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13.06.2007

UPDATE2: Entspannung im Telekom-Personalkonflikt

(NEU: Beginn der Gespräche, ver.di-Ankündigung)

(NEU: Beginn der Gespräche, ver.di-Ankündigung)

Von Stefan Paul Mechnig

Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen ist deutliche Entspannung in den Personalkonflikt bei der Deutschen Telekom AG gekommen. Das Management des Bonner Konzerns und die Gewerkschaft ver.di kamen am Mittwoch nach siebenwöchiger Unterbrechung wieder zusammen. Ver.di kündigte dabei eine Drosselung des über einen Monat andauernden Streiks an, während die Telekom einen wichtigen Schritt zur Vorbereitung der geplanten Personalausgliederung aussetzte.

Die Verhandlungen wurden unter Vorsitz des neuen Telekom-Personalvorstandes Thomas Sattelberger und ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr fortgesetzt. Die Gewerkschaft hatte die Gespräche am 26. April abgebrochen und führt seit dem 11. Mai einen unbefristeten Streik, an dem sich täglich bis zu 16.000 Beschäftigte beteiligt haben. Auch unmittelbar vor Beginn der neuen Runde kam es bundesweit wieder zu Arbeitsniederlegungen.

In Kürze sollen die Maßnahmen jedoch reduziert werden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Im Gegenzug verzichtet die Telekom nach eigenen Angaben für die Dauer der Verhandlungen auf den Versand von Informationsbriefen an die rund 50.000 Mitarbeiter, die sie in drei interne Tochterfirmen ausgegliedern will. Die Schreiben sind die rechtliche Voraussetzung für die zum 1. Juli geplanten Betriebsübergänge.

Ver.di stellt sich auf längere Verhandlungen ein. Die Räumlichkeiten in Bad Neuenahr seien bis kommenden Dienstag gebucht, sagte der Sprecher. Die Telekom wollte sich zur möglichen Dauer der Gespräche nicht äußern, wiederholte aber, dass alle Punkte im Rahmen des Gesamtpakets verhandelbar seien. Der Vorstand will, dass die 50.000 Festnetzmitarbeiter in Call-Centern und Technik 9% weniger verdienen und vier Stunden länger pro Woche arbeiten.

Im Gegenzug ist der Bonner Konzern bereit, den Kündigungsschutz um drei Jahre bis 2011 zu verlängern, bis 2010 auf einen Verkauf der Servicegesellschaften zu verzichten und hier bis zu 3.000 Beschäftigte einzustellen. In der vergangenen Woche besserte die Telekom noch einmal nach und bietet jetzt außerdem Erfolgsbeteiligungen und Qualifizierungsmöglichkeiten an. Verdi entschloss sich daraufhin am Dienstag zur Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Die Telekom hält die Ausgliederung angesichts ihres schwachen Inlandsgeschäfts für unabdingbar. Mit den bestehenden Gehältern sieht sie sich nicht wettbewerbsfähig. Die Maßnahmen sollen zu jährlichen Einsparungen von 500 Mio bis 900 Mio EUR führen.

Unteressen geraten einige Wettbewerber der Telekom durch den Streik zunehmend in Mitleidenschaft. Die Beseitigung von Störungen, bei denen der Ex-Monopolist eigentlich binnen 24 Stunden Abhilfe schaffen müsse, habe sich erheblich verlängert, sagte der Sprecher des Verbandes der Anbieter von Telekomunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Wolfgang Heer. Teilweise werde überhaupt nicht mehr entstört. Auch die Freischaltung von Leitungen beim Wechsel von Telekomkunden zu anderen Anbietern erfolge teils überhaupt nicht mehr.

Die Konsequenz seien zusätzliche Kosten und Ertragsausfälle bei den Wettbewerbern, vor allem aber ein massiver Imageschaden für die gesamte Branche. "Die Gewerkschaft tut der Telekommunikationsindustrie keinen Gefallen, wenn sie das Management des größten Anbieters treffen will, aber alle dafür bezahlen lässt", kritisierte Heer. Nicht sämtliche Wettbewerber waren aber gleichermaßen betroffen. Bei Arcor, dem größten deutschen Festnetzkonkurrenten der Telekom, seien die Auswirkungen nicht dramatisch. Kommunikationschef Stephan Albers: "Wenn es in den nächsten 14 Tagen zu einer Einigung kommt, bleibt unser Blutdruck kontrolliert."

Webseite: http://www.telekom3.de

http://www.verdi.de,

http://www.vatm.de

-Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213,

TMT.de@dowjones.com

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