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26.04.2007

UPDATE2: Siemens setzt sich anspruchsvolle neue Ziele

(NEU: Aktienkursentwicklung, Analysteneinschätzungen, Hintergrund, Details)

Von Alexander Becker

Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG hat sich für die Zukunft neue Ziele gesetzt und ein neues Effizienzsteigerungsprogramm aufgelegt. Dabei will sich das Unternehmen künftig auf Konzernebene an den Kennziffern ROCE (Return on Capital Employed) und Cash Conversion Rate (CCR) messen lassen. Zudem hob das Unternehmen auf seiner Halbjahrespressekonferenz in München für neun von elf Sparten die Margenziele an. Analysten bezeichneten die neuen Ziele als anspruchsvoll. Die Aktie reagierte nach einem wechselvollen Kursverlauf am Vormittag mit einem Kursplus auf die neuen Margenziele.

Nachdem die Aktie mit einem Minus von 1% in den Handel gestartet war, drehte der Aktienkurs im frühen Handel ins Plus und baute die Gewinne weiter aus. In einem festeren Gesamtmarkt notierte das Papier um 11.00 Uhr MESZ 2% im Plus bei 90,14 EUR.

Die deutlichen Kursschwankungen sind für den Analysten Michael Bahlmann von M.M. Warburg ein Zeichen der großen Unsicherheit, die am Markt herrsche. Es gebe bei Siemens wichtige Dinge auf der Plus- und auf der Minusseite, die ihn seine bisherige Einstufung "Hold" mit Ziel 98 EUR überprüfen ließen. "Heute Morgen bestimmte den Kurs noch die Entscheidung von CEO Kleinfeld, den Vertrag nicht zu verlängern. Jetzt ist es der neue Unternehmensplan."

Die Zwischenbilanz zum zweiten Quartal sei "ziemlich gut" ausgefallen und setze zudem auf ein "gutes" erstes Geschäftsquartal auf. Zugleich verzeichne Siemens hohe Auftragseingänge. Seine Gewinnerwartungen werde er deshalb erhöhen. Die anspruchsvolle Anhebung der Margenziele sei vom Markt teilweise erwartet worden.

Dem gegenüber stehe die Entscheidung von Klaus Kleinfeld, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Sie berge die Unsicherheit, dass es zu einem Machtvakuum komme. Positiv wertet er den Hinweis des Finanzvorstands Josef Kaeser, dass er für Kontinuität stehe. Das sei ein Bekenntnis, dass er nicht zurücktreten werde.

Siemens hatte zuvor angekündigt, mit dem neuen mittelfristigen Zielen des "Fit for 2010"-Programms die Wettbewerbsfähigkeit und den Unternehmenswert weiter steigern zu wollen. "Auf Konzernebene setzt sich das Unternehmen klare Rendite- und Cashziele und bekräftigt die Maßgabe, pro Jahr doppelt so schnell wie die Weltwirtschaft zu wachsen", so Siemens.

Mit der neu eingeführten Konzernrendite-Kennziffer ROCE wolle Siemens zeigen, in wie weit das im Unternehmen investierte Kapital wettbewerbsfähig verzinst wird. Der ROCE bei Siemens errechne sich als Quotient vom Nachsteuerergebnis vor Fremdkapitalzinsen und eingesetztem Kapital. Hier strebt das Unternehmen bis zum Jahr 2010 einen Zielwert von 14% bis 16% an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 hatte diese ROCE für die fortgeführten Geschäftsaktivitäten bei 10% gelegen.

Als Zielgröße für den Konzern-Cash-Flow dient den Angaben zufolge künftig die Cash Conversion Rate (CCR). Diese gibt bei Siemens das Verhältnis von des Free-Cash-Flow zum Nachsteuergewinn an. Siemens wolle hier künftig eine Rate von mindestens 1 abzüglich seiner Wachstumsrate erzielen. 2005/06 lag die CCR bei 0,64.

Analysten hatten im Vorfeld der Halbjahreszahlen die Festlegung der Rendite- und Cash-Kennziffern für den Konzern als einen der wichtigsten Punkte der neuen Margenziele in den Blickpunkt gerückt. Sie hatten vor allem Kennziffern wie die ROCE und eine Kennziffer für den Cash-Flow gefordert.

Bislang hatte das Unternehmen lediglich individuelle Renditevorgaben für die einzelnen Bereiche ausgegeben. Diese Ziele erreichte das Unternehmen im zweiten Quartal und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Kleinfeld hatte das Erreichen der individuellen Margenziele zum Ende des zweiten Quartals 2006/07 bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren als Maßgabe für alle Sparten ausgegeben.

Nun setzte das Unternehmen den einzelnen Sparten neue Vorgaben. Lediglich die Sparten Transportation Systems (TS) und Siemens Buldings Technologies (SBT) blieben die Margenziele mit 5% bis 7% bzw 7% bis 9% unverändert.

In den zuletzt wachstumsstärksten Sparten Automation & Drives (A&D) und der Medizintechniksparte hob Siemens sowohl das untere als auch das obere Ende der Prognosenspanne an. In der nach Umsatz stärksten Sparte A&D liegt die Zielmarge nun bei 12% bis 15% (zuvor 11% bis 13%). In der Medizintechnik setzte die Vorgabe auf 13% bis 15% (zuvor 11% bis 13%) hoch. Beide Sparten gehören zu den Siemens definierten wichtigsten Wachstumsfeldern des Unternehmens.

Bei der Festlegung der neuen Ziele seien unter anderem die Geschäftsstrategie des Bereichs sowie die Entwicklung der wichtigsten vergleichbaren Wettbewerber berücksichtigt worden.

Am Dienstagabend hatte Siemens bereits Konzernzahlen vorgelegt, die deutlich über den Konsensschätzungen der Analysten lagen. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 10% auf 20,626 Mrd EUR zu und der Auftragseingang um 9% auf 23,469 Mrd EUR. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten hier lediglich mit einem Zuwachs um 5% bzw 6% gerechnet.

Noch deutlicher über den Erwartungen fiel die Ergebnisseite aus. Das Ergebnis der Bereiche, in dem Siemens das operative Geschäft abbildet, stieg um 49% auf 1,964 Mrd EUR. Hier hatte die Konsensprognose lediglich auf ein Plus von 31% gelautet. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten wuchs den Angaben zufolge um 56% auf 1,396 Mrd EUR oder 1,44 EUR. Das berichtete Nettoergebnis stieg um 36% auf 1,259 Mrd EUR und lag damit über der Analystenschätzung von 22%.

Webseite: http://www.siemens.de

- Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 505

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