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05.06.2007

XETRA-SCHLUSS/Leichter - Bernanke weckt Inflationsangst

FRANKFURT (Dow Jones)--Leichter sind die deutschen Aktienmärkte am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 0,7% oder 57 auf 7.920 Punkte. Die meisten Aktien schlossen im Minus; von den 30 DAX-Titeln gaben 22 nach, nur 8 schafften ein schmales Plus. Umgesetzt wurden 8,04 (Montag: 7,62) Mrd EUR. Der impulslose und ohnehin von Zinssorgen belastete Handel wurde am Nachmittag von Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke getroffen. Bernanke hatte anlässlich der International Monetary Conference in Kapstadt auf das moderate US-Wirtschaftswachstum bei einer weiterhin etwas erhöhter Kerninflation hingewiesen. Zudem rechnete er mit einer länger anhaltender Immobilienkrise in den USA. Dies sorgte für kräftige Abgaben im DAX. Allerdings standen viele Händler der Marktreaktion kritisch gegenüber: "Die Aussagen waren entweder schon bekannt oder eher positiv", sagte ein Teilnehmer. Entscheidend sei nur gewesen, dass Bernanke den Immobiliensektor als separates Problem bezeichnet habe, dass nicht auf andere Branchen überschwappe. "Die Verkäufer waren wohl eher enttäuschte Investoren, die auf eine US-Zinssenkung gewettet hatten", so ein anderer Händler. Diese Ansicht untermauerte der kräftige Anstieg des ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe: Der Index stieg im Mai unerwartet auf 59,7 Punkte, nachdem Volkswirte nur 55,6 erwartet hatten. Vor allem die Export-Komponente sei mit 66,0 nach zuvor 55,5 massiv angestiegen, hieß es im Handel. Da nun auch der zweite ISM-Index nach dem der Industrie angestiegen ist, deute sich ein stetiger Zinsanstieg in den USA an. Zinssenkungen in den USA seien daher wohl "abzuschreiben", hieß es weiter. Im Blick stehen nun die Aussagen der Europäischen Zentralbank am Mittwoch. Mit einer Zinserhöhung wird fest gerechnet. Technische Analysten sehen den DAX bei 7.900 Punkten unterstütz. Eine stärkere Unterstützung finde sich jedoch erst bei 7.780 Punkten. Unter den Zinssorgen litten besonders die zinsabhängigen Versorger, Finanz- und Automobilwerte. Automobiltitel wurden zudem von der gesenkten Jahresprognose für Neuzulassungen belastet. Vor allem der Nachfrageeinbruch durch Privatkunden um 20% in den ersten fünf Monaten sei im weiteren Jahresverlauf nicht mehr auszugleichen, hieß es vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Aufgrund der lahmenden privaten Nachfrage wurde das Absatzziel bei Neuwagen auf 3,25 Mio nach zuvor 3,4 Mio Fahrzeugen gesenkt. VW fielen um 0,4% auf 114,72 EUR und BMW um 1,3% auf 49,20 EUR. Auch DaimlerChrysler gaben um 1,1% auf 66,93 EUR nach, obwohl die Absatzzahlen der Mercedes Car Group als "eigentlich gut" bezeichnet wurden. Mercedes konnte ein 3%iges Absatzplus im Mai verzeichnen. Unter Abgabedruck standen auch die schwergewichteten und als zinsreagibel geltenden Versorger. E.ON gaben um 1,3% auf 120,17 EUR nach, RWE ermäßigten sich um 1,3% auf 83,14 EUR. Auch die Finanzwerte schlossen mit einer Ausnahme im roten Bereich: Nur Commerzbank konnten um 0,7% zulegen auf 37,27 EUR, nachdem neuerliche Übernahmespekulationen die Runde machten. Allianz verloren hingegen 0,8% auf 171,20 EUR, nachdem die Aktie zunächst von der Aufnahme in den "Dow Jones Global Titan 50 Index" profitiert hatte. Airlines standen europaweit unter Druck, nachdem Billigflieger Ryanair auf fallende Ticketpreise hingewiesen hatte und British Airways unter den Erwartungen liegende Verkehrszahlen veröffentlichte. Lufthansa gaben um 2,4% nach auf 20,87 EUR. TUI stemmten sich mit minus 0,7% auf 20,16 EUR etwas gegen den Trend: Der Markt reagierte positiv auf die Genehmigung der First-Choice-Übernahme durch die Kartellbehörden. Die Auflage, die Tochter Budget Travel in Irland zu verkaufen, sei so erwartet worden, hieß es. adidas verloren mit 1,7% auf 46,20 EUR deutlicher als der Markt: Hier belastete der Verkauf des Aktien-Pakets des Großinvestoren Mike Ashley. Ashley war mit 3% an adidas beteiligt. Der Noch-MDAX-Wert Merck KGaA stand zweifach im Blick des Marktes: Neben der erwarteten Kür zum DAX-Mitglied stützten auch Aussagen vom ASCO-Kongress die Stimmung für die Aktie. Sowohl ein Darmkrebsmedikament als auch ein Medikament gegen Gehirntumore hätten positive Studienergebnisse gebracht. Merck sprangen um 5,5% auf 104,28 EUR. Der wahrscheinliche DAX-Absteiger Altana stieg um 0,4% auf 18,85 EUR. Im MDAX stellten sich Wacker Chemie mit plus 3,2% auf 160 EUR glatt gegen den Markt. Im TecDAX waren Solarwerte gesucht: Conergy rallierten um 7,2% auf 60,60 EUR, Ersol stiegen um 1,2% auf 58,45 EUR und Solarworld legten um 0,5% zu auf 65,50 EUR zu.DJG/mod/ros

