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27.07.2009

UPDATE2: Kontron verbucht im 2Q wie erwartet Gewinnrückgang

(NEU: Weitere Details, Aussagen Gehrmann, Analyst)

(NEU: Weitere Details, Aussagen Gehrmann, Analyst)

Von Nico Schmidt

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Kontron AG hat im zweiten Quartal erwartungsgemäß einen Umsatz- und Gewinnrückgang verbucht. Ein scharfer Sparkurs half dem TecDAX-Konzern jedoch, mit seinen am Montag vorgelegten Zahlen die Analystenschätzungen weitgehend zu erfüllen. Einen konkreten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2009 blieb der Anbieter von eingebetteten Rechnertechnologiesystemen trotz positiver Signale bei der Auftragssituation erneut schuldig.

Die Einnahmen des in Eching bei München ansässigen Unternehmens sanken im Zeitraum zwischen April und Juni auf 111 (Vorjahr 127) Mio EUR. Grund für den Umsatzrückgang waren die Wirtschaftskrise und Wechselkurseffekte. Insbesondere der Verfall einiger osteuropäische Währungen sowie des britischen Pfunds lasteten auf der Erlösentwicklung.

Bei den zentralen Gewinnkennziffern musste Kontron im Berichtszeitraum deutlich stärkere Einbußen hinnehmen als beim Umsatz: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrumpfte auf 8,0 (12,8) Mio EUR, nach Steuern verdiente das Unternehmen nur noch 5,5 (8,0) Mio EUR. Den Gewinnrückgang führt Kontron auf die Schwäche der konjunktursensiblen Märkte für industrielle Automation und Infotainment sowie die schneller und intensiver als geplante Umsetzung des Restrukturierungsprogramms zurück.

Durch die Sparmaßnahmen entstanden dem Unternehmen allerdings nicht nur Belastungen, der TecDAX-Unternehmen profitierte im zweiten Quartal bereits merklich von den Maßnahmen. Unter anderem durch den Abbau von 121 Stellen gelang es Kontron zum Ende des ersten Halbjahres, die Gesamtkosten um knapp 4 Mio EUR auf 51,0 Mio EUR zurückzufahren.

Im Zuge des langfristig ausgerichteten Kostensenkungsprogramms, das vor allem im zurückliegenden zweiten Quartal erste Früchte trug, will Kontron nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Gehrmann die Kosten bis 2010 nachhaltig um 15 Mio EUR unter das Niveau des Jahres 2008 zurückfahren. Dieses Ziel soll unter anderem durch die stärkere Produktionsverlagerung nach Asien sowie die Integration von kleinen in große Standorte erreicht werden. Je nachdem wie sich die Wirtschaft in den kommenden Wochen und Monaten entwickele, sei auch eine Ausweitung des Sparprogramms möglich, so Gehrmann.

In die Zukunft blickt der Anbieter von eingebetteten Rechnertechnologiesystemen angesichts nur leicht gesunkener Auftragseingänge optimistischer. Der Orderbestand lag per Ende Juni bei 301,4 Mio EUR und damit nur leicht unter dem Vorjahresniveau von 306,7 Mio EUR. Die so genannten Design Wins stiegen zum Ende des zweiten Quartals sogar deutlich um 30% auf 196,4 Mio EUR. Ein Design Win ist ein Auftrag zur Entwicklung eines konkreten Produkts bei anschließender Lieferung und gilt als wichtiger Indikator für die künftige operative Entwicklung des TecDAX-Konzerns.

Trotz dieser positiv stimmenden Nachrichten von der Auftragsfront, verzichtete Kontron am Montag erneut auf eine konkrete Prognose für 2009. Zwar sei kurzfristig keine Besserung der Weltkonjunktur zu erwarten. "Mit der breiten Branchendiversifikation, der Präsenz auf allen wichtigen Märkten sowie dem anhaltenden Outsourcing-Trend sieht der Kontron-Vorstand trotzdem beste Chancen, weiter profitabel im Markt zu bestehen und Marktanteile hinzuzugewinnen".

In diesem für Kontron "sehr schwierigen" Jahr, erwartet Gehrmann einen Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Ein Absacken der Einnahmen um rund 9% auf das Niveau von 2007, wo Kontron knapp 447 Mio EUR erlöste, hält er zwar für theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Im ersten Halbjahr 2009 lagen die Einnahmen des TecDAX-Konzerns bei 217,6 (232,6) Mio EUR, 2008 bei 496,9 Mio EUR.

Traditionell ist das zweite Halbjahr das deutlich umsatzstärkere des TecDAX-Konzerns. Angesichts dieser Tatsache und den ersten Positivwirkungen des Restrukturierungsprogramms erwartet der Manager im Zeitraum zwischen Juni und Dezember einen Gewinnanstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr. Zwischen Januar und Juni verdiente Kontron operativ 15,0 (21,5) Mio EUR und netto 10,6 (15,9) Mio EUR.

Bei Erreichen der mittelfristigen Ziele sieht sich der Anbieter von eingebetteten Rechnertechnologiesystemen dank des verschärften Restrukturierungsprogramms auf Kurs. Da die Maßnahmen zur Kostenreduzierung auf dem Weg seien, werde an den Ziel festgehalten, bis 2011 eine operative Marge (EBIT) von 12% zu erreichen, sagte Gehrmann.

Ein Händler bezeichnete die Zahlen von Kontron als erwartungsgemäß: "Das Zahlenwerk beinhaltet keine großen Überraschungen". Umsatz wie Ertrag lägen knapp unterhalb der Markterwartung, dagegen könne das Unternehmen beim Auftragsbestand und besonders bei den Design Wins punkten.

"Die Erwartungen auf niedrigem Niveau getroffen", kommentierte Adrian Pehl, Analyst bei equinet, die Zahlen. Klar sei nunmehr allerdings auch, dass das Unternehmen die gegenwärtigen Konsensschätzungen für das laufende Jahr wohl nicht mehr erreichen werde. Moniert wurde am Markt der weiterhin fehlende konkrete Ausblick. Im einem festeren TecDAX gewinnt die Kontron-Aktie am frühen Mittag 1,1% auf 8,34 EUR.

Im Gespräch mit Dow Jones Newswires erklärte Gehrmann, auch nach potenziellen Zukaufzielen Ausschau zu halten. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen werde der Konsolidierungsdruck zunehmen. Sollten sich "Lucky Buy"-Optionen ergeben - also günstige, strategisch sinnvolle Kaufgelegenheiten - sollen diese genutzt werden.

Webseite: http://de.kontron.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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