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Aktuelle Channel-News // 5. Dezember 2016

16.12.2015 - 

Linux-Rettung

Der optimale Reparatur-Stick für PC-Notfälle

Thorsten Eggeling
Ein USB-Stick ist schneller als eine DVD und erlaubt die individuelle Anpassung von Rettungssystemen. Mit einem Multiboot-Stick halten Sie stets alle wichtigen Werkzeuge in der Hand. So klappt die Einrichtung in Linux.

Bei der Installation von Linux-Systemen oder für Notfallsysteme erweist sich ein Flash-Speicher als schneller und flexibler als eine DVD - solange alles richtig konfiguriert ist. Der Inhalt eines USB-Sticks lässt sich jederzeit ersetzen, aktualisieren oder ändern, Sie können mehrere Systeme darauf unterbringen, und der verbliebene Speicherplatz kann zur Datensicherung oder Dateitransport dienen. Auf der anderen Seite lassen sich fast alle PCs und Notebooks von DVD booten, bei USB-Sticks ist das nicht immer der Fall.

Mit diesen Tipps und Tools sind Sie für den Notfall gerüstet.
Mit diesen Tipps und Tools sind Sie für den Notfall gerüstet.
Foto: Rashevskyi Viacheslav - shutterstock.com

Lesen Sie hier, welche USB-Sticks sich für den Start von Linux-Reparatursystemen oder Live-Systemen überhaupt eignen, wie Sie den PC konfigurieren und wie Sie Systeme auf USB-Sticks übertragen.

1. Mehr Leistung durch schnelle Sticks

Die Lesegeschwindigkeit typischer DVD-Laufwerke liegt zwischen vier und zehn MB pro Sekunde. Sticks oder Festplatten am USB-2.0-Port liefern Daten mit etwa 35 MB/s, bei USB 3.0 sind bis zu 450 MB/s erreichbar. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Festplatte bietet etwa 130 MB/s. Für die praktisch erreichbare Geschwindigkeit ist auch die Zugriffszeit entscheidend. Der Flash-Speicher in USB-Sticks oder SSDs erlaubt eine direkte Adressierung der Speicherzellen, was Zugriffszeiten von etwa 0,3 Millisekunden ermöglicht. Bei Festplatten sind es meist um die neun Millisekunden.

Allerdings liefern nicht alle USB-3.0-Sticks die erwartete Geschwindigkeit. Besonders preisgünstige Modelle erreichen oft weniger als 100 MB/s beim Lesen und Schreiben. Das reicht natürlich, um ein Betriebssystem booten, macht aber weniger Spaß, als wenn der Stick 400 MB Daten pro Sekunde lesen kann.

Grundsätzlich gilt:Sticks mit größerer Speicherkapazität sind schneller als kleinere. Greifen Sie daher besser zu Sticks mit 64 oder 128 GB. Einen guten Kompromiss von Preis und Leistung bietet der Sandisk Extreme Pro SDCZ88 mit 128 GB. Der Stick kostet knapp 90 Euro. Das sequenzielle Lese-und Schreibtempo beträgt bis zu 260 respektive 240 MB/s, und die Zugriffszeit liegt bei rund 0,3 Millisekunden. Beim Lesen ist der Corsair CMFVYGTX3 128 GB mit 430 MB/s deutlich schneller (etwa 110 Euro), dafür liegt die Schreibgeschwindigkeit nur bei knapp 190 MB/s.

Tipp: Unter Linux lässt sich die Lesegeschwindigkeit in MB/s auf der Kommandozeile über folgenden Befehl ermitteln:

hdparm -t /dev/sdXY

„XY“ ersetzen Sie durch den Gerätepfad des USB-Sticks, beispielsweise „/dev/sdb1“.

2. PC vom USB-Stick booten

Bei neueren PCs kann Secure Boot den Linux-Start verhindern. Deaktivieren Sie diese Option im Firmware-Setup.
Bei neueren PCs kann Secure Boot den Linux-Start verhindern. Deaktivieren Sie diese Option im Firmware-Setup.

Die meisten PCs booten zuerst von der Festplatte oder dem DVD-Laufwerk. Gehen Sie daher ins Bios-Setup, um dies umzustellen. Dazu drücken Sie kurz nach dem Start des PCs die Taste Entf. („Del“), F1, F2, F10 oder Esc. Welche Taste zuständig ist, zeigt der Rechner an oder ist dem Handbuch des PCs zu entnehmen. Die Einstellungen fürs Booten finden sich meist unter „Advanced BIOS Features“, „Boot Features“, „Boot“ oder ähnlich lautend.

Suchen Sie dort die Option für die Reihenfolge der Bootgeräte, und wählen Sie Ihren USB-Stick aus. Alternativ verwenden Sie das Bootmenü der Hauptplatine, das Sie meist über die Taste Esc, F8, F9, F10 oder F12 erreichen. Wenn Sie im Bios eine Funktion wie „Fastboot“ finden, deaktivieren Sie diese. Sonst werden USB-Geräte beim Start möglicherweise nicht berücksichtigt. Sollte Secure Boot aktiviert sein, deaktivieren Sie auch diese Option. Viele Notfall-und Rettungssysteme besitzen keinen digital signierten Bootloader und starten sonst nicht.

Aktivieren Sie – wenn vorhanden –die Option „USB Legacy“. USB-Eingabegeräte werden dann wie Geräte am PS/2-Anschluss behandelt. Andernfalls können Sie über eine USB-Tastatur bei einigen PCs nicht im Bootmenü navigieren. Die Einstellung bewirkt außerdem, dass sich USB-Sticks beim System als normale Laufwerke melden.

Ferner sollten Sie Einstellungen wie „Legacy Boot“ oder „UEFI and Legacy“ aktivieren. Bei neueren PCs lässt sich der USB-Stick dann sowohl im Bios-als auch im Uefi-Modus starten.

Bei Bootproblemen schließen Sie den Stick direkt an einen USB-Port am PC an und nicht über einen USB-Hub. Entfernen Sie außerdem andere USB-Geräte wie Festplatten oder Speicherkartenleser. Probieren Sie mehrere USB-2.0-oder USB-3.0-Buchsen aus. Wenn möglich testen Sie den Boot-Stick an anderen PCs. Sollte er dort funktionieren, ist der Fehler im Bios und nicht beim Stick zu suchen.