Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.03.2009

UPDATE: Smartrac legt Wachstumspause ein

(NEU: Zusammenfassung, Aussagen CEO, Aktienkurs)

Von Martin Rapp

DOW JONES NEWSWIRES

AMSTERDAM (Dow Jones)--Der konjunkturelle Einbruch, vor allem in den USA, sorgt beim Funktechnologiehersteller Smartrac für eine Wachstumspause. Bereits im abgelaufenen Jahr hat das in Amsterdam ansässige Unternehmen wegen eines deutlichen Rückgangs im Geschäft mit US-Reisepässen ein niedrigeres Ergebnis geschrieben. Auch für 2009 erwartete CEO Christian Fischer am Dienstag nicht, dass die Smartrac NV den Wachstumskurs der Vorjahre fortsetzen wird.

Das vergangene Jahr war für den Hersteller von Übertragungssystemen für RFID- Funkchips dadurch geprägt, dass sich die Gewichte seiner Geschäftsbereiche verschoben. Im Standardsegment, in dem Smartrac Systeme für die Zugangskontrolle im öffentlichen Nahverkehr oder in Gebäuden ausstattet oder die Identifizierung von Tieren mittels RFID-Technik unterstützt, wurde der Umsatz um 80% auf 52,1 Mio EUR gesteigert.

Dagegen ging der Umsatz im margenträchtigeren Hochsicherheitssegment auf 60,6 Mio von 67,7 Mio EUR zurück. In diesem Bereich stellt Smartrac Transponder für RFID-Chips in Reisepässen und für die elektronische Zahlung her. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Bereichs ging auf 18,8 Mio zurück, was nach der im Vorjahr erzielten 34% aber immer noch eine Marge von 31% bedeutete.

Im Konzern insgesamt ergab sich durch die Verschiebung der Umsätze ein Rückgang des operativen Ergebnisses um 18% auf 21 Mio EUR, was einer Marge von 19% entspricht.

Für CEO Christian Fischer war das Ausmaß der Verschiebung unerwartet. Er wies gegenüber Dow Jones Newswires auf den starken Rückgang der Nachfrage nach Reisepässen in den USA hin. Dort seien die Umsätze um 14 Mio EUR zurückgegangen, da sowohl die private wie die geschäftliche Reisetätigkeit in der wirtschaftlichen Krise deutlich verringert worden seien. Dieser Einbruch habe nur teilweise in anderen Ländern und durch die Ausstattung elektronischer Zahlungssysteme kompensiert werden können.

"Die USA sind für uns der größte Markt mit elektronischen Reisepässen", erklärte Fischer. "Im Jahr 2007 sind dort monatlich 3 Mio Pässe ausgestellt worden, in Deutschland lag damals der jährliche Bedarf bei 2,4 Mio", konkretisierte der CEO die unterschiedlichen Dimensionen.

Trotz der aktuellen Schwäche sieht Fischer das Geschäft aber optimistisch. "Das Hochsicherheitssegment wird mittelfristig weiter wachsen, ich rechne ab 2010 damit", so der Manager. Zugute komme dem Unternehmen dabei die technologische Führungsposition, die Smartrac einnehme. "Bei der Ausstattung elektronischer Reisepässe ist unsere Technologie führend und hat Standards gesetzt", sagte Fischer.

Vorerst werde es aber bei der Gewichtung der aktuellen Geschäftsanteile bleiben, ergänzte Fischer. Ob und wann die 2007er EBITDA-Marge von über 25% wieder erreicht wird, ist damit fraglich. Im vierten Quartal 2008 verzeichnete Smartrac eine Gewinnspanne von 14%.

Unter dem Strich verdiente Smartrac 2008 einen Nettogewinn von 13,6 Mio EUR. Im Jahr 2007 hatte Smartrac noch 20,7 Mio EUR erzielt. Das Unternehmen begründete den überproportionalen Rückgang mit gestiegenen operativen Kosten, höheren Aufwendungen im Finanzergebnis sowie einer leicht gestiegenen Steuerquote. Unter anderem haben die Inbetriebnahme von Werken in den USA und Malaysia das Ergebnis belastet. Hier geht Fischer davon aus, dass beide Bereiche ab dem zweiten Halbjahr profitabel sein werden.

Ansonsten wurde der CEO wenig konkret, was die Aussichten für 2009 anging. Grundsätzlich könne sich Smartrac dem allgemeinen Markttrend nicht entziehen. Insofern sei das Unternehmen davon abhängig, welcher der Auguren Recht behalte: Ob der konjunkturelle Aufschwung bereits in diesem Jahr einsetze oder doch erst 2010, so Fischer.

Kurzfristig sieht Fischer Chancen und Risiken für das Unternehmens im Gleichgewicht. Für ihn steht allerdings fest: "Wir werden 2009 sicher nicht dem Wachstumstrend der vergangenen Jahre folgen können." Smartrac hatte von 2004 bis 2007 Umsatz und EBITDA versiebenfacht.

Die Unternehmensprognose fiel deshalb auch vorsichtig aus. An dem erwarteten Wachstum des RFID-Marktes von bis zu 25% jährlich will Smartrac teilhaben. Fischer sagte, er sei zuversichtlich, dass Smartrac 2009 beim Umsatz organisch wachsen werde. Ob er damit einen Rückgang des Ergebnisses ausschließe, wollte der CEO nicht kommentieren. Smartrac hat Grund zur Vorsicht. 2008 hatte das Unternehmen das ursprüngliche Ziel einer 30%-igen Steigerung von Umsatz und EBITDA zweimal nach unten korrigiert.

An der Börse kamen die Zahlen von Smartrac jedoch gut an. Nachdem die Aktie bereits am Montag fast zweistellig zugelegte, gewinnt sie am Dienstagvormittag über 5% auf 7,86 EUR. Marktbeobachter weisen jedoch auf die geringen Umsätze hin, die der Kursbewegung zugrunde liegen. Vor einem Jahr notierte das Papier noch bei gut 35 EUR.

Webseite: http://www.smartrac-group.com -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 29725 104; unternehmen.de@dowjones.com DJG/mmr/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.