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06.01.2009

XETRA-MITTAG/Fest - DAX deutlich über 5.000 Punkten

FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Standardwerte halten sich am Dienstagmittag deutlich über der Marke von 5.000 Punkten. Nachdem der DAX in den vergangenen drei Sitzungen bereits um insgesamt 7,5% zugelegt hat, steigt er gegen 13.38 Uhr um weitere 1,3% bzw 65 Punkte auf 5.049. "Es sieht so aus, als könnte der DAX die 5.000er Marke diesmal per Schlusskurs halten", sagt ein Händler.

FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Standardwerte halten sich am Dienstagmittag deutlich über der Marke von 5.000 Punkten. Nachdem der DAX in den vergangenen drei Sitzungen bereits um insgesamt 7,5% zugelegt hat, steigt er gegen 13.38 Uhr um weitere 1,3% bzw 65 Punkte auf 5.049. "Es sieht so aus, als könnte der DAX die 5.000er Marke diesmal per Schlusskurs halten", sagt ein Händler.

Offensichtlich fließe zum Jahresauftakt - trotz vieler Unsicherheiten und Risiken - frisches Geld an den Markt. Hierbei spielten sicher auch Hoffnungen auf eine baldige wirtschaftliche Stabilisierung wegen der massiven Zinssenkungen und der umfangreichen Konjunkturpakete in vielen Ländern eine Rolle, heißt es aus dem Handel.

"Zur Überraschung der untergewichteten Akteure sind die Aktienindizes so gut ins neue Jahr gestartet, dass nun für einige die Gefahr besteht, den Kursen hinterherlaufen zu müssen", merkt Cognitrend in einem Marktkommentar der Deutschen Bank an. "Mental" befänden sich diese Anleger bereits im Verlustbereich. "Gut möglich, dass der eine oder andere deshalb schon bald gewillt sein wird, ungewöhnlich hohe Risiken einzugehen."

Der technisch orientierte Analyst Holger Struck ortet nun bei 5.190 und 5.243 Punkten die nächsten Ziele für den DAX. "Vollkommen vom Tisch sind tiefere Kurse (...) aber nicht, eine neue schlechte Nachricht würde dafür wohl reichen", vermutet Struck. Kein einheitliches Bild zeigten unterdessen zahlreiche Einkaufsmanager-Indizes aus der Eurozone und aus Großbritannien.

Porsche hat den Anteil an VW auf 50,76% der Stammaktien ausgebaut. Wegen des Überschreitens der 50%-Schwelle erlangt Porsche damit indirekt die Kontrolle auch über Scania. Dadurch muss Porsche nach schwedischem Recht ein Kaufangebot für den schwedischen Lkw-Hersteller vorlegen. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler vermutet, dass MAN letztlich Scania von Porsche übernimmt, nachdem MAN bereits das südamerikanische Lkw-Geschäft von VW gekauft hat.

VW ziehen daraufhin um 12,6% auf 286,50 EUR an und sind damit für einen bedeutenden Teil des Gesamtmarktanstiegs verantwortlich. MAN klettern um 4,2% auf 41,94 EUR. Schwache Pkw-Absatzzahlen aus den USA vom Montagabend beeinflussen die Kursfindung der Automobilhersteller nicht mehr, wie Händler sagen. Die Aussichten bleiben indes düster.

Nach einem schwachen Dezember sind die Automobilverkäufe in Deutschland im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im Dezember seien knapp 7% weniger Neuwagen zugelassen worden als im Vorjahresmonat, wie Dow Jones Newswires am Berichtstag aus einer zuverlässigen Quelle erfuhr.

Steigende Kurse von Halbleiter-Herstellern in Asien wegen anziehender Chip-Preise lassen Infineon um 4,8% auf 1,20 EUR steigen. Metro fallen dagegen nach einer deutlichen Abstufung durch Merrill Lynch auf "Underperform" von "Buy" um 3,5% auf 29,12 EUR.

Allianz verlieren 3,9% auf 73,93 EUR und Commerzbank 2% auf 6,43 EUR. Die zum Verkauf an die Commerzbank stehende Allianz-Tochter Dresdner Bank will unter den Rettungsschirm der Bundesregierung schlüpfen. Das könne den Verkauf verzögern, sagen Händler. Negativ sei zudem, dass die Commerzbank eine staatsgarantierte Anleihe von 1 Mrd bis 2 Mrd EUR begeben will.

Die als dollarsensitiv geltende Aktie von Fresenius Medical Care steigt um 1,8% auf 34,64 EUR. Der Euro ist inzwischen unter 1,34 USD und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 15. Dezember gerutscht. Mit Siemens als klassischem Exporteur zieht eine weitere währungsabhängige Aktie im DAX um 3,1% auf 56,62 EUR an. Salzgitter und ThyssenKrupp tendieren ebenfalls sehr fest.

K+S, die anfangs noch von einem laut Händlern enttäuschenden Ausblick des Düngemittelherstellers Mosaic belastet wurden, haben ins Plus gedreht. Hier stützt laut Händlern der starke Anstieg der Rohstoffpreise in London. K+S steigen um 4% auf 43,85 EUR. Bayer, die mit CropScience ebenfalls im Agrargeschäft aktiv sind, ziehen um 2,8% auf 44,04 EUR an.

Bei den Nebenwerten werden Hochtief verkauft, nachdem deren australische Tochter Leighton einen Abschreibungsbedarf von 170 Mio AUD mitgeteilt hat und die Leighton-Aktie daraufhin um 12% eingebrochen ist. Hochtief büßen 6,3% auf 33,98 EUR ein. Der Baukonzern hat mitgeteilt, die Abschreibungen bei Leighton änderten nichts an den eigenen Unternehmenszielen.

Eine Abstufung der Leoni-Aktie auf "Reduzieren" von "Halten" durch die WestLB lässt die Aktie um 4,8% auf 12,55 EUR nachgeben. Stada gewinnen 9,6% und profitieren von Übernahmefantasien, nachdem der US-Pharmakonzern Pfizer Zukäufe in Aussicht gestellt hat. Eine Gewinnwarnung des US-Solarunternehmens LDK Solar lässt auch deutsche Solarwerte wie Q-Cells, SMA Solar und Solarworld nachgeben.

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