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20.05.2009

UPDATE2: Pfleiderer-Gewinn bricht wegen Wirtschaftskrise ein

(NEU: Details, Aussagen Telefonkonferenz, Aktienkurs)

(NEU: Details, Aussagen Telefonkonferenz, Aktienkurs)

Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Holzverarbeiter Pfleiderer hat im ersten Quartal 2009 die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen: Sowohl der Umsatz als auch die zentralen Gewinnkennziffern gaben zwischen Januar und März deutlich nach. Auf eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr verzichtete der im bayerischen Neumarkt ansässige MDAX-Konzern am Mittwoch erneut. Angesichts des schwierigen Wirtschaftsumfelds kündigte das Unternehmen an, unter Umständen den Rotstift stärker ansetzen zu müssen.

Der Umsatz der Pfleiderer AG sank aufgrund der Wirtschaftsflaute und negativer Wechselkurseffekte auf 358 (Vorjahr: 467,7) Mio EUR. Vor allem die erste Quartalshälfte war nach Pleiderer-Angaben von einer "sehr schwachen Nachfrage" gekennzeichnet.

Der operative Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) schrumpfte auf 52,7 (60,4) Mio EUR und nach Wertberichtigungen (EBIT) auf 23 (32,2) Mio EUR. Netto verdiente Pfleiderer noch 0,1 (5,3) Mio EUR. Der im Vergleich zum Umsatz unterproportionale Ergebnisrückgang resultierte nach Unternehmensangaben aus gesunkenen Rohstoffkosten sowie der Auflösung von Rückstellungen. Diese Einmaleffekte wirkten sich mit 8 Mio bis 10 Mio EUR positiv auf die Ergebniskennziffern aus.

Mit den vorgelegten Zahlen schnitt Pfleiderer auf Ertragsebene deutlich besser ab als erwartet: Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Konsens mit Einnahmen von 368 Mio EUR und einem EBITDA von 43 Mio EUR gerechnet. Das EBIT hatten die Experten bei 17 Mio EUR gesehen und den Nettoverlust bei 5 Mio EUR.

Hans H. Overdiek, Vorstandsvorsitzender der Pfleiderer AG, sagte: "Mit unserem Quartalsergebnis können wir mit Blick auf die Marktlage gerade noch zufrieden sein. Ohne die von uns frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und zur Reduktion der Kosten stünden wir heute deutlich schlechter da. Wir sind zuversichtlich, die Krise gut zu meistern und als einer der Gewinner hieraus hervorgehen zu können".

Zuversichtlich stimme, dass die Nachfrage im ersten Quartal seit dem Tief im Dezember 2008 wieder angezogen habe, sagte der Manager und sprach von "ersten Anzeichen einer Stabilisierung". So seien die Konzernumsätze auf Monatsbasis seit dem Tiefpunkt im Dezember 2008 bis März 2009 kontinuierlich gestiegen.

In einer Telefonkonferenz stellte Overdiek aber klar, es werde noch dauern, bis man von einer wirklichen Erholung sprechen könne. "Allerdings sehen wir noch keine nachhaltige Wende in unserem Geschäftsverlauf und stellen uns deshalb auf weitere Herausforderungen mit potenziellen Rückschlägen in den nächsten Quartalen ein". Bisher könne lediglich von einem kleinen Licht am Ende des Tunnels die Rede sein.

Nach dem deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang im Auftaktquartal verzichtete der Holzverarbeiter daher erneut auf einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr. Nach Aussage von Overdiek sind "belastbare und seriöse" Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Konkrete Planziele werde Pfleiderer erst dann ausgeben, wenn die Sichtweite größer sei.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftsflaute rechnet die Pfleiderer AG aber auch auf Gesamtjahressicht weiterhin mit einer schwierigen Entwicklung des Marktes. "In allen Segmenten wird mit Preis- und Mengenrückgängen gerechnet, die durch die gute relative Kostenposition über Marktanteilsgewinne teilweise ausgeglichen werden sollen". Sollte sich die Konjunktur aber so schwach entwickeln wie in den vergangenen Monaten, sei 2009 auf Aktienbasis ein Verlust nicht auszuschließen, so Overdiek.

Bereits auf der Bilanzpressekonferenz im März hatte Pfleiderer keinen konkreten Ausblick kommuniziert. Seinerzeit hatte es lediglich geheißen, das Unternehmen stelle sich auf ein schwieriges Jahr 2009 ein, weshalb der Fokus auf einem strikten Kosten- und Cashflowmanagement liege. Mit dem 2008 gestarteten Kostensenkungsprogramm sollen vor dem Hintergrund der Konjunkturkrise im laufenden Geschäftsjahr rund 80 Mio EUR eingespart werden.

"Wir werden weiterhin hart an der Kostenseite arbeiten", sagte Overdiek und stellte neuerliche Kapazitätsanpassungen in Aussicht, sollte sich die Lage nicht ändern. "Wir beobachten sehr genau, wie sich die Kapazitätsauslastung in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt". Aktuell sind lediglich 75% bis 85% der Kapazitäten des Holzverarbeiters ausgeschöpft. Auch Personalmaßnahmen und Werksschließungen liegen nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden künftig im Bereich des Möglichen. Eine Entscheidung hierüber sei Mitte des Jahres zu erwarten.

Am Markt werden die Quartalszahlen als überraschend gut eingestuft. "Vor allem überrascht, dass kein Verlust, sondern sogar ein leichter Gewinn erzielt werden konnte", sagt ein Händler. Pfleiderer hat laut Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe im ersten Quartal davon profitiert, angesichts der Absatzkrise frühzeitig Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen zu haben. "Pfleiderer kommt in der Krise besser voran als die Wettbewerber wie zum Beispiel die portugiesische Sonea", sagt der Analyst. Am Mittag profitiert die Pfleiderer-Aktie von den Quartalszahlen: Gegen 12.30 Uhr gewinnt das Papier 11,7% auf 5,55 EUR.

Webseite: http://www.pfleiderer.com/ -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires, +49 - (0)69 297 25 111; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/cbr Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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