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14.08.2008

UPDATE: Versatel schreibt schwarze Zahlen und hebt Prognose an

(NEU: Details, Aussagen von Vesatel-CEO Knauer, Aktienkurs, Analystenstimme) Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Details, Aussagen von Vesatel-CEO Knauer, Aktienkurs, Analystenstimme) Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Versatel hat im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben und daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Am Markt wurde das überraschend starke Ergebnis des im TecDAX notierten Unternehmens positiv aufgenommen: Bis gegen 10.55 Uhr legt die Versatel-Aktie in einem freundlich tendierenden Gesamtmarkt um 6,9% auf 15,60 EUR zu.

Für das zweite Quartal wies Versatel am Donnerstag einen Umsatzzuwachs um 29,1% auf 211,0 (163,5) Mio EUR und einen Anstieg des bereinigten EBITDA um 68,2% auf 65,1 (38,7) Mio EUR aus. Unter dem Strich kletterte Versatel damit wieder aus der Verlustzone und verzeichnete für den Zeitraum April bis Juni einen Konzerngewinn von 7,9 (-56,6) Mio EUR.

Das Quartalsergebnis lag damit deutlich über den Markterwartungen: Analysten hatten im Konsens mit Einnahmen von 183,2 Mio EUR, einem EBITDA von 47,4 Mio EUR und einem Nettoverlust von 11,9 Mio EUR gerechnet.

Die "sehr erfreuliche" Entwicklung ist nach Aussage des Versatel-Vorstandsvorsitzenden, Peter Knauer, von einem Kundenwachstum im DSL-Privatkundengeschäft getragen worden. Wachstumstreiber sei außerdem das Wholesale-Segment gewesen. Das zu Jahresbeginn gestartete Effizienzsteigerungsprogramm verläuft nach Aussage Knauers nach Plan und hat zur verbesserten Profitabilität beigetragen. Bis spätestens zum Jahr 2009 will Versatel durch dieses Programm die Kosten um jährlich 30 Mio EUR senken.

Die Analysten der LBBW führten die starke Entwicklung auch auf einen positiven Einmaleffekt zurück: Der Abschluss eines langfristigen Wholesalevertrags mit einem Telekomcarrier habe für den Umsatz und Ergebnissprung gesorgt. Versatel bezifferte die durch den Langfristvertrag im zweiten Quartal angefallenen Einmalumsätze auf knapp 30 Mio EUR.

Auf Basis der positiven Geschäftsentwicklung hob Versatel das Umsatz- und Gewinnziel an. Das Unternehmen erwartet nun Einnahmen von 760 Mio bis 770 Mio EUR und ein bereinigtes EBITDA von 210 Mio bis 220 Mio EUR. Bislang hatte Versatel mit Einnahmen zwischen 730 Mio und 740 Mio EUR sowie einem operativen Gewinn von mindestens 200 Mio EUR gerechnet.

Zudem kündigte Knauer an, dass der Konzernverlust auf Jahressicht wahrscheinlich geringer ausfallen könne als gedacht. Bislang war Versatel davon ausgegangen, den Verlust - der im abgelaufenen Geschäftsjahr bei knapp 145 Mio EUR gelegen hatte - in diesem Jahr halbieren zu können.

Zwar litt Versatel im zweiten Quartal - wie auch viele der Konkurrenten - unter einem Rückgang des durchschnittlichen Erlöses pro Kunde (Average Revenue Per User/ ARPU), der als wichtiger Profitabilitätsindikator für Telekomunternehmen gilt. Doch habe die positive Entwicklung des Privatkunden- und Wholesale-Geschäfts die negativen Auswirkungen des sinkenden ARPU überkompensiert, teilte das im TecDAX notierte Unternehmen am Morgen mit.

Ein weiterer Belastungsfaktor sei der starke Preisdruck im Geschäftskunden-Segment gewesen. Knauer sagte, "es ist uns nicht gelungen, den Preisdruck im Bestandskundengeschäft durch das Neukundengeschäft zu kompensieren". Deshalb seien neue Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in diesem Geschäftsbereich eingeleitet worden.

Zum einen werde sich Versatel künftig stärker auf höherwertige Kundensegmente fokussieren, um dem hohen Preiswettbewerb zumindest teilweise auszuweichen, zum anderen sollen die Vertriebsstrukturen umgestellt werden, so Knauer. Ob es im Zuge des Effizienzsteigerungsprogramms zu einem Personalabbau kommen werde, könne im Moment noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, sagte der Versatel-Vorstandsvorsitzende.

Nach Einschätzung von Knauer ist die Marktperformance der Versatel AG im DSL-Segment vor dem Hintergrund des extremen Wettbewerbs auf dem Breitbandmarkt "mehr als zufriedenstellend" gewesen. Die reduzierten Marketingaufwendungen pro Neukunde seien ein Signal für die neue Strategie des Unternehmens, profitabel zu wachsen. "Der Kampf um den letzten Kunden lohnt sich nicht mehr", sagte Knauer mit Blick auf Kundenakquisitionskosten, die er auch 500 bis und 800 EUR je Kunde bezifferte.

Für das Gesamtjahr rechnet Knauer mit einer Zunahme der DSL-Kunden am unteren Ende der erwarteten Spanne von 100.000 bis 120.000. Wegen des geringen potenziellen Marktwachstums sei die Konsolidierung auf dem Breitbandmarkt ein "Muss". Ob Versatel daran aktiv teilnehmen wird, steht laut Knauer noch nicht fest. Es werden nach seiner Aussage zwar Gespräche geführt, den Stand der Dinge kommentierte der Manager mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen aber nicht.

Im zweiten Quartal entwickelte sich das Geschäft mit breitbandigen Internetzugängen besser als erwartet: Versatel nahm zwischen April und Juni in diesem Segment knapp 26.000 neue Kunden unter Vertrag. Im Konsens rechneten Analysten mit einem Wachstum um lediglich 24.000 Kunden.

Alles in allem hält Versatel den deutschen Breitbandmarkt - trotz des harten Wettbewerbs und der unter Druck stehenden Margen - weiter für einen "der attraktivsten Europas". Auch wenn das Unternehmen davon ausgeht, dass sich das Wachstum auf dem deutschen DSL-Markt im weiteren Jahresverlauf verlangsamen wird, sieht Versatel wegen der geschätzten Penetration von nur etwa 50% der Haushalte weitere Expansionsmöglichkeiten.

Webseite: http://www.versatel.de - Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 297 25 102; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/roa

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