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28.08.2008

UPDATE2: Bertelsmann verzeichnet im 1H leichten Umsatzrückgang

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz)

(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz)

Von Alexander Becker

DOW JONES NEWSWIRES

GÜTERSLOH (Dow Jones)--Die Bertelsmann AG hat im ersten Halbjahr einen leichten Umsatzrückgang im fortgeführten Geschäft verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr gaben die Einnahmen um 1,2% auf 7,6 Mrd EUR nach, wie der Medienkonzern am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte stieg der Umsatz um 1,4%.

Im operativen Geschäft kämpft das Unternehmen derzeit offenbar mit schwieriger werdenden Rahmenbedingungen. "Bei der Umsatzentwicklung machten sich die anhaltende Dollarschwäche und die Konjunktur bemerkbar", hieß es zur Begründung. Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich auch in einem etwas vorsichtigeren Ausblick.

"Für das Gesamtjahr 2008 streben wir für die fortgeführten Aktivitäten einen Umsatz über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres an", erklärte Finanzvorstand Thomas Rabe. Vor dem Hintergrund gedämpfter Konjunkturaussichten werde das Operating EBIT leicht unter dem vergleichbaren Vorjahreswert gesehen. Dagegen werde der Konzerngewinn wegen eines geringeren Steueraufwands und nicht anfallender Sondereinflüsse deutlich über dem Vorjahreswert liegen.

Bislang hatte Bertelsmann für 2008 ein zum Vorjahr "moderates Umsatzwachstum" sowie ein operatives Ergebnis "auf oder leicht über dem hohen Niveau von 2007" in Aussicht gestellt. Dieser Ausblick enthielt allerdings noch die verkauften Aktivitäten von Sony BMG und Teile der Direct Group.

Im ersten Halbjahr ist das operating EBIT auf 681 Mio EUR von 739 Mio EUR gefallen. "Wir sind mit dem Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten angesichts schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zufrieden", erklärte dazu Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Hartmut Ostrowski.

Deutliches Wachstum verzeichnete der Konzern aus Gütersloh beim Konzerngewinn. Er kletterte auf 372 Mio EUR nach 51 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres war der Konzerngewinn allerdings von Sonderbelastungen unter anderem als Folge der Napster-Vergleiche beeinträchtigt worden.

Gesondert ausgewiesen werden im Halbjahresbericht erstmals die nicht fortgeführten Aktivitäten, darunter die 50-prozentige Beteiligung am Musik-Joint-Venture Sony BMG, die Bertelsmann an Sony abgibt, sowie die zum Verkauf stehenden bzw bereits verkauften Clubaktivitäten aus dem Bereich der Direct Group. Der Verlust nach Steuern aus fortgeführtem Geschäft summierte sich auf 70 (Vorjahr: 61) Mio EUR.

Der Konzernumbau sei nach dem Verkauf von Sony BMG und Teilen der Direct Group weitgehend abgeschlossen, sagte Ostrowski in einer Telefonkonferenz. Witere Veränderungen im Portfolio seien möglich, würden entsprechend aber eher gering ausfallen.

Nach Ostrowskis Worten wird Bertelsmann möglicherweise ihre 90-prozentige Beteiligung an der RTL Group reduzieren. Das Unternehmen werde aber in jedem Fall auch künftig eine qualifizierte Mehrheit, also mindestens 75%, an der luxemburgischen Senderkette halten, ergänzte Finanzvorstand Rabe.

Ursprünglich wollte Bertelsmann die RTL Group vollständig übernehmen, war mit diesem Vorhaben jedoch an den gesetzlichen Bedingungen in Luxemburg gescheitert.

Pläne für einen Einstieg bei der britischen Senderkette ITV konnte Ostrowski "nicht bestätigen". Das sei alles "Spekulation". In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Gerüchte über einen Einstieg des Gütersloher Medienkonzerns bei ITV gegeben.

Nicht entschieden ist dagegen, ob Bertelsmann verbindlich für Reed Business Information (RBI), den Wirtschaftsbereich des britischen Verlags Reed Elsevier plc, bieten wird. In der vergangenen Woche hatte die Verlagstochter Gruner + Jahr ein unverbindliches Angebot für RBI bestätigt. Reed Elsevier will RBI wegen zu geringen Wachstums und zu großer Werbeabhängigkeit verkaufen.

Bertelsmann will sich künftig strategisch auf "Wachstumsinitiativen" konzentrieren, um den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern, kündigte Vorstandsvorsitzender Ostrowski an. Konkret nannte er den Bereich Bildung und regional die Wachstumsmärkte Osteuropa und Asien.

Webseite: http://www.bertelsmann.de/ -Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)89 - 5521 4030, industry.de@dowjones.com DJG/abe/rio

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