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13.06.2007

UPDATE: Telekom unterbricht Vorbereitung für Personalumbau

(NEU: Details zu Verhandlungen, Streikfolgen bei Wettbewerbern)

(NEU: Details zu Verhandlungen, Streikfolgen bei Wettbewerbern)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Angesichts der neuen Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di unterbricht die Deutsche Telekom AG ihre Vorbereitungen für die umstrittene Personal-Ausgliederung. Der Versand entsprechender Informationsschreiben an die betroffenen Mitarbeiter sei ausgesetzt worden, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch. Damit entsprach die Telekom einer Forderung von ver.di. Beide Seiten wollten in Bad Neuenahr die Gespräche fortsetzen, die ver.di vor sieben Wochen abgebrochen hatte. Die Streiks gingen gleichwohl zunächst in unverminderter Stärke weiter.

Der Versand der Briefe zum Betriebsübergang an die rund 50.000 Mitarbeiter, die zum 1. Juli in drei interne Tochterfirmen transferiert werden sollen, sei zurückgestellt worden, sagte der Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur Dow Jones. Wegen der Wiederaufnahme der Gespräche sei es sinnlos, die Schreiben jetzt zu verschicken, da sich die Konditionen für die Beschäftigten ja noch ändern könnten. Die Telekom will, dass die betreffenden Call-Center-Mitarbeiter und Techniker 9% weniger verdienen und vier Stunden länger pro Woche arbeiten.

Im Gegenzug ist der Bonner Konzern bereit, den Kündigungsschutz für die Mitarbeiter um drei Jahre bis 2011 zu verlängern, bis 2010 auf einen Verkauf der Servicegesellschaften zu verzichten und hier bis zu 3.000 Beschäftigte einzustellen. In der vergangenen Woche hatte die Telekom noch einmal nachgebessert und bietet jetzt außerdem Erfolgsbeteiligungen und Qualifizierungsmöglichkeiten an. Verdi entschloss sich daraufhin am Dienstag zur Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Die Gewerkschaft hatte die Gespräche am 26. April abgebrochen und führt seit dem 11. Mai einen unbefristeten Streik, an dem sich täglich bis zu 16.000 Beschäftigte beteiligt haben. Auch unmittelbar vor Beginn der neuen Verhandlungen im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr kam es bundesweit wieder zu Arbeitsniederlegungen. Ver.di ist aber bereit, den Arbeitskampf deutlich zurückzufahren. Dafür machte die Gewerkschaft die Zurückstellung der Informationsschreiben zur Bedingung.

Die Gespräche finden erstmals unter Beteiligung des neuen Telekom-Personalvorstandes Thomas Sattelberger statt. Weil der Posten monatelang vakant war, hatte zunächst Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick den Konzern gegenüber der Gewerkschaft vertreten. Die Telekom hält die Ausgliederung angesichts ihres schwachen Inlandsgeschäfts für unabdingbar. Mit den bestehenden Gehältern sieht sie sich nicht als wettbewerbsfähig. Ver.di hält die Einschnitte angesichts großer Unternehmensgewinne und Dividenden für viel zu tief.

Die Gewerkschaft stellt sich auf längere Verhandlungen ein. Die Räumlichkeiten in Bad Neuenahr seien bis kommenden Dienstag gebucht, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die Telekom wollte sich zur möglichen Dauer der Gespräche nicht äußern, wiederholte aber, dass alle Punkte im Rahmen des Gesamtpakets verhandelbar seien. Dies sei die zentrale Botschaft, sagte der ver.di-Vertreter.

Unteressen geraten einige Wettbewerber der Telekom durch den Streik zunehmend in Mitleidenschaft. Die Beseitigung von Störungen, bei denen der Ex-Monopolist eigentlich binnen 24 Stunden Abhilfe schaffen müsse, habe sich erheblich verlängert, sagte der Sprecher des Verbandes der Anbieter von Telekomunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Wolfgang Heer. Teilweise werde überhaupt nicht mehr entstört. Auch die Freischaltung von Leitungen beim Wechsel von Telekomkunden zu anderen Anbietern erfolge teils überhaupt nicht mehr.

Die Konsequenz seien zusätzliche Kosten und Ertragsausfälle bei den Wettbewerbern, vor allem aber ein massiver Imageschaden für die gesamte Branche. "Die Gewerkschaft tut der Telekommunikationsindustrie keinen Gefallen, wenn sie das Management des größten Anbieters treffen will, aber alle dafür bezahlen lässt", kritisierte Heer. Nicht sämtliche Wettbewerber waren aber gleichermaßen betroffen. Bei Arcor, dem größten deutschen Festnetzkonkurrenten der Telekom, seien die Auswirkungen nicht dramatisch. Kommunikationschef Stephan Albers sagte: "Wenn es in den nächsten 14 Tagen zu einer Einigung kommt, bleibt unser Blutdruck kontrolliert."

Webseite: http://www.telekom3.de,

http://www.verdi.de,

http://www.vatm.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

DJG/stm/jhe

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