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29.07.2009

UPDATE2: Vossloh senkt Umsatzerwartung und hält Gewinnprognose

(NEU: Weitere Details, aktualisierter Aktienkurs, weitere Markteinschätzung)

(NEU: Weitere Details, aktualisierter Aktienkurs, weitere Markteinschätzung)

Von Markus Klausen DOW JONES NEWSWIRES

WERDOHL (Dow Jones)--Der Bahntechnikkonzern Vossloh AG hat im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis entgegen den Analystenprognosen leicht gesteigert. Wegen der Investitionszurückhaltung privat finanzierter Kunden zeigte sich der MDAX-Konzern allerdings für 2009 etwas pessimistischer als bisher. Vossloh bekräftigte am Mittwoch die Ergebnisprognose, nahm die Umsatzprognose allerdings zurück. An den Planzahlen für 2010 hält Vossloh fest.

Am Aktienmarkt werden die Aussagen unterschiedlich aufgenommen. Analysten bewerten das Zahlenwerk und den Ausblick überwiegend positiv, während andere Marktteilnehmer den Ausweis uneinheitlich bewerten und auf den gesenkten Umsatzausblick verweisen. Nach deutlicheren Verlusten zum Handelsstart notiert die Aktie im frühen Mittagshandel mit einem leichten Abschlag von 1,5% bei 82,21 EUR.

In den ersten sechs Monaten steigerte das Unternehmen aus Werdohl das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 2,4% auf 67,8 Mio EUR und den Umsatz um 1,4% auf 599 Mio EUR. Analysten hatten mit einem EBIT von 65 Mio EUR und Umsätzen von 590 Mio EUR gerechnet.

Auf Erlösseite habe Vossloh von einer positiven Entwicklung im Bereich Motive Power & Components profitiert, in dem Lokomotiven und elektrische Komponenten produziert werden. Bei Betrachtung der Regionen habe sich erneut das Geschäft in Asien stark entwickelt. In Nord- und Mittelamerika habe der Konzern dagegen deutliche Einbußen hinnehmen müssen.

"Wir konnten das Geschäft im ersten Halbjahr 2009 geringfügig ausweiten, obwohl der Vorjahreszeitraum sehr stark war", erklärte Vorstandssprecher Werner Andree die Entwicklung der ersten sechs Monate. "Dass das Wachstum insgesamt nicht unseren Erwartungen entsprach, lag an der Investitionszurückhaltung privat finanzierter Kunden und nicht zuletzt an ungünstigeren Umrechnungskursen für Umsätze in US-Dollar und angelehnten Währungen."

Andree sieht das Unternehmen aus dem Sauerland aber nach wie vor "gut aufgestellt". Das liege auch an dem gestiegenen Auftragsbestand, der per Ende Juni bei 1,23 Mrd EUR (+1,6%) lag. Noch stärker kletterte der Auftragseingang mit 3,8% auf 705,5 Mio EUR.

Für das Gesamtjahr rechnet Vossloh wegen der Investitionszurückhaltung privat finanzierter Kunden und nachteiliger Wechselkurseffekte mit weniger Umsatz als bisher. Gerechnet wird mit Erlösen auf Vorjahresniveau von 1,2 Mrd EUR, bisher hatte das Unternehmen 1,291 Mrd EUR in Aussicht gestellt.

Die EBIT-Prognose von 138 Mio EUR habe dagegen wegen der bisherigen Ergebnisentwicklung und günstigen Materialpreisen ebenso Bestand wie der Ausblick für den Konzernüberschuss von 86 Mio EUR. Für 2010 sieht der Konzern wie bisher ein EBIT von 151 Mio EUR und Erlöse von 1,37 Mrd EUR.

Analysten bewerteten die Geschäftszahlen des Bahntechnikkonzerns überwiegend positiv. "Die Profitabilität ist hoch", sagte Holger Schmidt, Analyst von equinet. Das Ergebnis sei besser ausgefallen als erwartet. Die gesenkte Guidance für den Umsatz sollten Anleger nicht überbewerten, so der Analyst. Denn bei Vossloh verschiebe sich der Produkt-Mix hin zu höhermargigen Gütern wie Schienenbefestigungssystemen und Electrical Systems. Umsatzstarke, aber margenschwächere Bereiche wie Weichen gerieten momentan etwas in den Hintergrund. "Der etwas niedrigere Umsatzausblick hat sich damit schon angedeutet", sagte der Analyst.

Andere Händler beurteilten die Zahlen uneinheitlich. Negativ sei die gesenkte Umsatzprognose, die jedoch durch die bestätigte Ergebnisprognose wieder aufgewogen werde. "Sogar der Ausblick bis 2010 wurde bestätigt, obwohl ich mich frage, wie man unter den aktuellen Bedingungen so weit sehen kann", sagte ein Händler.

Webseite: www.vossloh.com - Von Markus Klausen, Dow Jones Newswires, +49-6929725-110 unternehmen.de@dowjones.com DJG/kla/smh

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