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01.12.2008

UPDATE2: Qimonda will Partnersuche noch 2008 abschließen

(NEU: Weitere Aussagen von Sachsen) Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Qimonda AG macht nach eigenen Angaben in ihren Gesprächen mit verschiedenen strategischen Investoren und Finanzinvestoren Fortschritte und verschiebt deshalb die Veröffentlichung der Jahresbilanz bis Mitte Dezember. Der Speicherchiphersteller wolle bis zu diesem Zeitpunkt eine Ankündigung zur Partnersuche machen, sagte ein Sprecher des in München ansässigen Unternehmens am Montag.

(NEU: Weitere Aussagen von Sachsen) Von Philipp Grontzki DOW JONES NEWSWIRES MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Qimonda AG macht nach eigenen Angaben in ihren Gesprächen mit verschiedenen strategischen Investoren und Finanzinvestoren Fortschritte und verschiebt deshalb die Veröffentlichung der Jahresbilanz bis Mitte Dezember. Der Speicherchiphersteller wolle bis zu diesem Zeitpunkt eine Ankündigung zur Partnersuche machen, sagte ein Sprecher des in München ansässigen Unternehmens am Montag.

Qimonda gehe davon aus, dass sich eine der Möglichkeiten soweit konkretisiere, dass der Konzern sie in den kommenden Wochen mitteilen könne. Namen von Interessenten nannte der Konzern nicht. Da eine Transaktion Rückwirkungen auf die finanzielle Lage von Qimonda hätte, sei die Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2007/08 (30. September) verschoben worden. Ursprünglich wollte Qimonda ihre Jahreszahlen am Abend des Berichtstages vorlegen.

Allerdings warnte Qimonda, dass ihr in einem Worst-Case-Szenario im kommenden Kalenderjahr das Geld ausgehen könnte. Sollten sich aktuell verfolgte Initiativen nicht realisieren lassen und sollten keine anderen Lösungen umgesetzt werden können, seien Liquiditätsengpässe in Teilen des Konzerns bei einem weiter schwächeren Branchenumfeld und bei nicht greifenden Maßnahmen zur Senkung des Barmittelbedarfs im ersten Kalenderquartal 2009 möglich. Dies könne sich auf die Fähigkeit des Unternehmens auswirken, sein Geschäft weiter zu betreiben.

Qimonda steht zu 77,5% in Besitz der Infineon Technologies AG. Infineon hatte Qimonda im August 2006 an die New Yorker Börse gebracht, um sich auf die Produktion von Logikchips für Automobil-, Industrie- sowie Telekommunikationsunternehmen zu konzentrieren, und will ihren Anteil signifikant reduzieren. Die Speicherchiptochter hatte zuletzt unter dem anhaltenden Preisverfall in der Branche gelitten und Infineon hohe Verluste beschert.

Infineon-Vorstandssprecher Peter Bauer hatte Ende Oktober gesagt, dass sein Unternehmen mit mehreren Interessenten über eine Qimonda-Beteiligung verhandelt. Die für Infineon beste Lösung wäre es, wenn man sich von der gesamten Beteiligung trennen könnte, sagte Bauer damals.

Der Freistaat Sachsen, in dem Qimonda in Dresden rund 3.200 Personen inklusive Leiharbeiter beschäftigt, prüft derzeit, ob er Qimonda unterstützen könnte. Ein Beratergremiun prüft aktuell die Stellung des Unternehmens und seine Wirtschaftlichkeit auf dem internationalen Markt. Diese Prüfung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

"In erster Linie muss das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht werden", sagte eine Sprecherin des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit am Montag. "Erst dann kann man darüber reden, ob überhaupt und in welchem Umfang staatliche Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Erst dann kann auch über die Mittel geredet werden". Hier stehe das gesamte Instrumentarium zur Verfügung, sagte sie. Zu diesem zählten etwa Bürgschaften oder Darlehen.

Qimonda hatte Mitte Oktober ein umfassendes globales Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm angekündigt und will das Geschäft mit Speicherchips für PCs drastisch reduzieren. Ziel ist eine Neupositionierung im Markt und eine damit einhergehende Effizienzsteigerung. Von den Maßnahmen, die ab Mitte 2009 zu rund 450 Mio EUR an jährlichen Einsparungen führen sollen, sind etwa 3.000 Mitarbeiter betroffen. Die Stellenstreichungen verteilen sich dabei jeweils zur Hälfte auf Nordamerika und Deutschland.

Als Teil der Neuausrichtung hat Qimonda auch die Beteiligung von 35,6% an der Inotera Memories in Taiwan an den US-Wettbewerber Micron für 400 Mio USD verkauft. Insgesamt wird Qimonda ihre Kapazität durch die Schritte um 40% senken.

"Wir konzentrieren uns darauf, mit unserem globalen Umstrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm den Barmittelabfluss zu reduzieren und arbeiten auch weiterhin an der Realisierung der angestrebten Partnerschaften und an weiteren Finanzierungsmöglichkeiten", erklärte Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender von Qimonda, am Montag. "Unser Plan zur Neupositionierung kommt gut voran und wir haben eine grundsätzliche Einigung mit den Arbeitnehmervertretern hier in Deutschland erzielt".

Qimonda rechnet für das vierte Geschäftsquartal per Ende September mit einem Nettoumsatz von 476 Mio EUR, was einem Plus von 24% gegenüber dem dritten Quartal entspreche. Betriebsverlust und Konzernfehlbetrag würden aber höher ausfallen als im Vorquartal. Qimonda begründete dies unter anderem mit einer Abschreibung in Zusammenhang mit dem Verkauf der Inotera-Beteiligung. Die Brutto-Cash-Position lag am 30. September laut Qimonda bei 432 Mio EUR, nach 630 Mio EUR am Ende des Vorquartals.

Webseiten: http://www.infineon.com http://www.qimonda.com -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/jhe

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.