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29.09.2014 - 

DHL Paketkopter 2.0

Post lässt Pakete per Drohne zustellen

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Demnächst fliegt der DHL Paketkopter Medikamente und andere dringend benötigte Güter auf die Nordseeinsel Juist. Die Drohne fliegt vollautomatisch ohne Eingriff eines Piloten.

Nicht nur Amazon und Google tüfteln an der Postzustellung per Drohne. Auch die Deutsche Post AG plant die fliegende Paket-Zustellung. In Kürze startet DHL Paket ein Pilotprojekt auf der Nordseeinsel Juist: Der DHL Paketkopter bringt dann Medikamente und andere dringend benötigte Güter zu bestimmten Uhrzeiten per DHL Paketkopter. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts ist es damit laut DHL zum bisher ersten und einzigen Mal in Europa möglich, ein unbemanntes Luftfahrzeug ohne direkten Sichtkontakt eines Piloten in einem echten Anwendungsfall zu betreiben. DHL Paket setzt damit das im Dezember letzten Jahres begonnene Paketkopter-Forschungsprojekt fort, wie DHL erläutert.

DHL Paketkopter 2.0: Post lässt Pakete per Drohne zustellen
DHL Paketkopter 2.0: Post lässt Pakete per Drohne zustellen
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Gemeinsam mit den beiden Forschungs- und Entwicklungspartnern, dem Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen und der Microdrones GmbH, durchlief DHL Paket einen vom niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geleiteten Abstimmungs- und Genehmigungsprozess. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) für dieses Forschungsprojekt ein exklusives Flugbeschränkungsgebiet eingerichtet. Neben der Inselgemeinde Juist und der Stadt Norden hat auch die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer den Einsatz des Kopters genehmigt.

Der Frachtbehälter
Der Frachtbehälter
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Der DHL Paketkopter wurde seit seinem Jungfernflug im vergangenen Dezember speziell für diesen Anwendungsfall weiterentwickelt. Das Forschungsteam habe laut DHL beispielsweise Flugdauer, Flugreichweite und Geschwindigkeit optimiert, um den speziellen Herausforderungen wie Wind und Seewetter an der Nordseeküste gerecht zu werden.

Autonome Transportflüge per DHL Paketkopter

Zu den technischen Neuheiten des DHL Paketkopters zählen laut DHL eine verlängerte Flugfähigkeit sowie eine erhöhte Reichweite: Bis zur Insel Juist legt er rund 12 km einfach zurück. Der Flug findet dabei erstmals vollständig autonom statt. In keiner Flugphase sei das Eingreifen eines Piloten erforderlich, wie DHL betont. Aus Sicherheitsgründen und entsprechend den Vorgaben der genehmigenden Behörden wird der DHL Paketkopter während seines Flugs jedoch von einer mobilen Bodenstation in Norddeich ständig überwacht, um bei eventuellen Fehlfunktionen oder Notsituationen manuell und in Echtzeit unverzüglich eingreifen zu können. Zudem steht die Bodenstation im ständigen Kontakt zur Flugsicherung.

Damit der DHL Paketkopter sicher fliegt und punktgenau landet, wurde ein Autopilot mit automatischer Start- und Landefunktion entwickelt, der im Vorfeld umfangreiche Tests durchlaufen hat. In einer Flughöhe von zirka 50 Metern legt der Kopter je nach Wind bis zu 18 Meter pro Sekunde zurück und wird vor allem Arzneimittel an Wochentagen und Wochenenden zu ausgesuchten Zeiten vom Festland zur Insel Juist bringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Zeiten, in denen keine alternative Infrastruktur per Flugzeug oder Fähre verfügbar ist. Die Starts vom Festland finden auf dem Hafengelände in Norddeich statt. Die Landung erfolgt auf der Insel Juist auf einem speziell für den Kopter vorgesehenen Start- und Landeplatz. Von dort wird die Ware durch den DHL Zusteller an den adressierten Empfänger zugestellt. Damit die Ware beim Transport optimal gesichert ist, hat DHL Paket einen speziellen Lufttransportbehälter entwickelt, der extrem leicht sowie wetter- und wasserfest ist.

Arzneimittelbestellung vor Ort

Die Arzneimittel für den Transport können in der Seehund-Apotheke auf der Insel Juist bestellt werden, mit der DHL Paket für dieses Pilotprojekt zusammenarbeitet. Urlauber und Inselbewohner haben die Möglichkeit, sich ab dem Start des Projektes auf www.dhl.de/paketkopter über die mit dem Forschungsprojekt verbundenen Bestellmöglichkeiten zu informieren.

Seit den ersten Testflügen des Paketkopters, bei denen Arzneimittel von einem Bonner Rheinufer zum anderen geflogen wurden, hat DHL Paket das Forschungsprojekt weiter verfolgt und die Zusammenarbeit mit Forschungs- und Entwicklungspartnern ausgeweitet: Neu an Bord ist das Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen, welches den Tätigkeitsschwerpunkt auf die Optimierung, Modellbildung, Simulation und Steuerung von hochautomatisierten Luftfahrzeugen legt. Vor allem der sichere und robuste Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen für unterschiedlichste Aufgaben auch in schwierigen Umgebungs- und Wetterbedingungen ist ein Spezialgebiet des Instituts.

DHL, Google und Amazon

Konkrete Einsatzpläne für den Regelbetrieb von DHL Paketkoptern in der Paketzustellung gibt es allerdings weiterhin nicht. Der DHL Paketkopter 2.0 konkurriert mit ähnlichen Projekten von Google (Project Wing) und Amazon (Prime Air). Alle drei Projekte sind noch in der Erprobungsphase und haben noch nicht die Serienreife erlangt. (PC-Welt/mb)

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