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03.02.2009

UPDATE2: Kuka lässt Prognose 2009 weiter vermissen

(NEU: Weitere Details, Markteinschätzung, Aktienkurs)

Von Markus Klausen

DOW JONES NEWSWIRES

AUGSBURG (Dow Jones)--Belastet von der Wirtschaftskrise und der Insolvenz eines US-Geschäftspartners hat die Kuka AG im vierten Quartal wie erwartet einen deutlichen Einbruch beim Gewinn erlitten. Dank eines stärkeren Geschäfts im Bereich Robotics erzielte der MDAX-Konzern aber noch ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen und Steuern und lag damit über der Konsensschätzung der Analysten. Umsatz und Auftragseingang blieben hingegen leicht unter den Erwartungen.

Eine konkrete Prognose für 2009 blieb das Unternehmen mit Verweis auf das unsichere Umfeld schuldig. Am Markt wurden die Informationen unterschiedlich bewertet. Ein Händler bezeichnete die Zahlen als "keinen Kurstreiber". Im Aktienkurs sei bereits viel Negatives eingepreist, positiv bewertete er das ausgeglichene EBIT.

Analysten gehen davon aus, dass das schwache Marktumfeld Kuka 2009 belasten wird. Im Mittagshandel notiert die Kuka-Aktie schwächer bei 9,40 EUR, das ist ein Minus von 1,05%.

Wie der Augsburger Roboterhersteller am Dienstag mitteilte, liegt das EBIT im Abschlussquartal bei 0,0 Mio EUR nach 21,3 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Damit liegt das Unternehmen über den Schätzungen der von Dow Jones Newswires befragten Analysten, die hier bereits mit einem Verlust von 3,1 Mio EUR gerechnet hatten.

Schlechter lief es für den Konzern im Schlussquartal beim Umsatz. Mit 342,1 Mio EUR lagen die Erlöse um 3,2% unter denen des Vorjahres. Die Auftragseingänge reduzierten sich noch stärker um 12,7% auf 251,3 Mio EUR. Analysten hatten hier mit 256 Mio EUR und mit Erlösen von 345 Mio EUR gerechnet.

Wegen der Insolvenz des US-Geschäftspartners Getrag hat der Geschäftsbereich Systems keine Zahlungen von dieser Gesellschaft erhalten. Der Einfluss dieses Zahlungsausfalls auf das EBIT betrug im Gesamtjahr 20,8 Mio EUR und sei vollständig im vierten Quartal 2008 verbucht worden.

Beim Auftragsbestand verbuchte Kuka per Ende Dezember mit 542,3 Mio EUR einen um 2,6% höheren Wert als noch vor einem Jahr. Bezogen auf das Gesamtjahr erreichte der Augsburger Konzern ein EBIT von 52,0 Mio EUR nach 70,4 Mio EUR im Jahr zuvor. Die EBIT-Marge liegt damit bei 4,1% (Vj 5,5%). Darin enthalten ist die Stornierung einer Lieferung von zwei Linien für die Getriebeherstellung an die Getrag USA, die im November die Eröffnung eines Gläubigerschutzverfahrens beantragt hat.

Ohne die Einmalbelastung von 20,8 Mio EUR würde das EBIT des Automatisierungs- und Roboterkonzerns 2008 bei 72,8 (70,4) Mio EUR und die EBIT-Marge bei 5,7% (5,5%) liegen. Auch der Umsatz würde auf bereinigter Basis den Wert des Vorjahres um 3,6% übersteigen, hieß es weiter.

Gegliedert nach Bereichen schlägt sich die Belastung aus der Insolvenz des Geschäftspartners im Segment Systems nieder. Wegen des Einmaleffekts rutschte Kuka hier auf EBIT-Ebene mit minus 5,0 (plus 12,9) Mio EUR in die Verlustzone. Auftragseingänge und Umsatzerlöse gingen auf 169,5 (175,6) Mio EUR bzw 222,0 (238,8) Mio EUR zurück.

Positiver lief es im Bereich Robotics, wo der Umsatz um 13,5% auf 129,6 Mio EUR kletterte. Die Auftragseingänge reduzierten sich allerdings unter anderem wegen vorgezogenen Auftragseingängen im Bereich Automotive in das dritte Quartal auf 89,2 Mio EUR nach 110,8 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Das EBIT stieg dagegen deutlich um 16,5% auf 12,0 Mio EUR.

Die bisherigen Maßnahmen, um auf das schwierige Umfeld zu reagieren, fallen bei Kuka bisher gering aus. So habe das Unternehmen bisher nicht "in der Breite" auf den Instrumentenkasten zurückgegriffen, der im Vorjahr eingerichtet wurde, um auf die Auswirkungen der Krise flexibel reagieren zu können. Aktuell plant das MDAX-Unternehmen trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds keine größeren personellen Einschnitte.

Eventuell könnte es Anpassungen bei den Zeitarbeitern geben. Es seien aber keine "Abbauwellen" zu erwarten, sagte der Vorstandsvorsitzende Horst J. Kayser während einer Telefonkonferenz. Aktuell sei zudem keine Kurzarbeit geplant.

Die Eigenkapitalsituation bei der Kuka AG hat sich etwas verschlechtert. Wie Finanzvorstand Matthias J. Rapp sagte, habe das Eigenkapitalniveau zum Jahresende leicht unter dem Vorjahreswert gelegen. Angesprochen auf bestehende Kreditlinien sagte Rapp, dass Kuka im geringen Umfang Finanzierungslinien "gezogen" habe. Das Unternehmen prüfe Möglichkeiten, sich bei der Finanzierung "Puffer" zu schaffen.

Analysten beurteilten den Geschäftsausweis unterdessen unterschiedlich. Kuka habe die Erwartungen mit dem EBIT im Quartal übertroffen, so die Analysten bei der Commerzbank Corporates & Marktes. Im Vergleich zu 2007 sei der Ordereingang aber um etwa 5% zurückgegangen und zudem leicht hinter den ursprünglichen Zielen des Unternehmens zurückgeblieben. Knapp verfehlt habe der Konzern mit seinem Geschäftsausweis die Erwartungen, resümieren die Analysten bei equinet. Sie rechnen damit, dass das schwache Marktumfeld weiter die Ergebnisse des Konzerns belasten wird. Als Hauptgrund machen sie eine niedrigere Kapazitätsauslastung aus. Aufgrund einer schwächer als erwartet ausgefallener Auftragseingänge in der Sparte Robotics prüfen die Analysten eine Senkung ihrer Prognosen.

Den Rückgang der EBIT-Marge auf 4,1% nach 5,5% im Vorjahr nannte ein Händler enttäuschend. Da Kuka stark von der Automobilbranche abhängig sei, überrasche der vorsichtige Ausblick kaum. Eine konkrete Prognose für 2009 blieb das Unternehmen schuldig. Erst am 12. März zur Bilanzpressekonferenz will Kuka eine Zielvorgabe nennen.Die Krise beeinflusse den Konzern 2009 "nachhaltig", hieß es. Um die Auswirkungen abzufedern und die F&E-Quote zu halten, bereite das Unternehmen "geeignete Maßnahmen" vor. Rationalisierungsinvestitionen "werden gerade in einer konjunkturellen Abschwungphase weiterhin eine wichtige Rolle spielen, um die Ertragslage der Unternehmen zu sichern".

Webseite: http://www.kuka.de/ - Von Markus Klausen, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 111, markus.klausen@dowjones.com DJG/kla/cbr Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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