Ricoh übernimmt das Druckergeschäft von IBM

26.01.2007
InfoPrint Solutions Company auf Basis der IBM Printing Systems Division soll hundertprozentige Tochter von Ricoh werden.

Ricoh und IBM haben die Gründung eines Joint-Ventures auf der Basis der IBM Printing Systems Division bekannt gegeben. Das ist der erste Schritt zur Übernahme des Druckergeschäfts durch Ricoh.

Als Bestandteil des Vertrags zwischen IBM und Ricoh wird Ricoh bei Abschluss zunächst 51 Prozent der InfoPrint Solutions Company und im Laufe der nächsten drei Jahre schrittweise die verbleibenden 49 Prozent übernehmen, so dass das Joint Venture zu einer hundertprozentigen Tochter von Ricoh wird.

Als Gegenleistung erhält IBM 725 Millionen Dollar in bar bei Vertragsabschluss. Darin enthalten ist eine Verwaltungsgebühr von 35 Millionen Dollar. Dieser Barbetrag stellt sowohl den Gegenwert für die Übernahme der anfänglichen 51 Prozent in das Joint Venture durch Ricoh dar als auch die Anzahlung für die verbleibenden, noch zu erwerbenden 49 Prozent sowie für Lizenzgebühren und Services, die von IBM an die InfoPrint Solutions Services Company bereitgestellt werden. Die Abschlusszahlung bei dieser Transaktion wird am Ende der dreijährigen Laufzeit auf der Basis von Gewinn- und Verlustbeteiligung der Partner festgelegt. Die erste Transaktion soll im zweiten Quartal 2007 abgeschlossen werden.

"IBM und Ricoh unterhalten bereits seit vielen Jahren eine gute Geschäftsbeziehung zu beiderseitigem Vorteil, und so stellt diese Vereinbarung eine logische Konsequenz dar," sagt Samuel J. Palmisano, IBM Chairman, President & CEO. "Ricoh blickt nicht nur auf eine Erfolgsgeschichte in der Druckerindustrie zurück, sondern bringt auch das nötige Rüstzeug mit, um Innovationen und Wachstumsmöglichkeiten in der InfoPrint Solutions Company umzusetzen, was bestehenden und zukünftigen Kunden zugute kommt. Durch den Transfer der IBM Printing Systems Division an Ricoh ist IBM schließlich in die Lage, sich noch intensiver auf ihre strategischen Geschäftsfelder und die Kunden in diesen Bereichen zu konzentrieren."

"Diese Vereinbarung hat entscheidende Bedeutung für Ricoh und unterstützt unsere Bemühungen, bei Drucksystemlösungen ein weltweit führender Anbieter zu werden," sagt Masamitsu Sakurai, President und CEO bei Ricoh. "Wir werden die nötigen Ressourcen investieren, um InfoPrint Solutions Company zu einem Kerngeschäft werden zu lassen. Dabei bauen wir auf unsere lange währenden Beziehungen zu IBM und freuen uns darauf, eine Infrastruktur zu schaffen, mit der komplexe Lösungen und strategisch bedeutende Umgebungen geschaffen werden können."

Abhängig von den Genehmigungsverfahren und erforderlichen nationalen Informations- und Beratungsprozessen wird die InfoPrint Solutions Company ihre Tätigkeit voraussichtlich mit 1.200 Mitarbeitern aufnehmen. IBM wird weiterhin Wartungsservices für Kunden der InfoPrint Solutions Company, die über eine Servicevereinbarung verfügen, bereitstellen. Es ist geplant, dass im Laufe der Zeit und wieder in Abhängigkeit von den Genehmigungsverfahren und erforderlichen nationalen Informations- und Beratungsprozessen mehr als 1.000 IBM Servicespezialisten für Druckerwartung in das neue Unternehmen aufgenommen werden.

Die InfoPrint Solutions Company vereint die Erfahrungen von IBM im Bereich unternehmensweiter Drucklösungen aus über 40 Jahren mit dem Know-how von Ricoh als führendem Anbieter von Bürolösungen. Dieses Joint Venture verfügt also über beste Voraussetzungen, bei Druckerlösungen für Kunden aller Größen - für kleine und große Unternehmen - eine führende Rolle zu übernehmen. Durch die vereinten Kräfte von IBM und Ricoh stellt die InfoPrint Solutions Company einen hervorragenden Unternehmenswert dar: Stärkung im Bereich Forschung und Entwicklung, breiteres Portfolio an Produkten und Services, Verbesserung bei den Vertriebsmöglichkeiten und eine umfassendere Angebotspalette.

Das Joint Venture profitiert vom Zugang zum leistungsstarken weltweiten IBM Vertriebsnetz sowie von der weiteren Nutzung der IBM Marke InfoPrint. IBM Kundenteams, Business Partner und Händler bieten weiterhin umfassende IT-Lösungen an mit der Infoprint Solutions Company als weltweit operierendem Partner für Drucker. Die IBM Kapazitäten bei der Druckerentwicklung werden ebenfalls Teil des Joint Ventures. Außerdem wird IBM Global Financing auch in Zukunft Finanzierungslösungen für die InfoPrint Solutions Company bereitstellen, denn die Kunden und Business Partner des Joint Ventures sollen von hervorragenden Finanzierungsservices profitieren.

IBM und Ricoh sind bereits seit 20 Jahren strategische Partner und haben bei einer Reihe von Innovationen zusammengearbeitet. Hierzu gehören führende Bildtechnologien und leistungsfähige Druckystemlösungen. Die InfoPrint Solutions Company wird ihre zukunftsweisenden Möglichkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung bei der Bereitstellung von Hardware, Software und Services einfließen lassen und mit einem erweiterten Angebotsportfolio auf dem Markt aufwarten.

Die weltweite Zentrale der InfoPrint Solutions Company wird in Boulder, Colorado, sein, wo sich derzeit die Zentrale der IBM Printing Systems Sparte befindet. General Manager der IBM Printing Systems Division, Tony Romero, wird das neue Unternehmen als President und CEO leiten.

Bis zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung und der entsprechenden Implementierung in den Ländern läuft der derzeitige Betrieb der IBM Printing Systems Division weiter. Im laufenden Quartal wird es im Zusammenhang mit der Transaktion nur minimale Belastungen geben.

Das Druckergeschäft von IBM brachte im Jahr 2006 ca. 1 Mrd. US-Dollar Umsatz. Der von IBM erwartete Gesamtgewinn vor Steuern nach der Transaktion mit Ricoh wird zwischen 175 Mio und 275 Mio. US-Dollar liegen. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wird ein Gewinn vor Steuern in diesem Zeitraum zwischen 100 Mio. und 150 Mio. US-Dollar erwartet. Der Rest des erwarteten Gewinns wird über die nächsten drei Jahre ausgewiesen, wenn Ricoh den IBM Anteil von 49 Prozent der InfoPrint Solutions Company übernimmt. Die exakte Höhe des Gewinns kann noch nicht festgestellt werden. Sie wird nach Ende der Transaktion und Verfügbarkeit entsprechender Informationen bekannt gegeben werden. Variablen, die den Gewinn letztendlich beeinflussen, sind die Bewertung des nach Vertragsabschluss zu transferierenden Nettovermögens, die Bewertung anderer im Zusammenhang mit dem Joint Venture unterschriebenen Vereinbarungen, die mit der Transaktion verbundenen Ausgaben und die betriebliche Leistungsfähigkeit des Joint Ventures. (mf)

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