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30.10.2006

Semiramis-Insolvenz: Was Partner und Kunden dazu meinen

Die Cappa Group, in der sich sieben Semiramis-Vertriebspartner zusammengetan haben, und das Anwenderunternehmen Sonax kommentieren den Insolvenzantrag des ERP-Herstellers.

Kunden, Partner und auch der Wettbewerb wurden vom Insolvenzantrag des ERP-Anbieters Semiramis überrascht. Über die Gründe wird nun spekuliert. Aus der Sicht des Firmengründers Reinhold Karner sei es zur Insolvenz gekommen, da Karners Partner Franz Koch nicht bereit war, die "eigentlich schon vereinbarten Expansionspläne" auch finanziell mitzutragen. Geplant war, das Partnergeschäft auszubauen, durch einen direkten Vertrieb zu ergänzen, um so auch größere Kunden als den bisher adressierten Mittelstand zu erreichen, und Branchenschwerpunkte zu setzen. Im Zuge dieser Ausrichtung sollten die Firmen KTW und Semiramis zusammengeführt werden. Daraus wird nun vorerst nichts. Was aus dem Produkt und der Firma Semiramis wird, steht vermutlich erst im Dezember fest.

Die Eigentümer von Semiramis sind neben der KTW (50 Prozent) die Firma Risq in Malta (fünf Prozent) und zu 45 Prozent die Koch Stiftung.

Dass nur der fehlende Wille des Geldgebers Koch die Ursache war, bezweifelt Michael Kegelmann, Sprecher der Cappa Group. "Dass für eine Expansion ins Geschäft mit größeren Kunden Geld notwenig ist, hat Franz Koch bestimmt auch verstanden. Kegelmann zufolge sind die Kunden nun natürlich verunsichert. Einige unter ihnen, die bereits Teile der Lösung eingeführt haben, warten zunächst die Entwicklung Kirchbichl und Hannover ab, bevor sie die nächsten Projektabschnitte realisieren. Auch das Neugeschäft dürfte Kegelmann zufolge zum Erliegen kommen. "Der Produktname ist verbrannt." Dass beste wäre, wenn ein großer Investor aus der Branche die Lösung übernehmen würde. Kegelmanns Wunschpartner ist die SAP. "Dann hätten die ein mittelstandstaugliches Produkt und könnten Business One einstellen. Und wir als Partner hätten einen finanzstarken Konzern im Rücken." Ob es dazu kommt, hänge natürlich davon ab, wer nun die Rechte an der Software besitzt. Mit eine schnellen Lösung rechnet der Vertriebspartner nicht. "Bis Ende des Jahres tut sich da nichts."

Zu den von der drohenden Insolvenz betroffenen Anwendern zählt der Autopflegemittelhersteller Sonax aus Neuburg an der Donau. Frank Schubbert, ERP-Projektleiter, war genau wie die Mitarbeiter des Softwarehauses selbst überrascht von der Meldung, dass das Softwarehaus einen Insolvenzantrag gestellt hat. Der für Sonax zuständige Kundenbetreuer der KTW informierte den IT-Experten auf der Systems. Erfreut ist Schubbert natürlich nicht, sieht die Situation jedoch nicht so dramatisch. Sein Unternehmen wird unbeirrt geplante Vorhaben rund um die Semiramis-Installation realisieren, teilte Schubbert der COMPUTERWOCHE mit. Sonax nutzt die ERP-Lösung seit Juli dieses Jahres produktiv, und zwar für Ein- und Verkauf, Produktion, Finanzbuchhaltung und zur Anbindung an den externen Logistikdienstleister. (fn)

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