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26.10.2006

Zurück zur Normalität

Von "Business as usual" kann bei Ingram Micro zwar noch nicht die Rede sein,aber die Logistik räumt nach und nach die Probleme beiseite.

Von Beate Wöhe

Seit der Einführung des neuen Lagerverwaltungssystems "Viastore" im September 2006 ist der Warenein- und -ausgang bei Ingram Micro in Schieflage ge- raten. Ingram-Micro-Deutschland-Chef Gerhard Schulz gab vergangene Woche ein Update zur Lage: "Wir haben etwa 90 bis 95 Prozent der Wegstrecke hinter uns. Im Warenausgang arbeiten wir weitestgehend aktuell."

Etwa 80 Prozent der Bestellungen liefere der Broadliner innerhalb von 24 Stunden aus. Bei den restlichen 20 Prozent besteht derzeit das Problem darin, Aufträge, die oft aus mehreren verschiedenen Teilen bestehen, so schnell zusammenzuführen, dass die komplette Bestellung bis zu einer der acht verschiedenen Cut-off-Zeiten am Warenausgang zur Abholung bereitsteht. Diese logistische Leistung könne laut Schulz zwar nicht zu 100 Prozent erreicht werden. Mit den aktuell 80 Prozent ist er allerdings nicht zufrieden: "Diesen Wert müssen wir noch verbessern. Allerdings wird sich die Optimierung noch über die nächsten Wochen hinziehen." Für Probleme der Kunden, zum Beispiel bei fehlenden Lieferscheinen, hat Ingram eine telefonische Hotline eingerichtet.

Eine weitere Baustelle ist nach wie vor der Wareneingang. Der Umgang mit dem neuen System führte am Anfang zu Verzögerungen von bis zu drei Tagen. Mitte vergangener Woche lag der Broadliner noch einen halben Tag hinter der Aktualität. Der große Nachteil für alle Beteiligten: Ware, die noch nicht eingelagert ist, sieht der Kunde nicht als verfügbar im System, obwohl sie vielleicht schon Stunden oder Tage im Eingangslager liegt. Seit dieser Woche soll der Wareneingang wieder up to date sein.

Probleme dort, wo sie nicht erwartet wurden

Oft kommt es bei der Einführung neuer Warenwirtschafts- oder Logistiksysteme zu Problemen bei den Distributoren. "Wir haben im Vorfeld viel getan, um Risiken zu vermeiden", so Schulz. Ein Jahr lang hat der Broadliner mit einer kleinen operativen Einheit den Ernstfall getestet, die Mitarbeiter wurden intensiv geschult, 1.200 Testfälle durchliefen das System. Doch einem Punkt hatte der Broadliner in seinen Notfallplänen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt: den Menschen, die mit dem neuen System arbeiten müssen. "Ich war eher auf einen Fehler auf der Softwareseite vorbereitet. Darüber haben wir die Handling-Probleme unterschätzt", gibt Schulz zu. Der Ingram-Sprecher legt jedoch Wert darauf, dass die Probleme letztlich nicht bei den Mitarbeitern lagen, sondern in der Einführung des Systems.

Der Weihnachts-Countdown läuft

Viele Kunden und Lieferanten fragen sich nun natürlich, ob Ingram Micro es schafft, die Logistik in den nächsten Wochen zumindest so weit in den Griff zu bekommen, dass rechtzeitige Lieferungen im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft garantiert sind. ComputerPartner wollte wissen, ob Ingram Micro das Weihnachtsgeschäft in den Griff bekommen wird. "Bei den von uns distribuierten Massen kann das kein Broadliner zu 100 Prozent garantieren. In den Vorjahren lag unser Wert bei 90 bis 91 Prozent. In der nächsten Woche werden wir 90 Prozent überschreiten. Die konkrete Frage, ob wir das Jahresendgeschäft meistern werden, kann ich guten Gewissens mit Ja beantworten", sagt Schulz.

Noch gar nicht zur Abholung bereit waren in der vergangenen Woche etwa 200 Aufträge, die älter als drei Tage waren und noch im System hingen. In diesen Fällen habe sich der Vertrieb mit den betroffenen Kunden in Verbindung gesetzt, um eine Lösung zu finden. Mit dem Abarbeiten dieser Bestellungen sei der Distributor laut Schulz "weitgehend durch".

Jedem Händler wieder sein eigenes Lager?

Den Turbulenzen der vergangenen Wochen gewinnt der Ingram-Micro-Chef trotzdem etwas Gutes ab. "Natürlich haben wir durch diese Situation einen finanziellen Schaden abbekommen. Allerdings freue ich mich auch über die überdurchschnittliche Loyalität unserer Mitarbeiter, die in den vergangenen Wochen durch Überstunden daran mitgearbeitet haben, die Situation zu verbessern." Bei den Herstellern und Kunden möchte sich Schulz für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.