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23.06.2006

Der Fachhandel gewinnt

"Fachhändler jagen Saturn die Kunden ab", titelte das "Handelsblatt" in der vergangenen Woche. Während mittelständische TV- und Radiogeschäfte zulegen konnten, habe die mächtige Media-Saturn-Holding (MSH) massiv Marktanteile eingebüßt.

Von Klaus Hauptfleisch

Mit einem Umsatz von 7,2 Milliarden Euro ist die MSH-Gruppe (Media Markt und Saturn) deutlich Marktführer im Elektrohandel. Aber verglichen mit dem Vorjahresquartal sind die Erlöse in den ersten drei Monaten 2006 um 1,1 Prozent gesunken, flächenbereinigt sogar um 5,3 Prozent, berichtet das "Handelsblatt". Und das trotz der 98 Millionen Euro, die der Konzern allein im ersten Quartal für Werbung ausgegeben hat.

Der Fachhandel habe dagegen im ersten Quartal 2006 Monat um Monat einen Prozentpunkt hinzugewonnen, wird Oliver Haubrich, geschäftsführender Gesellschafter bei der Düsseldorfer Handelskooperation Electronic Partner (EP), zitiert.

"Media Markt und Saturn sind zu oft beim Mogeln erwischt worden, wenn es um die Preise geht", führt Expert-Marketingchef Wolfgang Brenner als einen Grund für den Einbruch bei MSH an. Tatsächlich wird Media Markt und Saturn oft vorgeworfen, dass die Preise für Artikel vor Rabattaktionen künstlich angehoben wurden.

Vielleicht liegt es ja auch daran, dass die Kunden dem Fachhandel bei der Vernetzung von TV und PC mehr zutrauen als dem Retail-Riesen, wie Willy Fischel vom Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) vermutet. Dabei hat die MSH-Gruppe in den vergangenen Jahren sehr viel in die Schulung ihrer Mitarbeiter investiert, was als Kunde in manchen Abteilungen durchaus schon zu spüren ist.

Nur hat sich bei vielen Kunden langsam herumgesprochen, dass Media Markt und Saturn keineswegs immer so günstig sind, wie die Geiz-ist-geil-Kampagnen suggerieren. Und so scheint sich der Spieß herumzudrehen: Bei den großen Retailern suchen die Kunden die große Auswahl und die in den letzten Jahren verbesserte Beratung, aber gekauft wird beim stationären Fachhandel. Denn vom ihm erwarten sich die Kunden nicht zuletzt auch die besseren Serviceleistungen.

Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die Deutschen im ersten Quartal des laufenden Jahres 27 Prozent mehr für Fernseher ausgegeben als ein Jahr zuvor. Dabei sei der Trend im Vorfeld der WM deutlich hin zu Markengeräten gegangen, wobei laut Fischel wiederum der "service- und bedienungstarke stationäre Fachhandel im Vergleich zu den Fachmärkten auf der grünen Wiese die Nase vorn hatte".

Fachhandelskooperationen wie Electronic Partner (EP) haben daher ihre Prognosen für 2006 angehoben. EP-Chef Haubrich rechnet mit zweistelligem Wachstum.

Die 3.200 EP-Händler haben ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent steigern können. Deutschlands größter Einkaufsverbund Euronics (Red Zac, Master’s) will seit September um acht Prozent zugelegt haben.

Expert hat in dem im März 2006 abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von elf Prozent ausgewiesen. Zum Vergleich: Der CE-Handel ist laut GfK 2005 um 7,6 Prozent gewachsen, Media Saturn kam dagegen trotz 16 neuer Filialen (deutschlandweit 318) gerade mal auf ein Umsatzplus von 2,6 Prozent.