlich des negativen Beteiligungsergebnisses von NSN mit 716 Mio EUR deutlich unter den Prognosen von 1,251 Mrd EUR und dem Vorjahreswert von 1,341 Mrd EUR. Lediglich das Nettoergebnis einschließlich der nicht fortgeführten Bereiche lag mit 2,065 Mrd EUR über der Prognose von 1,521 Mrd EUR. Hier hatte sich angesichts der zahlreichen Sonderfaktoren aber schon im Vorfeld der Zahlenvorlage ein heterogenes Bild gezeigt. Die Schätzungen der Analysten rangieren hier in einer Spanne von 1,142 Mrd bis 2,273 Mrd EUR. Ein Grund für die großen Unterschiede ist, dass einige Analysten den NSN-Buchgewinn eingerechneten, andere diesen ausgeklammerten.

Auf fortgeführter Basis lag der Gewinn je Aktie im dritten Quartal bei 0,75 (1,45) EUR bzw. verwässert bei 0,74 (1,11) EUR. Insgesamt erreichte der Gewinn je Aktie 2,25 nach 1,45 EUR und in verwässerter Rechnung von 2,18 (1,11) EUR. Vor allem wegen des Gewinns, der aus der Einbringung von Vermögenswerten in die NSN resultierte, steuerten nach Siemens-Angaben die nicht fortgeführten Aktivitäten 1,349 Mrd EUR zum Gewinn nach Steuern bei. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 3 Mio EUR. Die Differenz sei hauptsächlich auf einen nicht zahlungswirksamen Vorsteuergewinn von rund 1,7 Mrd EUR zurückzuführen, der aus der Einbringung von großen Telen der ehemaligen Siemens-COM-Sparte in NSN resultierte. Dieser Gewinn sei teilweise durch eine Wertminderung in Höhe von 355 Mio EUR vor Steuern im Enterprise-Networks-Geschäft kompensiert worden. Der Gewinn nach Steuern der abgelaufenen Berichtsperiode enthalte zudem Aufwendungen in Höhe von 125 Mio EUR für externe Berater im Zusammenhang mit den Untersuchungen mutmaßlicher Verstöße gegen Anti-Korruptionsgesetze und ähnlicher Angelegenheiten sowie für Maßnahmen zur Beseitigung von Schwächen des internen Kontrollsystems.

Der Markt zeigte sich wenig erfreut über die Quartalszahlen. "Die Zahlen sind nicht gut," sagte Analyst Jochen Klusmann von der BHF Bank. Nokia-Siemens hätten statt der von ihm erwarteten 80 Mio Verlust 370 Mio EUR Verlust gemacht, und auch die Restrukturierungsaufwendungen seien höher als erwartet.

Auch der Verkauf von VDO an Continental und die geplante Übernahme des US-Medizintechnikunternehmens Dade Behring hellen das Bild für BHF-Analysten nicht wirklich auf: VDO sei wenig überraschend und Dade Behring erscheine "auf den ersten Blick teuer bezahlt". Klusmann hat die Aktie bisher auf "Strong Buy" mit einem Kursziel von 123 EUR.

Die Siemens-Aktie spiegelt die negative Wahrnehmung des Analysten wider. Gegen 16.20 Uhr notieren die Aktien des Technologiekonzerns mit einem Minus von rund 5,8% bei 100,20 EUR, nachdem die Titel bei Vorlage der Zahlen zunächst angezogen und leicht im Plus notiert hatten.

Zum vierten Quartal kündigte der neue Siemens-CEO Peter Löscher an, dass er sich auf fünf Themen konzentrieren werde: Compliance, Führungskultur und Organisationsstruktur, Geschäftsportfolio, starke Wachstumsmärkte sowie Innovationen. "Alles in allem muss Siemens schneller, stärker fokussiert und weniger komplex werden."

Webseite: http://www.siemens.de

-Von Michael Matern, Dow Jones Newswires, +49 (0) 69 29 725 108,

unternehmen.de@dowjones.com

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