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06.03.2008

UPDATE2: Kontron verbündet sich mit taiwanischer Quanta Computer

(NEU: Aussagen CEO, Aktienkursentwicklung) Von Olaf Ridder und Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

(NEU: Aussagen CEO, Aktienkursentwicklung) Von Olaf Ridder und Alexander Becker DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Kontron AG hat ihre Suche nach einem größeren Produktionspartner beendet und gründet nun ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Quanta Computer Inc aus Taiwan. Dazu erwerbe der neue Partner aus Taipeh eine 21-prozentige Beteiligung an der Kontron Asia Inc, teilte der Hersteller des Kleincomputerherstellers aus Eching am Donnerstag mit. Mit der Kooperation will Kontron die Kosten senken und neue Märkte erschließen.

Anleger und Analysten begrüßten den Schritt. Nach Ansicht der Analysten von UniCredit stellt das Joint Venture von Kontron mit dem taiwanischen Unternehmen einen wichtigen Schritt dar, die Produktion von Volumenprodukten nach Asien zu verschieben. Der derzeitige Anteil von 60% werde sich auf über 75% erhöhen, heißt es. Kontron könne so seine Wettbewerbsposition deutlich stärken. UniCredit hat ein "Buy"-Rating auf die Kontron-Aktie mit einem Kursziel von 19,50 EUR.

Die Analysten der LBBW gehen davon aus, dass eine große Zahl an Modulen, die eher auf einer einfacheren technologischen Stufe stehen, in Asien günstiger produziert werden können. Dies dürfte die Erträge von Kontron positiv beeinflussen. LBBW stuft Kontron mit "Kaufen" und einem Kursziel von 18 EUR ein. Die Kontron-Aktie reagierte mit einem deutlichen Plus auf die Kooperation. In einem etwas schwächeren Markt legt das Papier bis gegen 15.47 Uhr um 3,6% auf 10,77 EUR zu. Am Mittag notierte die Aktie noch deutlicher mit 7,5% bei 11,17 EUR im Plus.

Kontron hatte Anfang Dezember angekündigt, das Asiengeschäft komplett neu zu ordnen. Neben einer Neuordnung des Vertriebs war die Suche nach einem "Multi-Milliarden-Unternehmen" aus der Consumer-Computer-Herstellung als Produktionspartner Kernbestandteil dieser Neuordnung.

Quanta Computer ist nach Darstellung von Kontron der größte Notebook-Hersteller der Welt. Für die Partnerschaft habe sich Kontron fünf bis sechs Kandidaten näher angeschaut, sagte der Kontron-Vorstandsvorsitzender Ulrich Gehrmann Dow Jones Newswires im Interview. "Quanta ist aber der Wunschkandidat gewesen."

Quanta wird sich im Zuge der Transaktion an der Kontron Asia direkt beteiligen. Die Tochter des TecDAX-Unternehmens ist die Produktionsorganisation der Kontron-Gruppe und führt insbesondere die Fabrik im malaysischen Penang. Die Anteile an der Kontron Asia Inc sollen börsenkursnah an Quanta verkauft werden. Mit einem Abschluss der Transaktion wird noch im Laufe dieses Monats gerechnet. Die Kontron AG behält die operative Führerschaft sowie die Stimmrechtsmehrheit.

Kontron will mit Hilfe der Partnerschaft vor allem die Herstellungskosten der so genannten Embedded Computern verbessern. Basis dafür sollen die Einkaufs- und Produktionskonditionen von Quanta sein. "Mit dem Quanta-Joint-Venture kann Kontron nun auch Stückzahlen von 100.000 Embedded-Computer-Systemen pro Jahr konkurrenzfähig anbieten", so Gehrmann. In dem stark wachsenden Markt für Embedded Computer nähmen die Volumina permanent zu.

"Der Bedarf nach größeren Volumina wächst", so Gehrmann. Nun könne sein Unternehmen auch in Märkten auftreten, in denen Kontron wegen seiner Kostenstruktur bislang nicht wettbewerbsfähig Produkte anbieten konnte. Als neue Geschäftsfelder seien nun etwa Embedded Computer für die Einlasskontrolle bei Gebäuden oder in Geldautomaten denkbar.

Entsprechend sei auch mittelfristig mit deutlich wachsenden Umsätzen bei Kontron zu rechnen. Allerdings werde Kontron unverändert das Hauptaugenmerk auf die Ertragsstärke legen, kündigte Gehrmann an. "Wir wollen nicht Umsatz um jeden Preis". Sein Unternehmen werde mögliche Design-Wins auch künftig kritisch nach Rentabilitätsgesichtspunkten prüfen. Ein Design-Win ist ein Auftrag zur Entwicklung eines konkreten Produkts und anschließender Lieferung.

Kontron will mit Hilfe der verbesserten Einkaufskonditionen und weiter verbesserten Produktionskosten die EBIT-Marge binnen drei Jahren um bis zu 2 Prozentpunkte steigern. Im laufenden Jahr seien hier allerdings frühestens Effekte im vierten Quartal zu erwarten, so Gehrmann.

In den nächsten Jahren will Kontron die Produktion dabei weiter nach Asien verlagern. So sollen 2010 sollen etwa 75% aller Embedded Computer von Kontron in dem Gemeinschaftsunternehmen produziert werden. Prozesse wie die Endfiguration sowie die Installation der Software werden allerdings weiter bei den europäischen und amerikanischen Kontron-Gesellschaften stattfinden. Detaillierte Zahlen für 2007 wird das Unternehmen am 26. März vorstellen.

Webseite: http://www.kontron.com - Von Olaf Ridder und Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30; industry.de@dowjones.com DJG/abe/rio/brb/kla

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