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05.11.2009

UPDATE2: ProSiebenSat.1 hält an Einsparziel fest und scheut Prognose

(Neu: Aussagen von CEO und CFO aus Telefonkonferenz, weitere Details)

(Neu: Aussagen von CEO und CFO aus Telefonkonferenz, weitere Details)

Von Matthias Karpstein DOW JONES NEWSWIRES

UNTERFÖHRING (Dow Jones)--Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 hat zum Ende des dritten Quartals ihr Einsparziel für das Gesamtjahr zwar schon fast geschafft, nimmt aber dennoch von einer Anhebung der Sparsumme Abstand. "Wir werden die 200 Mio EUR Einsparung erreichen, aber es wäre fehl am Platze, dieses Ziel zu erhöhen", sagte Finanzvorstand Axel Salzmann am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Um 193,2 Mio EUR wurden die Kosten von Januar bis September bereits gesenkt, wie das Unternehmen am Mittwoch bei Vorlage der Drittquartalszahlen mitteilte.

Sparen muss die ProSiebenSat.1 Media AG, denn auf ihr lastet ein hoher Schuldenberg. Eine Nettofinanzverschuldung von 3,53 Mrd EUR drückt die Sendergruppe. Im abgelaufenen Quartal haben sich die Schulden sogar um 107 Mio EUR erhöht. Diesen Schuldenberg will der Medienkonzern vorwiegend mit dem freien Cashflow abtragen.

Eine Kapitalerhöhung, für die sich das Unternehmen auf der Hauptversammlung im Juni eine Vorratsermächtigung genehmigen ließ, sei "derzeit nicht geplant", sagte Salzmann und bestätigte damit frühere Aussagen des Unternehmens. "Aber wir schauen uns alle Optionen an, und eine Kapitalerhöhung ist eine davon", fügte er hinzu. Die beiden Finanzinvestoren Permira und Kohlberg Kravis & Roberts (KKR), die über eine Holding alle Stammaktien des Konzerns halten, hatten die Vorratsermächtigung zur Ausgabe einer Wandelanleihe von bis zu 1 Mrd EUR erteilt.

Eine konkrete Prognose über das Einsparziel hinaus wagt der Konzern auch im November für das Gesamtjahr noch nicht. "Aber der Oktober ist auf alle Fälle im Rahmen unserer Erwartungen verlaufen", erklärte Salzmann.

Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling bekräftigte seine Aussage von Ende Oktober, dass im vierten Quartal ein Aufwärtstrend zu verspüren sei. "Wir sehen im vierten Quartal in den meisten Regionen mehr Aktivitäten im Werbemarkt", erklärte Ebeling in der Telefonkonferenz.

Er will seine Sendergruppe mittelfristig unabhängiger vom volatilen Werbemarkt machen und mit Bezahlangeboten ein zweites Standbein schaffen. Ein baldiges Abschalten der großen Sender ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 für zahlungsunwillige Kunden sei zwar kein Thema, aber Ebeling will "in zwei bis drei Jahren mit Line-Extensions der großen Sender" als Bezahlsender starten. Mit den Pay-TV-Kanälen Kabel 1 Classics und Sat.1 Comedy hat der Konzern heute bereits zwei Angebote dieser Art im Programm.

Ebeling will mit seinen Bezahlsendern den Anteil der nicht-werbefinanzierten Umsätze bis 2013/14 auf 30% am Umsatz der gesamten Gruppe ausbauen. Derzeit erreicht ProSiebenSat.1 erst 15%. Mit seinen künftigen Pay-TV-Kanälen will sich Ebeling entweder an klar umrissene Zielgruppen "wie etwa moderne Frauen" wenden "oder auf Inhalte und Genres fokussieren".

Der Schwenk zum Bezahlfernsehen kommt bei ProSiebenSat.1 nicht nur angesichts der Probleme von Sky Deutschland überraschend, sondern auch wegen der Tatsache, dass ProSiebenSat.1 bereits mit einem Bezahlsender gescheitert ist. Der nordeuropäische Pay-TV-Kanal CMore wurde Ende 2008 verkauft. "CMore hat nicht funktioniert, deshalb mussten wir uns davon trennen. Das müssen wir bei den nächsten Investments besser machen", sagte Ebeling.

Derzeit versucht der Vorstandsvorsitzende, freie Werbeblöcke an kleine Unternehmen abzugeben und dafür an deren Umsatz beteiligt zu werden. Noch verbindet Ebeling damit keine großen Umsatzerwartungen, er will lediglich "die vorhandene Fläche besser verkaufen als zu rabattieren". In einer ersten Phase dürfen nun etwa kleinere Limonadenhersteller oder Pharmaunternehmen auf den Kanälen der Sendergruppe werben. Wie viel Umsatz damit zu erzielen ist, will Ebeling erst Mitte nächsten Jahres mitteilen.

Die Zahlen für das dritte Quartal zeigen allerdings, dass ProSiebenSat.1 derzeit jede Umsatzquelle brauchen kann. Der Umsatz schrumpfte auf 559,4 (Vorjahr: 646,5) Mio EUR. Bereinigt um den Verkauf der nordeuropäischen Bezahlsender-Sparte CMore ging der Umsatz noch um 7,9% oder 48,2 Mio EUR zurück.

Die anhaltende Flaute am Werbemarkt und der Schuldendienst brachten dem Konzern im dritten Quartal erneut einen Verlust ein. Mit 12,7 Mio EUR fiel der Fehlbetrag nach Minderheitsanteilen noch deutlicher aus als im Vorjahr. Von Juli bis September 2008 war ein Minus von 10,7 Mio EUR angefallen. In den ersten neun Monaten musste das Unternehmen allein 174,1 Mio EUR Zinsen zahlen.

Webseite: www.prosiebensat1.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires; +49 89 55214030, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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