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09.11.2006

Webshops zur Miete

Der Regensburger E-Business-Spezialist Electronic Sales errichtet Webshops für IT-Fachhändler ohne eigene Internetpräsenz. Überraschenderweise berichtet Firmengründer Martin Pfisterer aber von einer weiteren Klientel: unzufriedene Betreiber bestehender Onlineshops.

Von Alexander Roth

Ungewöhnlich, wenn einer ein so klares Bild von seinem potenziellen Kundenkreis hat. Martin Pfisterer, Unternehmensleiter und Gründer des Regensburger E-Business-Spezialisten Electronic Sales, bietet IT-Fachhändlern vorgefertigte, aber zugleich individualisierbare B2B- und B2C-Online-Shops an. Und er weiß genau, an wen er sich wenden muss: Von den insgesamt rund 30.000 in Deutschland eingetragenen Fachhändlern gibt es laut Pfisterer zirka 5.000 Unternehmen, die einen Webshop betreiben könnten, aber nur knapp 1.500, die es auch praktisch tun - beispielweise über einen Distributor oder den Hauptwettbewerber A Eins.

Sein eigenes Unternehmen (www.electronicsales.de), das übrigens auch die Fachhändler-Direktshops von Actebis Peacock erstellt, bedient selbst insgesamt rund 300 Firmen mit seiner Lösung "ES-Shop"; Referenzkunden sind unter anderem der IT-Händler PC King, die Systemhausgruppe Compass, die Comline AG sowie der "Superstore" der Bit Informationssysteme GmbH, der im vergangenen Jahr sogar den Landespreis Rheinland-Pfalz für den besten Webauftritt im Bereich "Handel und Dienstleistungen" einheimste.

"Selbst gestrickt" und dann verzweifelt

Überraschenderweise sind es nicht die Händler, die (noch) keinen Onlineshop betreiben, bei denen der ehemalige Ingram-Micro-Mitarbeiter das größere Kundenpotenzial sieht: "Viele Wiederverkäufer haben sich eigene Webshops zusammengestrickt, ohne im Anschluss zu merken, wie viel Aufwand eine moderne und einwandfrei funktionierende Internetpräsenz auf Dauer mit sich bringt. Solche Händler kommen - oftmals der Verzweiflung nahe - sogar von alleine auf uns zu." Was langfristig zum großen Ansturm werden könnte: Pfisterer geht davon aus, dass etwa zwei Drittel aller Webshop-Betreiber mit ihrer aktuellen Lösung unzufrieden sind, eine Zahl, die auch der Marktanalyst und Branchenverband Bitkom kürzlich veröffentlichte.

Was macht ihn so sicher, dass die Kunden bei Electronic Sales zufriedener sind? "Prinzipiell bieten wir unsere Lösung, egal ob als Endkunden- oder als B2B-Shop, zur Miete an, was hohe Anschaffungskosten vermeidet und zudem Flexibilität verspricht", so Pfisterer.

Neben klassischen Hosting-Dienstleistungen wie Server-Ausfallsicherheit und 24/7-Support offeriere Electronic Sales seinen Kunden ein Leistungsspektrum, das das Team um Pfisterer speziell auf die Anforderungen von IT-Händlern zugeschnitten haben will.

Distributorenanbindung möglich

Grundlegend bietet der Dienstleister seinen ES-Shop in verschiedenen vorgefertigten Varianten an, die sich im Design an bestehende Unternehmensauftritte anpassen lassen. Bereit hält die Lösung Import- und zugleich Bestell-Schnittstellen für die Datensätze von Distributoren. Dabei macht es allerdings nur Sinn, einen einzigen Distributor an die Lösung anzubinden, da der ES-Shop identische Produkte nicht auseinanderhalten kann. Wer im Shop auf Produktdaten mehrerer Lieferanten zurückgreifen möchte, um diese beispielsweise nach dem jeweils günstigsten Preis erscheinen zu lassen, der muss mit Adfontes eine Partnerschaft (ab etwa 70 Euro pro Monat) eingehen: Der Dienstleister und Technikpartner von Electronic Sales sammelt die Produktdaten aller namhaften Distributoren und bereitet sie für den Abgleich auf.

Ob mit oder ohne Hilfe von Adfontes: Alle Betreiber können im ES-Shop individuelle Margen bestimmen, Produktverzeichnisse anlegen, die Angebote mit mehreren Bildern versehen sowie im Shop selbst zusätzliche Dienstleistungen anbieten.

Häufig haben Webshop-Betreiber auch mit rechtlichen Problemen zu kämpfen. Hier soll eine Kooperation mit einer Rechtsanwaltskanzlei für Abhilfe sorgen.

Assemblieren im Shop

Für die Webseiten-Besucher hält der ES-Shop einen Produktkonfigurator bereit: Dieser soll dem Kunden helfen, herstellerübergreifende Wunschkonfiguration zusammenzustellen, mit der er sich beispielweise selbst einen PC assemblieren kann. Des Weiteren gibt es ein Suchwerkzeug, mit dem sich Anwender im "Top-/Down"-Verfahren Schritt für Schritt an das gewünschte Ergebnis heranklicken können, sowie eine Zubehörsuche speziell für den Bereich Drucker. "Aus Kundengesprächen und Studien wissen wir, dass gerade der Weg zum gewünschten Produkt eine große Hürde in vielen Shops darstellt. Diese versuchen wir mit solchen Modulen zu verbessern", so Martin Pfisterer.

Electronic Sales bietet den ES-Shop in vier verschiedenen Varianten an, die sich im Leistungsgrad unterscheiden. Der "Basis"-Shop kostet rund 100 Euro pro Monat plus eine einmalige Einrichtungsgebühr von noch mal 100 Euro. Der aufwändigste Service "Premium" kostet 300 Euro pro Monat (Einrichtung ebenfalls 300 Euro) und beinhaltet zahlreiche Zusatzfunktionen, wie ausführliche Klick-Analysen, Export-Schnittstellen oder eine Budget-Verwaltung.

Aus Sicht von Martin Pfisterer sei es gerade das Preismodell, das viele Händler zur Aufgabe ihres alten Shops bewegt habe. Denn Neueinsteiger könnten oftmals die Kosten für Webshops nicht richtig einschätzen, da es im Markt für IT-Webshops kaum Vergleichsreferenz gäbe, so Pfisterer. In der Tat scheint A Eins der einzige direkte und große Wettbewerber zu sein.