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30.08.2010

UPDATE2: OEP legt Übernahmeangebot für Smartrac vor

(NEU: Aussagen Smartrac-CEO, OEP-Sprecher, Aktienkurs)

(NEU: Aussagen Smartrac-CEO, OEP-Sprecher, Aktienkurs)

Von Hans Seidenstücker DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Private-Equity-Gesellschaft One Equity Partners (OEP) hat ein Übernahmeangebot für Smartrac vorgelegt und will damit größter Einzelaktionär des Funktechnologieherstellers werden. "Durch den Einstieg von OEP erhalten wir deutlich besseren Zugang zu Kapital", sagte Smartrac-CEO Christian Fischer am Montag zu Dow Jones Newswires. Mit OEP werde man einen starken Ankerinvestor haben, um das Unternehmen voranzubringen.

Bei rund 14,8 Mio Aktien bewertet die OEP-Offerte von 20 EUR je Aktie den Funktechnologiehersteller mit rund 297 Mio EUR. OEP wird zudem im Rahmen einer für Oktober geplanten 10-prozentigen Kapitalerhöhung sämtliche neue Smartrac-Aktien übernehmen. Bei der Kapitalerhöhung wird OEP 17,50 EUR je Aktie des Entwicklers und Produzenten von so genannten RFID-Transpondern, die unter anderem in Kreditkarten und ePassports eingesetzt werden, zahlen. Damit werden der Smartrac NV rund 25,9 Mio EUR frisches Kapital zufließen, wie das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam mitteilte.

"Wir wollen größter Einzelaktionär von Smartrac werden", sagte ein OEP-Sprecher zu Dow Jones Newswires. Man müsse abwarten, ob man mit dem vorgelegten Übernahmeangebot auch die Mehrheit an dem Unternehmen erhalten werde. OEP wolle am Wachstum des RFID-Marktes partizipieren, in dem Smartrac erstklassig aufgestellt sei, begründete der Sprecher den Einstieg. Es sei jedenfalls nicht das Ziel von OEP, Smartrac von der Börse zu nehmen. Das OEP-Angebot ist nicht an das Erreichen einer Mindestannahmeschwelle gebunden.

Der Smartrac-Webseite zufolge war Mitgründer Manfred Rietzler per 11. August mit 13,7% größter Aktionär des Unternehmens, gefolgt von BNP Paribas mit 11,3%. Smartrac erklärte, Vorstand und Aufsichtsrat unterstützten das Angebot. So werden die Mitglieder des Vorstands die Offerte mit rund 3,5% des Aktienkapitals annehmen. Darüber hinaus will Rietzler für weitere von ihm gehaltene 10,57% Aktien ein Pooling mit OEP vereinbaren. OEP soll abhängig vom Anteilsbesitz ein bis zwei Sitze im Aufsichtsrat einnehmen.

Fischer, der Smartrac auch weiterhin führen soll, begrüßte den Einstieg des Finanzinvestors. Ohne Absicherung durch OEP wäre der Mittelzufluss bei einer Kapitalerhöhung "deutlich geringer" gewesen, sagte der CEO. Per 30. Juni hatte Smartrac besicherte Schulden über 50,58 Mio EUR aufgenommen.

"Wir führen zurzeit das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte durch", begründete Fischer den Kapitalbedarf. Die Kapazitäten an den Smartrac-Hauptstandorten in Thailand, Malaysia, USA und Deutschland würden zurzeit um durchschnittlich 20% bis 25% ausgeweitet. "Der Markt wächst um 20% und es ist unser Anspruch schneller als der Markt zu wachsen", sagte Fischer.

Auch Zukäufe plant das TecDAX-Unternehmen. "Wir schauen uns sowohl nach Ergänzungen bei unserer regionalen Aufstellung als auch bei Technologien um", sagte Fischer. So seien Zukäufe interessant, um bestimmte Applikationen, über die Smartrac nicht selbst verfüge bzw die der Konzern nicht selbst entwickele, anbieten zu können. Zwar werde Smartrac nach dem Einstieg nicht sofort zukaufen, doch "in den kommenden 18 Monaten wird es mit Sicherheit zu einer Transaktion kommen", sagte Fischer.

Die Schwierigkeiten in Malaysia, die zum Austausch des verantwortlichen Managements geführt und die Ergebnisse belastet hatten, sind noch nicht behoben. "Wir wollen mit dem neuen Management bis Jahresende den operativen Break-Even schaffen. Das ist ein sportliches Ziel, aber es steht", sagte Fischer.

Positiver gestalte sich die Situation in den USA, wo Smartrac im vergangenen Jahr die Unterauslastung zu schaffen machte. "Bei der Kapazität haben wir Vollauslastung, die operative Performance wollen wir monatlich verbessern", sagte Fischer.

OEP gehört zur amerikanischen Bankengruppe JPMorgan Chase & Co. Die Beteiligungsgesellschaft verwaltet nach eigenen Angaben 8 Mrd USD. In Deutschland hält sie Anteile an der Süd-Chemie und am Holzverarbeiter Pfleiderer.

Die Smartrac-Aktie war am Freitag mit 17,09 EUR aus dem Börsentag gegangen. Im Handel zeigt man sich am Montag überrascht. "Damit konnte nicht gerechnet werden", sagte ein Marktteilnehmer. Unklar sei, ob andere Kaufinteressenten für Smartrac auftauchen könnten. Gegen 11.45 Uhr notierte die Smartrac-Aktie 15,6% höher bei 19,76 EUR.

Webseite: www.smartrac-group.com - Von Hans Seidenstücker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/has/kla

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