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14.02.2012

XETRA-START/DAX erholt - Liquiditätsspritze der BoJ hilft

FRANKFURT--Obwohl die Ratingagenturen erneut zugeschlagen haben zeigt sich der DAX am Dienstag im frühen Verlauf mit einem leichten Plus. Nachdem vor dem Jahreswechsel S&P einen Kahlschlag bei den Bonitäten europäischer Länder vollzogen hat, zog nun Moody's nach. Die Finanzmärkte reagieren insgesamt leicht verschnupft. Der Euro kommt unter Abgabedruck und fällt bis auf das Niveau von 1,3170 Dollar zurück. Auch die europäischen Börsen hatten einen schlechten Start, haben die Verluste aber mittlerweile wieder aufgeholt. Grund hierfür ist eine weitere Lockerung der ohnehin schon expansiven Geldpolitik durch die japanische Notenbank (BoJ). Sie verhindert Schlimmeres an den Märkten.

FRANKFURT--Obwohl die Ratingagenturen erneut zugeschlagen haben zeigt sich der DAX am Dienstag im frühen Verlauf mit einem leichten Plus. Nachdem vor dem Jahreswechsel S&P einen Kahlschlag bei den Bonitäten europäischer Länder vollzogen hat, zog nun Moody's nach. Die Finanzmärkte reagieren insgesamt leicht verschnupft. Der Euro kommt unter Abgabedruck und fällt bis auf das Niveau von 1,3170 Dollar zurück. Auch die europäischen Börsen hatten einen schlechten Start, haben die Verluste aber mittlerweile wieder aufgeholt. Grund hierfür ist eine weitere Lockerung der ohnehin schon expansiven Geldpolitik durch die japanische Notenbank (BoJ). Sie verhindert Schlimmeres an den Märkten.

Nach Verlusten zur Eröffnung dreht der DAX leicht ins Plus und gewinnt bis 9.54 Uhr 0,1 Prozent bzw 6 Punkte auf 6.745. Im Tagestief notierte der Leitindex bei 6.707 Punkten. Im Vormittagsverlauf könnten noch Daten zur Industrieproduktion aus der Eurozone Akzente und der ZEW-Index setzen. Beim ZEW-Index rechnen Analysten im Februar mit einer Besserung auf minus 11,6 von minus 21,6 Punkten. Am Nachmittag folgen dann die Einzelhandelsumsatzzahlen aus den USA. Hier wird im Januar mit einem Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gerechnet.

Moody's klagt über das Krisenmanagement in der Eurozone und stufte sechs Euro-Länder ab. Betroffen sind unter anderem Spanien, Italien und Portugal. "Gerade als es nach einer Beruhigung aussah, hat Moody´s uns daran erinnert, dass die Fiskalsorgen noch immer ungelöst bleiben", sagte ein Analyst von IG Markets.

An den asiatischen Börsen ging es in einer ersten Reaktion mit den Notierungen kräftig nach unten. Dann kam es aber dank einer überraschenden Ankündigung der japanischen Notenbank zu einer Erholung. Das Land will energischer gegen Deflation vorgehen und hat angekündigt, dafür frisches Geld zu drucken. Das Kaufziel für Wertpapiere wurde um 10 Billionen Yen auf 65 Billionen Yen aufgestockt. Der Yen kam daraufhin zwar unter Druck, der Nikkei konnte die Tagesverluste hingegen aufholen und schloss 0,6 Prozent fester bei 9.052 Punkten. Das ist der höchste Stand seit September vergangenen Jahres.

Die Aktion der Notenbanker relativiert den Schlag von Moody's. "Das zeigt, dass die Notenbanken weiter mit Liquidität helfen", so ein Händler. Auch heißt es einschränkend, dass Moody's letztlich S&P nur hinterherziehe.

Eine höhere reguläre Dividende von 2,30 nach 2,10 Euro sowie die Ankündigung einer Sonderdividende von 1 Euro verhelfen der Aktie der Deutschen Börse zu Kursgewinnen. Daraus ergibt sich laut der DZ-Bank eine Dividendenrendite von 6,8 Prozent. Durchaus attraktiv, zu Zeiten wenn Bundesanleihen gerade mal 2 Prozent Zinsen abwerfen. Die hohe Dividende überschattet die eigentlichen Geschäftszahlen, die unter den Erwartungen geblieben sind. Deutsche Börse gewinnen 2,4 Prozent auf 49,95 Euro.

Bei ThyssenKrupp kommen enttäuschende Zahlen indes voll zum Tragen. Nach Einschätzung von Analysten überwiegen die negativen Punkte. Zwar sei der Auftragseingang etwas besser ausgefallen, dafür habe der Umsatz die Erwartungen geringfügig verfehlt. Das bereinigte EBIT habe um 17 Prozent unter dem Konsens gelegen. Das Nettoergebnis habe aufgrund von Sondereinflüssen deutlich unter den Erwartungen gelegen. Abermals habe Steel Americas dem Konzern das Ergebnis verhagelt. ThyssenKrupp verlieren 2,6 Prozent auf 21,33 Euro.

Immerhin, die Zahlen von L'Oreal finden im Handel guten Anklang. "Umsatz und Betriebsgewinn liegen über den Erwartungen, der Ausblick ist Ordnung", sagt ein Marktteilnehmer. Der französische Konzern hat im vergangenen Jahr von der starken Nachfrage aus den Schwellenländern profitiert. Hier war das Wachstum denn auch am höchsten. "Die guten Zahlen sollten auch Beiersdorf stützen", fügt der Händler hinzu. Beiersdorf können bislang aber noch nicht mitziehen und notieren wenig verändert.

Auch MAN ziehen nach Zahlen an. Und das, obwohl das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht ist. Die von einem Korruptionsskandal gebeutelte Ex-Tochter Ferrostaal hat dem Nutzfahrzeughersteller MAN im Schlussquartal die Bilanz verhagelt. Allerdings kommen die Nachrichten nicht unerwartet. Die BHF Bank spricht von Zahlen, die im Rahmen der Erwartungen ausgefallen sind. Im Handel hofft man auf Synergieeffekte mit Scania. MAN steigen 2 Prozent auf 84,01 Euro.

In der zweiten Reihe verlieren Leoni nach Zahlen 1,6 Prozent auf 37,19 Euro. Im TecDAX ziehen Carl-Zeiss Meditec nach überzeugenden Ergebnissen um 5,2 Prozent auf 17,23 Euro an. Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank bezeichnet die Umsatzentwicklung als "sehr stark". Auch das EBIT habe die Erwartungen übertroffen.

DJG/mpt/ros

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