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30.11.2007

XETRA-SCHLUSS/Fest - Zinsfantasien treiben DAX

FRANKFURT (Dow Jones)--In fortgesetzter Kauflaune haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt aus der Handelswoche verabschiedet. Der DAX stieg um 1,4% oder 105 auf 7.871 Punkte. Umgesetzt wurden 7,6 (Donnerstag: 6,8) Mrd EUR. Vor allem die zahlreichen Aussagen von US-Notenbankgouverneuren wurden vom Markt als Hinweise auf eine stützende Zinssenkung in den USA gewertet. Daneben stützten Berichte des Wall Street Journals, die Bush-Administration sei kurz davor, sich mit Geschäftsbanken über ein mögliches Einfrieren von Hypothekenzinsen zu einigen. Dieses Hilfspaket dürfte weiteren Zusammenbrüche von US-Hausbauern vorbeugen und damit deren Anleihepakete wieder werthaltiger machen. Bereits am Vorabend hatte US-Notenbankpräsident Ben Bernanke Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA im Dezember neu entfacht. Viele Marktakteure rechnen damit bereits auf der nächsten Sitzung.

FRANKFURT (Dow Jones)--In fortgesetzter Kauflaune haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt aus der Handelswoche verabschiedet. Der DAX stieg um 1,4% oder 105 auf 7.871 Punkte. Umgesetzt wurden 7,6 (Donnerstag: 6,8) Mrd EUR. Vor allem die zahlreichen Aussagen von US-Notenbankgouverneuren wurden vom Markt als Hinweise auf eine stützende Zinssenkung in den USA gewertet. Daneben stützten Berichte des Wall Street Journals, die Bush-Administration sei kurz davor, sich mit Geschäftsbanken über ein mögliches Einfrieren von Hypothekenzinsen zu einigen. Dieses Hilfspaket dürfte weiteren Zusammenbrüche von US-Hausbauern vorbeugen und damit deren Anleihepakete wieder werthaltiger machen. Bereits am Vorabend hatte US-Notenbankpräsident Ben Bernanke Spekulationen auf eine Zinssenkung in den USA im Dezember neu entfacht. Viele Marktakteure rechnen damit bereits auf der nächsten Sitzung.

Daneben berichteten Händler von "Window Dressing" und Kurspflege am Markt, da der 30. November ein wichtiger Stichtag für US-Fonds sei. "Zumindest zum Verkauf gibt es daher keine Argumente mehr", erklärte ein Händler. Dies habe sich vor allem in den Nebenwerten im MDAX gezeigt. Kursgewinne über 5% waren dort keine Seltenheit.

Auch die US-Konjunkturdaten des Tages untermauerten die Chance auf eine Zinssenkung: Die Persönlichen Ein- und Ausgaben lagen im Oktober unter Erwartung, ebenso fielen die US-Bauausgaben schwächer aus. Dies wog nach Händlerangaben den Index der Chicagoer Einkaufsmanager auf, der im November mit 52,9 Punkten etwas besser als erwartet erschien. Allerdings beruhigten die Inflationsdaten in den USA: Der Kern-PCE-Deflator zeigte mit 1,9% zum Vorjahr nur einen milden Anstieg. "Damit sind Zinssenkungen weiter möglich", so ein Händler. Technisch unterstützt wird der DAX bei 7.680 Punkten gesehen.

Die Zinssenkungshoffnungen sorgten europaweit für eine Rally der zyklischen Industrieaktien und Finanztitel. Besonders die Stahlwerte legten kräftig zu, so ThyssenKrupp um 4,2% auf 40,30 EUR sowie im MDAX Klöckner um 7% auf 32,76 EUR und Salzgitter um 2,6% auf 108,95 EUR. Unter den Finanztiteln ragten Deutsche Börse mit plus 5,5% auf 128,22 EUR hervor, gefolgt von Commerzbank mit 4,4% auf 27,10 EUR. Deutsche Bank stiegen 1,6% auf 89,79 EUR. Zusätzlich stützend wirkte eine Studie der Credit Suisse, die zu einer stärkeren Gewichtung der zuletzt stark unter Druck geratenen Bankenaktien in Europa riet. Auch das Stützungspaket für die Krisenbank IKB wurde vom Markt als positiv für die gesamte Branche gewertet. IKB sprangen um 6,4% auf 8,46 EUR.

Als positiv wurden im Handel die präzisierten Angaben von Siemens zum Konzernumbau gesehen. Gut sei vor allem die Aussage, dass Ergebnis je Aktie im kommenden Jahr "deutlich" steigern zu wollen. Ebenso, dass es bei der Neustrukturierung Margenziele bis hinunter auf die Divisionsebene geben soll. Die Aktie legte um 1,7% zu auf 103,72 EUR.

Daneben sorgten Studien und Analystenempfehlungen für deutliche Kursbewegungen: So rieten UBS unter anderem bei Infineon zum Kauf und bei Hochtief zum Verkauf. Infineon stiegen um 1,7% auf 8,15 EUR, Hochtief verloren hingegen 3,0% auf 90,19 EUR. Größter Verlierer im DAX waren Metro mit einem Minus von 2% auf 61,79 EUR, nachdem die Einzelhandelsumsätze im Oktober enttäuschend ausgefallen waren.

Im MDAX waren die teilweise hohen Prozentaufschläge Händlern zufolge nicht nachrichtengetrieben. "Es gibt derzeit einfach keine Verkaufbereitschaft mehr", sagte ein Makler. Deutlich sei dies zum Beispiel in Krones, Vossloh und Altana, deren Titel um 7% bis 3% anstiegen. Die zeitweise 10%-igen Kursgewinne in K+S waren auf die Aufnahme in den MSCI-Index zurückzuführen. "Anscheinend hat das doch einige überrascht", sagte ein Händler. K+S schlossen 7,7% höher bei 139,28 EUR.

Der Index-Betreiber Morgan Stanley nimmt laut Händlern per Handelsschluss Änderungen in der Zusammensetzung seiner Indizes vor. Da zahlreiche Anleger ihre Portfolios an diesen Indizes ausrichten, ziehen Umstellungen oftmals Anpassungsbedarf und hohe Umsätze in den jeweiligen Aktien nach sich. Positiv betroffen sind laut Marktteilnehmern GEA, Kali & Salz, Q-Cells, BMW, Fresenius Vorzüge, Wacker Chemie, HeiderbergCement und Fraport. Außer Heidelberg Cement legen alle diese Aktien zu. Verringert würden hingegen die Gewichtungen von Qiagen, Wincor Nixdorf, Douglas, Altana, Südzucker, Premiere und MLP.

DJG/mod/raz/rso

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