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14.12.2007

UPDATE: Siemens zieht Nominierung von Sektor-CFO Industry zurück

14.12.2007
(NEU: Aussagen Siemens-Sprecher, Hintergrund, Aktienkurs) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES)

(NEU: Aussagen Siemens-Sprecher, Hintergrund, Aktienkurs) Von Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES)

MÜNCHEN (Dow Jones)--Eine Woche nach der offiziellen Ernennung zum Finanzvorstand des neu geschaffenen Siemens-Sektors Industry hat der Münchener Konzern am Freitag überraschend die Nominierung von Hannes Apitzsch zurückgezogen. Einen neuen Kandidaten gibt es bisher nicht, er soll allerdings umgehend benannt werden, wie aus einer Siemens-Mitteilung hervorgeht.

Im Laufe der Woche habe ein beauftragter Anwalt des Unternehmens Einsicht in Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Nürnberg im Fall AUB erhalten, erklärte Siemens zur Begründung für diesen Schritt: "Dies erfordert eine Neubewertung der Compliance-Überprüfung von Herrn Apitzsch."

Nach Unternehmensangaben handelt es sich um einen Einzelfall im oberen Führungskreis des Konzerns. "Es handelt sich ausschliesslich um eine Neubewertung der Compliance-Überprüfung von Apitzsch", sagte ein Siemens-Sprecher Dow Jones Newswires auf die Frage, ob noch weitere der jüngst benannten Führungskräfte in diesen Fall involviert sind. Der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Nürnberg wollte die Siemens-Mitteilung auf Nachfrage nicht kommentieren.

Der Konzern bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom gleichen Tag. Apitzsch war bislang Finanzchef des Geschäftsbereichs Automatisierung und Antriebstechnik und wäre als CFO des Sektors Industry ins Top-Management des Konzerns aufgestiegen.

Siemens habe im Laufe der Woche den Ermittlungsstand der Nürnberger Staatsanwaltschaft zum Fall der Betriebsräteorganisation AUB studiert. Man habe in der Folge vorsichtshalber die Nominierung von Apitzsch zurückgezogen, erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher: "Wir lassen keinerlei Unsicherheiten zu".

Die Nürnberger Ermittler verdächtigen den Ex-Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), Wilhelm Schelsky, in den Jahren 2002 bis 2004 als Inhaber einer Unternehmensberatung von Siemens Zahlungen in Millionenhöhe für angebliche Beratungsleistungen erhalten zu haben.

Tatsächlich sollen diese Zahlungen dazu bestimmt gewesen sein, den Aufbau und den Erhalt der AUB als Konkurrenz zu den DGB-Gewerkschaften zu fördern. Werthaltige Beratungsleistungen, wie in den von Schelsky erstellten Rechnungen bezeichnet, sollen nicht erbracht worden sein.

Im Zusammenhang mit dem AUB-Fall hat die die Staatsanwaltschaft Nürnberg nach eigenen Angaben insgesamt 70 Durchsuchungen vollzogen und dabei "umfangreiches Beweismaterial" sicher gestellt.

Neben den mutmasslichen Schmiergeldzahlungen von Siemens-Mitarbeitern an potenzielle Auftraggeber des Konzerns ist der AUB-Fall ein wesentliches Compliance-Thema, mit dem sich der Konzern derzeit auseinandersetzen muss. Der neue Vorstandsvorsitzende Löscher hat sich Ende November vor den Arbeitnehmervertretern des Konzerns für die AUB-Affäre entschuldigt.

"Alles, was ich über dieses Thema weiß, hat bei mir persönlich den Eindruck erweckt, dass hier ein merkwürdiges und fehlgeleitetes Verhalten Platz gegriffen hat", sagte Löscher.

Im Oktober hatte Siemens angekündigt, die bisherige Bereichsstruktur des Konzerns aufzubrechen und das operative Geschäft komplett neu zu ordnen - in die drei Sektoren Energy, Industry und Healthcare. Die Sektoren werden jeweils von einem CEO geführt, der auch im Vorstand des Unternehmens sitzt.

In der vergangenen Woche hatte Siemens mit den 15 CEOs für die Divisionen unterhalb der Sektoren auch die Sektoren-Finanzvorstände benannt, die direkt an Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser berichten. Einer von ihnen war Hannes Apitzsch.

Die Siemens-Aktie zeigte sich am Freitagmorgen unbeeindruckt von der Mitteilung. In einem freundlichen Gesamtmarkt, notierte das Papier um 10.24 Uhr MEZ 0,6% im Plus bei 105,08 EUR.

Webseite: http://www.siemens.com/ -Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)89 - 5521 4030, industry.de@dowjones.com DJG/rio/abe

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