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UPDATE2 Nokia-Aktie stürzt nach enttäuschenden Zahlen ab

22.04.2010
(NEU: weitere Marktreaktionen und Details)

(NEU: weitere Marktreaktionen und Details)

Von Gustav Sandstrom DOW JONES NEWSWIRES

HELSINKI (Dow Jones)--Der finnische Handyhersteller Nokia hat den Aktienmarkt am Donnerstag mit seinen Zahlen und dem Ausblick enttäuscht. Zwar konnte Nokia den Handyabsatz steigern, Marktanteil und durchschnittlicher Verkaufspreis gingen hingegen im Vergleich zum Vorquartal zurück. Die Aktie stürzt um rund 14% ab und notierte im Schlusshandel in Helsinki bei 9,68 EUR.

Im ersten Quartal 2010 erzielte Nokia bei einem auf 9,52 (9,27) Mrd EUR gestiegenen Umsatz einen Nettogewinn von 349 (122) Mio EUR. Der operative Gewinn der Nokia Oy legte auf 488 Mio von 55 Mio EUR zu. Analysten hatten im Mittel einen Nettogewinn von 370 Mio EUR und einen operativen Gewinn von 493 Mio EUR erwartet.

Profitieren konnte Nokia in den ersten drei Monaten 2010 von dem binnen Jahresfrist um 16% auf 107,8 Mio Stück gestiegenen Handyabsatz. Aber der nach Aussage von CEO Olli-Pekka Kallasvuo binnen Jahresfrist um über 50% gestiegene Smartphone-Absatz führte nicht zu höheren Durchschnittspreisen für die Nokia-Handys. Vielmehr sank der Durchschnittspreis auf 62 EUR von 66 EUR in der Vorjahresperiode und 64 EUR im vierten Quartal 2009.

Der Grund dafür ist auch der deutlich geringere Durchschnittspreis bei Smartphones. Hier verzeichneten die Finnen einen um 18% niedrigeren Preis von 155 EUR. Dagegen sei aber der Marktanteil in diesem Bereich im Jahresvergleich um 3 Prozentpunkte auf 41% gestiegen, so Nokia.

Auch insgesamt sei der Marktanteil zwar gestiegen, überzeugen konnte das Unternehmen aber nicht. Nokia konnte den Marktanteil im ersten Quartal 2010 auf Jahressicht auf 33% von 32% erhöhen, im vierten Quartal hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben allerdings noch einen Marktanteil von 35%. Nokia sehe sich weiterhin mit einem harten Wettbewerb im oberen Handy-Segment konfrontiert, sagte Kallasvuo.

Die Netzwerksparte Nokia Siemens Networks konnte im ersten Quartal den operativen Verlust auf 226 Mio EUR verringern. Im Vorjahreszeitraum hatte das Joint Venture mit der Münchener Siemens AG noch einen operativen Verlust von 361 Mio EUR ausgewiesen. Im Infrastruktur-Bereich herrschen laut Nokia-CEO Kallasvuo weiterhin herausfordernde Marktbedingungen.

Neben dem unter den Erwartungen liegenden Gewinn enttäuschte Nokia auch mit der gesenkten Prognose für die Handysparte "Devices & Services". Für die größte Sparte des Konzerns wird nun eine operative Marge von 11% bis 13% erwartet, nachdem die Prognose bislang bei 12% bis 14% gelegen hatte. Im ersten Quartal war die operative Marge der Sparte auf 12,5% nach 8,9% im Vorjahreszeitraum gestiegen. Analysten hatten lediglich eine operative Marge von 12% erwartet.

Analysten führen zur Erklärung des schwächer ausgefallenen Ergebnisses den deutlich härteren Weetbewerb im höher preisigen Marktsegment an. Besonders die Konkurrenten Apple und BlackBerry würden Nokia unter Druck setzen. So hatte Apple Anfang der Woche noch darüber berichtet, die Auslieferungen ihres iPhones in ihrem zweiten Geschäftsquartal mehr als verdoppelt zu haben.

Webseite: www.nokia.com - Von Gustav Sandstrom, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/has/bam/kla/cbr Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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