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21.11.2007

UPDATE2: T-Mobile bekommt beim iPhone Konkurrenz

21.11.2007
(NEU: debitel, Analystenkommentar, mögliche Folgen für Apple) Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

(NEU: debitel, Analystenkommentar, mögliche Folgen für Apple) Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Mit dem vorläufigen Ende der iPhone-Exklusivität muss sich T-Mobile auf Konkurrenz bei dem Lifestyle-Handy einstellen. Der Wettbewerber debitel kündigte umgehend am Mittwoch ein eigenes Tarifangebot an, sofern dies technisch machbar ist. Zuvor hatte T-Mobile auf richterliche Anordnung hin erklärt, das kultige Multimediagerät in Deutschland vorerst auch ohne Tarifvertrag und Sperre für andere Netze zu vertreiben. Experten sehen deswegen keine gravierenden Folgen für die Telekom-Tochter. Jedoch könnte der Rechtsstreit für den Hersteller Apple das Aus seiner lukrativen Exklusivverträge bedeuten.

Eine Sprecherin von debitel sagte Dow Jones Newswires, wenn die Aufhebung der Netz-Sperre (SIM-Lock) tatsächlich funktioniere, werde man mit einem eigenen Tarif für das iPhone an den Markt gehen. Das Stuttgarter Unternehmen ist gemessen an der Kundenzahl der drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter nach T-Mobile und Vodafone. Allerdings hat es kein eigenes Netz, sondern nutzt fremde Infrastruktur. debitel hatte sich wegen der Vertriebskonditionen bei der Bundesnetzagentur beschwert.

Mit dem veränderten Angebot kommt T-Mobile nun den Auflagen des Landgerichts Hamburg nach. Die neuen Konditionen gelten nach Angaben des Bonner Unternehmens bis zur rechtlichen Klärung des Streitfalls. Der Gerichtstermin werde in ein bis zwei Wochen erwartet, sagte ein Firmensprecher. Bis Ende dieser Woche werde T-Mobile Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen, die das Gericht am Montag auf Antrag von Vodafone zugestellt hatte.

T-Mobile gehe davon aus, dass das bisherige Vertriebsmodell rechtmäßig sei und vor Gericht Bestand haben werde, sagte der Sprecher weiter. Sollten die Richter dennoch zu einer anderen Auffassung gelangen, müsse man sehen, ob das von Apple konzipierte Modell noch sinnvoll sei. Einstweilen bietet T-Mobile das iPhone nun auch ohne Vertragsbindung zum Preis von 999 EUR an - das sind 600 EUR mehr, als das Telefon in der Koppelung mit einem Zweijahresvertrag bei T-Mobile kostet.

Die Analystin Heike Pauls von der Commerzbank meinte, von den Kosten her laufe es für einen Kunden, der das teurere Handy kaufe und den Tarif eines anderen Anbieters nutze, aufs Gleiche hinaus. Daher glaube sie nicht, dass T-Mobile nun drastisch weniger Kunden gewinne. Nutzer und Umsatzzahlen seien aber zunächst ohnehin weniger relevant, da das iPhone für T-Mobile vor allem ein Imagefaktor sei.

Von Vodafone gab es zunächst keine Stellungnahme zu der geänderten Vertriebspraxis des Konkurrenten. Der zweitgrößte deutsche Netzbetreiber kritisiert neben den bisherigen Konditionen auch die mit Apple vereinbarte Umsatzbeteiligung an den Monatsgebühren für das iPhone. Er befürchtet, dass dieses Geschäftsmodell Schule machen könnte und auch andere Gerätehersteller dazu übergehen könnten.

Mit dem Rechtsstreit um die Exklusivvermarktung steht möglicherweise auch das gesamte Geschäftsmodell von Apple für das iPhone in Frage. Eine entsperrte Version könnte nach Einschätzung der Marktforscher von Gartner Group generell das Aus für die lukrativen Exklusivverträge bedeuten. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino müsse seine Geschäftsstrategie möglicherweise früher überdenken als erwartet, sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi.

Apple hatte bereits vor kurzem in einer Pflichtmitteilung gewarnt, eine Auflösung der Lizenzvereinbarungen und die dadurch entfallenden Zahlungen könnten die künftige Finanzlage und das Betriebsergebnis beeinträchtigen. Der Erfolg des iPhones ist für die Markenentwicklung von Apple von zentraler Bedeutung und hat unter anderem Auswirkungen auf den Verkauf der Mac-Computer und iPod-Musikspieler.

Webseiten: http://www.t-mobile.de http://www.vodafone.de http://www.apple.com http://www.gartner.com -Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213, TMT.de@dowjones.com (Ben Charny und Aude Lagorce haben an diesem Artikel mitgewirkt) DJG/stm/brb

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