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13.11.2008

UPDATE2: Siemens bestätigt Ausblick 2008/09 und hält Dividende

(NEU: Analyst, Aktienkurs)

(NEU: Analyst, Aktienkurs)

Von Philipp Grontzki

DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Trotz eingetrübter Konjunktur hält die Siemens AG an ihrem Ausblick für das neue Geschäftsjahr fest, äußerte sich bei Vorlage der Jahresbilanz 2007/08 aber vorsichtiger als zuletzt. Das Ergebnisziel für 2008/09 sei ehrgeiziger geworden, räumte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher am Donnerstag in München ein. Im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres war das Ergebnis von Siemens wie erwartet von Sonderkosten in Milliardenhöhe belastet. Die Dividende für 2007/08 soll mit 1,60 EUR je Aktie auf dem Vorjahresniveau liegen.

"Trotz zunehmender konjunktureller Widrigkeiten halten wir an unserem Wachstumsziel fest", sagte Löscher. "Es ist sicher ambitionierter geworden, unsere Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2009 zu erreichen. Doch sie bleibt bestehen". Löscher sagte, man werde die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft quartalsweise bewerten.

Der Münchener DAX-Konzern rechnet für das Geschäftsjahr bis Ende September 2009 mit einem operativen Ergebnis zwischen 8 Mrd und 8,5 Mrd EUR im Kerngeschäft. Neben dieser Zielvorgabe für die Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik will das Unternehmen beim Konzernumsatz doppelt so schnell wachsen wie die globale Wirtschaft. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten soll insgesamt stärker zulegen als das operative Sektorenergebnis. Der Ausblick berücksichtigt weder etwaige Restrukturierungskosten noch mögliche Belastungen, die aus rechtlichen und regulatorischen Themen entstehen könnten.

Als ehrgeizig werteten auch Analysten die Bestätigung. Siemens könnte ein Risiko eingegangen sein, urteilte Andreas Willi von JP Morgan: Eine Rücknahme der Prognose zum jetzigen Zeitpunkt wäre aus seiner Sicht keine Überraschung gewesen.

Im vierten Quartal per Ende September stieg der Auftragseingang des DAX-Konzerns um 4% auf 22,21 Mrd EUR. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 21 Mrd EUR gerechnet. Mit einem Auftragsbestand von etwa 85 Mrd EUR startete Siemens ins neue Jahr. Löscher sagte am Donnerstag, Siemens rechne im laufenden Geschäftsjahr aufgrund des konjunkturellen Umfelds mit abflachenden Wachstumsraten beim Auftragseingang und in der Folge auch beim Umsatz.

Unter dem Strich verzeichnete Siemens im Schlussquartal aufgrund von Sonderkosten einen Nettoverlust von 2,47 Mrd EUR, nach einem Minus von 155 Mio EUR im Vorjahr. Das operative Ergebnis der Sektoren erreichte 1,49 (Vorjahr: 1,99) Mrd EUR, beinhaltete aber Restrukturierungskosten von 325 Mio EUR. Analysten hatten ein Sektorenergebnis von 1,84 Mrd EUR erwartet.

Von den erwähnten Restrukturierungskosten entfallen 151 Mio EUR auf die Zug- und Verkehrstechniksparte Mobility und der Rest auf den Medizintechnik-Bereich. Die Division Fossil Power Generation verzeichnete Belastungen aufgrund des Olkiluoto-Kernkraftwerksprojekt in Finnland, bei dessen Bau Siemens engagiert ist und dessen Start sich nach früheren Aussagen des Energieunternehmens Teollisuuden Voima Oyj (TVO) weiter verzögern könnte.

Insgesamt schlugen angekündigte Sonderposten im vierten Quartal mit knapp 4 Mrd EUR zu Buche. Siemens hatte bereits Ende September erklärt, Aufwendungen von bis zu etwa 3 Mrd EUR als Folge von Restrukturierungen und Reorganisation zu erwarten, die mehrheitlich im vierten Quartal gebucht werden sollten. Der Hauptteil der Belastungen kommt aus dem Verkauf des Geschäfts mit Telekommunikationslösungen für Unternehmen sowie aus einem Programm zur Senkung der Verwaltungskosten.

In der vergangenen Woche kündigte der Konzern außerdem eine Rückstellung von rund 1 Mrd EUR für Vergleichszahlungen in Deutschland und den USA noch im Jahresabschluss 2007/08 an. Das Unternehmen sieht sich derzeit in mehreren Ländern mit Ermittlungen wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen von Siemens-Mitarbeitern konfrontiert und sucht nach einvernehmlichen Lösungen.

Siemens hatte Mitte Juli angekündigt, weltweit rund 16.750 Arbeitsplätze abbauen zu wollen, davon 12.600 im Rahmen des Programms zur Senkung der Verwaltungs- und Vertriebskosten.

Die Siemens-Aktie notierte gegen 14.09 Uhr in einem etwas leichteren Börsenumfeld mit 2,2% im Plus bei 40,97 EUR.

Webseite: http://www.siemens.com/ - Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/phg/rio/kla

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