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13.05.2009

UPDATE2: Jenoptik sinkt im 1Q tiefer in Verlustzone als erwartet

(NEU: Managementaussagen von Telefonkonferenz, Langfristziele, Aktienkurs)

(NEU: Managementaussagen von Telefonkonferenz, Langfristziele, Aktienkurs)

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Krise in der Halbleiter- und Automobilbranche hat dem Optoelektronik-Konzern Jenoptik im ersten Quartal 2009 schwer zu schaffen gemacht. Bei gesunkenen Einnahmen brach das Ergebnis des TecDAX-Konzerns stärker ein als erwartet, unter dem Strich stand sogar ein Verlust zu Buche. Für das Gesamtjahr rechnen die Jenaer weiter mit Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis, peilen aber operativ schwarze Zahlen an. Um die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute abzufedern, setzt Jenoptik den Rotstift an.

Der Umsatz der Jenoptik AG sank im Zeitraum Januar bis März um knapp 9% auf 117,7 Mio EUR. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) sackte um gut 95% auf 0,4 (9,2) Mio EUR ab. Das Nettoergebnis lag bei minus 2,7 Mio EUR, nachdem im Vorjahresquartal noch 3,2 Mio EUR verdient worden waren. Analysten hatten mit einem Umsatz von 113 Mio EUR, einem EBIT von 2,0 Mio EUR und einem Nettoverlust von 0,9 Mio EUR gerechnet.

Auch in den Orderbüchern spürte Jenoptik die Krise: Der Auftragseingang schrumpfte um gut ein Fünftel auf 109,9 Mio EUR, der -bestand sank damit seit Jahresende um etwa 2,5% auf 384,8 Mio EUR. Vorstandsvorsitzender Michael Mertin sagte bei einer Telefonkonferenz, im Orderbestand seien gegen Ende des Auftaktquartals in fast allen Geschäftsbereichen Zeichen einer Bodenbildung zu spüren gewesen. Der schwache Auftragseingang im ersten Quartal dürfe daher nicht als Indikator für das Gesamtjahr verstanden werden.

Ursachen für den Umsatz- und Gewinnrückgang seien vor allem die schwache Nachfrage aus der Halbleiter- und Autoindustrie, die vor allem die Entwicklung der Segmente "Laser & Optische Systeme" sowie "Messtechnik" belastet hätten. Krisenfest habe sich einmal mehr das Segment "Verteidigung & Zivile Systeme" gezeigt, schreibt Jenoptik.

Auch im weiteren Jahresverlauf werden sich die verschiedenen Geschäftsfelder wohl unterschiedlich entwickeln: Während sich das Segment "Verteidigung & Zivile Systeme" sowie der Bereich "Verkehrssicherheit" voraussichtlich weiter als stabil erweisen werden, prognostiziert Jenoptik für die Sparten "Optische Systeme" und "Industrielle Messtechnik" deutlich sinkende Umsätze.

Auf Konzernebene rechnet das TecDAX-Unternehmen für 2009 weiter mit Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis. "Wir müssen uns zahlreichen Herausforderungen in Verbindung mit der Wirtschaftskrise stellen", sagte Vorstandsvorsitzender Michael Mertin. Dazu zählten erschwerte Absatzbedingungen sowie eine hohe Wettbewerbsintensität.

Operativ will Jenoptik in laufenden Geschäftsjahr aber schwarze Zahlen schreiben: "Aufgrund des stabilen Beitrags des Segmentes Verteidigung & Zivile Systeme sowie der Präsenz in verschiedenen Märkten geht das Jenoptik-Management weiterhin von einem positiven Konzern-Betriebsergebnis aus." Konkrete Prognosen für die Geschäftsjahre 2009 und 2010 sind aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage nach Unternehmensangaben zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

An den langfristigen Zielen hält Jenoptik fest, geht aber von einer "deutlichen Zeitverschiebung" bei deren Erreichung aus. Langfristig will das Unternehmen um 10% pro Jahr wachsen, den Beitrag kleinerer Zukäufe eingerechnet. Der Umsatz soll dann auf 1 Mrd EUR steigen und die EBIT-Marge schrittweise auf 9% bis 10%.

Um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise abzufedern, setzt der Optoelektronik-Konzern wie angekündigt den Rotstift an. Die Analysephase des umfassenden Effizienz- und Kostensenkungsprogramms sei abgeschlossen, die Umsetzung erster Maßnahmen starte im laufenden zweiten Quartal. Erste Effekte erwartet Jenoptik im zweiten Halbjahr 2009. Zum möglichen Einsparvolumen machte Vorstandsvorsitzender Mertin keine konkreten Angaben. Dazu sei es noch zu früh, sagte der Manager und verwies auf die Berichterstattung zum zweiten Quartal im August.

Unter anderem kündigten die Jenaer an, dass die Mitarbeiterzahl im Gesamtjahr 2009 sinken wird. Sollte sich die wirtschaftliche Situation verschlechtern, sind auch betriebsbedingte Kündigungen möglich. Per Ende 2008 beschäftigte Jenoptik 3.400 Mitarbeiter. Kurzarbeit hat Jenoptik bereits eingeführt: Ende März arbeiteten konzernweit in Deutschland rund 300 Mitarbeiter kurz. Im April 2009 kamen 107 Beschäftigte hinzu.

Aus dem Sparprogramm rechnet der Konzern mit Belastungen: Einmalaufwendungen infolge von Kostensenkungs- und Effizienzmaßnahmen seien möglich, hieß es in der Pressemitteilung zu den Erstquartalszahlen. Außerdem könnten im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise - etwa durch bei Kunden oder Lieferanten auftretende Finanzierungsengpässe oder Insolvenzen - Ergebnis belastende Einmaleffekte nicht ausgeschlossen werden.

Als uneinheitlich bezeichnet Analyst Thomas Wybierek von der Nord/LB die vorgelegten Quartalszahlen. Die Ergebnisseite habe etwas unter den Erwartungen gelegen, der Umsatz sei besser als die Prognosen ausgefallen. Negativ steche der Bereich Messtechnik hervor, während sich das Segment Verteidigung stärker als gedacht entwickelt habe. Die Verkehrstechnik präsentiere sich stabil, was insofern erfreulich sei, als dies in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen sei.

Die Jenoptik-Aktie verliert an der Frankfurter Börse am Mittag 0,8% und notiert bei 3,65 EUR.

Webseite: http://www.jenoptik.com - Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 111; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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