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27.02.2008

UPDATE: Versatel bekommt 2007 Preisdruck zu spüren

(NEU: Aussagen des Managements, Aktienkurs, Markteinschätzungen) Von Dorothee Tschampa DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen des Managements, Aktienkurs, Markteinschätzungen) Von Dorothee Tschampa DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Versatel AG hat im vergangenen Jahr unter dem gestiegenen Preisdruck der Branche gelitten und will sich nach einem Gewinnrückgang 2007 nun mit einer Strategieänderung auf Profitabilität trimmen. Ziel sei, 2009 erstmals schwarze Zahlen zu schreiben, teilte die Düsseldorfer Telefongesellschaft am Mittwoch mit.

Für das abgelaufene Jahr berichtete das TecDAX-Unternehmen am Berichtstag ein 5-prozentiges Umsatzwachstum, während das bereinigte EBITDA um 10% zurückging. Der Umsatz stieg auf 700,6 (666,2) Mio EUR, das bereinigte EBITDA sank auf 191 (211,8) Mio EUR. Damit übertraf das Unternehmen leicht die eigene Prognose, 2007 Erlöse von 690 Mio bis 700 Mio EUR sowie ein bereinigtes EBITDA von 190 Mio EUR zu erzielen.

Der Vorstandsvorsitzende Peer Knauer zeigte sich bei einer Telefonkonferenz zufrieden mit dem bislang Erreichten. Er sei "froh, dass wir das geschafft haben." Auch im Handel hieß es, die vorläufigen Zahlen seien "in line" mit der Markterwartung ausgefallen. Allerdings sagte UniCredit-Analyst Thomas Friedrich, die Entwicklung bei den DSL-Kunden sei enttäuschend ausgefallen. Versatel meldete für das vergangene Jahr 173.000 neue DSL-Privatkunden, ursprünglich angestrebt hatte der Konzern 200.000 Neukunden.

Für die Zukunft verordnet sich der Konzern nun ein "kontrolliertes Wachstum". "In dem wettbewerbsintensiven Markt bei ruinösen Werbekosten wollen wir nicht Kunden um jeden Preis gewinnen," sagte Knauer. Entsprechend sollen 2008 nur noch 100.000 bis 120.000 neue Kunden gewonnen werden. Händler sagten dazu, das Ziel "lese sich nicht überzeugend".

Für das weitere Geschäft setzt der Vorstandsvorsitzende auf "Wachstum mit Augenmaß". Die Wertsteigerung des Unternehmens stehe klar im Vordergrund. Dazu soll unter anderem das im Januar vorgestellten Programm zur Effizienzsteigerung beitragen, durch das im Jahr 2009 Kosteneinsparungen von 30 Mio EUR angestrebt werden. Allein 7 Mio EUR davon sollen durch Einsparungen bei den Marketingausgaben erreicht werden.

Für das laufende Geschäftsjahr strebt die Telefongesellschaft einen Umsatz von 730 Mio bis 740 Mio EUR an. Das Wachstum soll von allen drei Segmenten, den Bereichen Privatkunden, Geschäftskunden und Wholesale, getragen werden. Das EBITDA-Ziel lautet für 2008 auf 200 Mio EUR. Zudem soll der Konzernverlust von derzeit 89 Mio EUR halbiert werden.

2009 soll dann ein positives Nettoergebnis erwirtschaftet werden. Mit einer Dividende dürfen Aktionäre aber voraussichtlich auch dann nicht rechnen, da die Überschüsse unter anderem in den Glasfaserausbau wieder investiert werden sollen.

Durch den eingeschlagenen Kurs solle der "finanzielle Spielraum für Investitionen" gewahrt werden, teilte Versatel mit. In den kommenden zwölf bis 18 Monaten sei es günstiger, Kunden anorganisch zu erwerben, als sich selbst um neue Kunden zu bemühen. Hierzu kämen Akquisitionen von Unternehmen aber auch von Kundenstämmen in Betracht. Derzeit könne man rund 200 Mio EUR für Zukäufe in die Hand nehmen, sagte Knauer.

An der DSL-Sparte des Wettbewerbers freenet äußerte der Vorstandsvorsitzende klares Interesse. Eine Übernahme "könnte strategisch durchaus Sinn machen", sagte Knauer. Allerdings sei der Verkaufsprozess noch nicht gestartet, und es stünden weitere Prüfungen an. Umgekehrt sieht sich Versatel nicht direkt als Übernahmekandidat. Das Engagement der United Internet AG, die 25% an Versatel hält, stufte Knauer als "Finanzengagement" ein.

Für das laufende Jahr geht Knauer "von weiterhin schwierigen Marktbedingungen" aus. So werde die Zahl der DSL-Neuanschlüsse im Markt auf 3,1 Mio von 4,1 Mio 2007 zurückgehen. Bei der gleichen Anzahl der Wettbewerber bedeute dies einen erhöhten Preisdruck sowie steigende Kundengewinnungskosten. Schon jetzt entstünden pro neuen Privatkunden Kosten von 600 EUR und mehr. Auch rechnet der Manager 2008 mit einem weiteren Verfall des ARPU, des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer, der weiter auf rund 38 EUR von derzeit 45 EUR pro Kunde sinken werde.

Versatel-Aktien stiegen bis 12.24 Uhr um 1,6% auf 20,20 EUR in einem insgesamt leichteren Marktumfeld.

Webseite: http://www.versatel.de/ -Von Dorothee Tschampa, Dow Jones Newswires, ++49 (0) 69 297 25 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/dct/jhe

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.