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03.02.2009

UPDATE2: Heidelberger Druck bewältigt 3Q besser als erwartet

(NEU: Weitere Aussagen von CEO)

(NEU: Weitere Aussagen von CEO)

Von Christine Benders-Rüger

DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)--Die weltweite Konjunkturabkühlung hat dem Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen im dritten Geschäftsquartal 2008/09 zwar einen deutlichen Einbruch beim Auftragseingang in allen Regionen beschert, allerdings hat der MDAX-Konzern in dem Zeitraum besser abgeschnitten als befürchtet.

Mit Hilfe der eingeleiteten Sparmaßnahmen und der Auflösung einer Rückstellung berichtete das Unternehmen unerwartet ein ausgeglichenes Betriebsergebnis, und unter dem Strich fiel der Verlust geringer aus als angenommen. Die Aktie haussiert zum Börsenstart und zeigt gegen 11.24 Uhr ein Plus von 13,2% auf 3,18 EUR.

Im dritten Quartal hat sich der Rückgang der Auftragseingänge bei dem MDAX-Konzern fortgesetzt. So gingen die Neuaufträge um 41% auf 560 Mio EUR zurück, nachdem im zweiten Quartal 2008/09 bereits ein Minus von 22,6% verbucht worden war. Im Auftaktquartal per Ende Juni hatte Heidelberger Druck dank der Branchenmesse drupa im Frühjahr noch ein Auftragsplus von 23,2% vermeldet.

"Gemessen am Umfeld erstaunlich gut", beurteilt Eggert Kuls, Analyst bei M.M. Warburg, die Geschäftsentwicklung von Heidelberger Druckmaschinen im dritten Quartal. Der Auftragseingang habe ihn überrascht. "Die Orders sind zwar um 40% gesunken, allerdings hat der Branchenverband VDMA für diesen Sektor einen Rückgang um 60% ausgewiesen. Damit sind Heidelberger Druckmaschinen so etwas wie ein Outperformer", fügte Kuls hinzu.

"Die Finanzmarktkrise hat den Maschinenbausektor Ende 2008 ausgebremst", erklärte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. "Die Investitionen sind stark rückläufig, weil unsere Kunden von einem geringeren Kapazitätsbedarf ausgehen und verunsichert sind. Zurzeit hilft uns vor allem unser striktes, rechtzeitig eingeleitetes Kostenmanagement." Schreier sieht beim Auftragseingang angesichts der unsicheren Wirtschaftslage keine Trendwende.

Im dritten Quartal verzeichnete die Region EMEA (Europe, Middle East, Africa) den deutlichsten Einbruch bei den Auftragseingängen. Sie fielen um 48,6% auf 232 Mio EUR. Für Eastern Europe wies das Unternehmen Bestellungen für 77 Mio EUR aus, was 44,2% unter dem Vorjahresquartal liegt. In der Region North America sanken die Auftragseingänge um 31,1% auf 82 Mio EUR, im Bereich Latin America um 15,7% auf 43 Mio EUR und in der Region Asia Pacific ging 36,7% weniger Neubestellvolumen ein.

Beim Umsatz wies der Konzern von Oktober bis Dezember 750 (929) Mio EUR aus. Das betriebliche Ergebnis ohne Sondereinflüsse war im gleichen Zeitraum ausgeglichen nach einem Plus von 81 Mio EUR im Vorjahr. Nach Steuern fiel ein Fehlbetrag von 24 Mio EUR an nach einem Überschuss von 43 Mio EUR im Vorjahr. Analysten hatten bei Heidelberger Druck mit einem Umsatz von 753 Mio EUR und einem operativen Verlust von 58 Mio EUR gerechnet. Der Verlust nach Steuern war mit 62 Mio EUR deutlicher erwartet worden.

Am Montag hatte die "Financial Times Deutschland" berichtet, auf der Suche nach einem Investor strebe das Management eine Kapitalerhöhung auf dem Wege einer "Targeted Rights Issue" an. Dabei stünde der Zeichner für einen Großteil der Aktien vorher fest - etwa ein befreundeter oder ein staatlicher Investor.

Er fügte hinzu, dass Heidelberger Druckmaschinen "solide" finanziert sei und freie Kreditlinien von 700 Mio EUR habe. Die Finanzverbindlichkeiten hätten sich im dritten Quartal nicht vergrößert, so Schreier. Sie lagen bei 822 Mio EUR nach 836 Mio EUR im Vorquartal.

Die exportorientierte Druckmaschinenbranche ist in den vergangenen Monaten wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise zunehmend unter die Räder gekommen. Auch der Marktführer Heidelberger Druck versucht mit strikten Einsparungen gegenzusteuern. Mitte 2008 hatte der Konzern ein Paket zur Kostenreduzierung verabschiedet und es wegen des Wirtschaftsabschwungs Ende Oktober 2008 ausgeweitet und eine beschleunigte Umsetzung angekündigt.

Insgesamt will Heidelberger Druck weltweit 2.500 Stellen streichen. Davon soll bereits ein Abbau von 1.600 Arbeitsplätzen durchgesetzt sein. Die Leiharbeiterschaft sei komplett abgebaut worden, zudem hätten viele Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft Abfindungen angenommen, sagte Schreier. Einen weiteren Stellenabbau schloss der Manager bei einer weiteren Marktabschwächung nicht aus und fügte hinzu, das Management werde auch in Zukunft alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ertragssituation des Unternehmens nachhaltig zu stabilisieren.

Webseite: http://www.heidelberg.com/ -on Christine Benders-Rüger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/cbr/rio/brb

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