FRANKFURT (Dow Jones)--Leichter sind die deutschen Aktienmärkte am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 0,7% oder 57 auf 7.920 Punkte. Die meisten Aktien schlossen im Minus; von den 30 DAX-Titeln gaben 22 nach, nur 8 schafften ein schmales Plus. Umgesetzt wurden 8,04 (Montag: 7,62) Mrd EUR. Der impulslose und ohnehin von Zinssorgen belastete Handel wurde am Nachmittag von Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke getroffen. Bernanke hatte anlässlich der International Monetary Conference in Kapstadt auf das moderate US-Wirtschaftswachstum bei einer weiterhin etwas erhöhter Kerninflation hingewiesen. Zudem rechnete er mit einer länger anhaltender Immobilienkrise in den USA. Dies sorgte für kräftige Abgaben im DAX. Allerdings standen viele Händler der Marktreaktion kritisch gegenüber: "Die Aussagen waren entweder schon bekannt oder eher positiv", sagte ein Teilnehmer. Entscheidend sei nur gewesen, dass Bernanke den Immobiliensektor als separates Problem bezeichnet habe, dass nicht auf andere Branchen überschwappe. "Die Verkäufer waren wohl eher enttäuschte Investoren, die auf eine US-Zinssenkung gewettet hatten", so ein anderer Händler. Diese Ansicht untermauerte der kräftige Anstieg des ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe: Der Index stieg im Mai unerwartet auf 59,7 Punkte, nachdem Volkswirte nur 55,6 erwartet hatten. Vor allem die Export-Komponente sei mit 66,0 nach zuvor 55,5 massiv angestiegen, hieß es im Handel. Da nun auch der zweite ISM-Index nach dem der Industrie angestiegen ist, deute sich ein stetiger Zinsanstieg in den USA an. Zinssenkungen in den USA seien daher wohl "abzuschreiben", hieß es weiter. Im Blick stehen nun die Aussagen der Europäischen Zentralbank am Mittwoch. Mit einer Zinserhöhung wird fest gerechnet. Technische Analysten sehen den DAX bei 7.900 Punkten unterstütz. Eine stärkere Unterstützung finde sich jedoch erst bei 7.780 Punkten. Unter den Zinssorgen litten besonders die zinsabhängigen Versorger, Finanz- und Automobilwerte. Automobiltitel wurden zudem von der gesenkten Jahresprognose für Neuzulassungen belastet. Vor allem der Nachfrageeinbruch durch Privatkunden um 20% in den ersten fünf Monaten sei im weiteren Jahresverlauf nicht mehr auszugleichen, hieß es vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Aufgrund der lahmenden privaten Nachfrage wurde das Absatzziel bei Neuwagen auf 3,25 Mio nach zuvor 3,4 Mio Fahrzeugen gesenkt. VW fielen um 0,4% auf 114,72 EUR und BMW um 1,3% auf 49,20 EUR. Auch DaimlerChrysler gaben um 1,1% auf 66,93 EUR nach, obwohl die Absatzzahlen der Mercedes Car Group als "eigentlich gut" bezeichnet wurden. Mercedes konnte ein 3%iges Absatzplus im Mai verzeichnen. Unter Abgabedruck standen auch die schwergewichteten und als zinsreagibel geltenden Versorger. E.ON gaben um 1,3% auf 120,17 EUR nach, RWE ermäßigten sich um 1,3% auf 83,14 EUR. Auch die Finanzwerte schlossen mit einer Ausnahme im roten Bereich: Nur Commerzbank konnten um 0,7% zulegen auf 37,27 EUR, nachdem neuerliche Übernahmespekulationen die Runde machten. Allianz verloren hingegen 0,8% auf 171,20 EUR, nachdem die Aktie zunächst von der Aufnahme in den "Dow Jones Global Titan 50 Index" profitiert hatte. Airlines standen europaweit unter Druck, nachdem Billigflieger Ryanair auf fallende Ticketpreise hingewiesen hatte und British Airways unter den Erwartungen liegende Verkehrszahlen veröffentlichte. Lufthansa gaben um 2,4% nach auf 20,87 EUR. TUI stemmten sich mit minus 0,7% auf 20,16 EUR etwas gegen den Trend: Der Markt reagierte positiv auf die Genehmigung der First-Choice-Übernahme durch die Kartellbehörden. Die Auflage, die Tochter Budget Travel in Irland zu verkaufen, sei so erwartet worden, hieß es. adidas verloren mit 1,7% auf 46,20 EUR deutlicher als der Markt: Hier belastete der Verkauf des Aktien-Pakets des Großinvestoren Mike Ashley. Ashley war mit 3% an adidas beteiligt. Der Noch-MDAX-Wert Merck KGaA stand zweifach im Blick des Marktes: Neben der erwarteten Kür zum DAX-Mitglied stützten auch Aussagen vom ASCO-Kongress die Stimmung für die Aktie. Sowohl ein Darmkrebsmedikament als auch ein Medikament gegen Gehirntumore hätten positive Studienergebnisse gebracht. Merck sprangen um 5,5% auf 104,28 EUR. Der wahrscheinliche DAX-Absteiger Altana stieg um 0,4% auf 18,85 EUR. Im MDAX stellten sich Wacker Chemie mit plus 3,2% auf 160 EUR glatt gegen den Markt. Im TecDAX waren Solarwerte gesucht: Conergy rallierten um 7,2% auf 60,60 EUR, Ersol stiegen um 1,2% auf 58,45 EUR und Solarworld legten um 0,5% zu auf 65,50 EUR zu.DJG/mod/ros

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