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27.07.2006

Backup als Dienstleistung

Mit der Umfirmierung zu Novastor will Mount 10 weg vom alten Image des Hochsicherheits-Archivars. Der Hersteller setzt nun vor allem auf Dienstleister, die seine Backup-Software als Service anbieten.

Von Dr. Thomas Hafen

Lange war es das Markenzeichen von Mount 10: das "Global Data Fortress". Das atombombensichere und hermetisch abgeriegelte Stollensystem in den Schweizer Alpen garantierte Kunden absolute Sicherheit für ihre Daten.

Doch die Schweizer wollen weg vom Image des Hochsicherheits-Archivars: "Der Berg ist nicht mehr unser Kernbusiness", sagt Marketing-VP Stefan Utzinger. Das Unternehmen firmiert deshalb seit Anfang Juli als Novastor und übernimmt damit den Namen der amerikanischen Tochter für das Gesamtunternehmen. Mount 10 hatte den Backup-Spezialisten Novastor im November 2005 akquiriert. Der Hersteller betreibt mit der Umfirmierung auch Vergangenheitsbewältigung: Die Insolvenz der Tochter Mount 10 Services AG hatte dem Unternehmen 2002/ 2003 negative Schlagzeilen gebracht.

Utzinger schaut lieber in die Zukunft, und die liegt seiner Ansicht nach vor allem im Service- und OEM-Geschäft. Zu den Dienstleistern, die Novastor-Produkte wie die Backup-Lösung Novanet Web oder das Archivierungs-Tool Hifreezer ihren Kunden als Service anbieten, gehören beispielsweise T-Systems, die Bertelsmann-Tochter Arvato und German Backup. Den Partnern bietet der Hersteller zwei Geschäftsmodelle an: Beim lizenzbasierten Modell kauft der Provider Lizenzen, die produktabhängig nach Nutzeranzahl oder gesichertem Datenvolumen berechnet werden. Den relativ hohen Anfangsinvestitionen stehen ab einer gewissen Kundenzahl hohe Margen gegenüber. Wer das Investitionsrisiko scheut, dem bietet Novastor ein Revenue-Sharing-Modell an. Es führt dank geringer Vorab-Investitionen schnell in die Gewinnzone, die Margen bleiben bei steigendem Umsatz aber deutlich geringer.

Während sich nach Ansicht von Utzinger vor allem große Systemhäuser und Rechenzentrumsbetreiber für das Hosting eignen, sieht der Manager durchaus auch Geschäftsmöglichkeiten für kleinere Partner. Diese sollen über die Großen Zugang zu den Services erhalten. Utzinger sieht sich dabei als Vermittler: "Wir wollen die Kommunikation zwischen großen und kleinen Partnern fördern."