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01.11.2015 - 

Psychische Belastung hat viele Ursachen

Stressgrund Privatleben

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Immer mehr Berufstätige erkranken psychisch. Warum? Weil sich das Arbeitsleben gewandelt hat? Das ist nur eine von vielen Ursachen. Auch unser Privatleben hat sich verändert, sagt Bernhard Kuntz.

Die Zahl der Berufstätigen mit psychischen Erkrankungen steigt. Diese Nachricht liest und hört man seit Jahren in den Medien. Und regelmäßig streiten sich Arbeitnehmer- und -gebervertreter über die Ursachen hierfür. Der erhöhte Arbeitsdruck in den Betrieben ist schuld, betonen in der Regel die Arbeitnehmervertreter. Und die Vertreter der Arbeitgeber? Sie verkünden meist, die Berufstätigkeit sei selten die alleinige Ursache für das Entstehen psychischer Erkrankungen.

Für viele junge Eltern fehlt das Unterstützungssystem durch eine Großfamilie. Das belastet die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.
Für viele junge Eltern fehlt das Unterstützungssystem durch eine Großfamilie. Das belastet die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.
Foto: bernd.neeser-shutterstock.com

Wer hat recht? Warum klagen heute mehr Arbeitnehmer als früher über ihre psychische Belastung? Die veränderte Arbeitswelt spielt hierbei durchaus eine Rolle. Davon ist Frank Linde, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens improve, Lingen (Ems), überzeugt. Doch hierin allein die Ursache für die gestiegene Belastung zu sehen, greift seines Erachtens zu kurz. Denn nicht nur am Arbeitsplatz, auch privat werde heute von den Menschen "mehr Eigeninitiative und -verantwortung erwartet". Das überfordere viele - "auch weil sich die Sozialstrukturen in unserer Gesellschaft gewandelt haben".

Unterstützungssysteme fehlen

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren in Deutschland Familien mit drei, vier Kindern gang und gäbe. Und wenn der Nachwuchs selbst eine Familie gründete? Dann geschah dies meist relativ nah beim Elternhaus. "Entsprechend groß waren das familiäre Unterstützungssystem und der gewachsene Freundeskreis, auf den man sich im Bedarfsfall stützen konnte", erklärt Linde.

Heute hingegen dominieren zumindest in den städtischen Ballungsräumen die Singlehaushalte. Und die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie? Sie ist schon fast die Ausnahme. Und was wurde aus den Verwandten, auf die man im Bedarfsfall zurückgreifen kann? Die existieren oft nicht mehr oder wohnen Hunderte von Kilometern entfernt.

Auch das erhöht den Druck unter dem Berufstätige stehen. Denn wegen der fehlenden Unterstützungssysteme werden "oft schon Kleinigkeiten zu einem Stress verursachenden Problem", weiß die Wiener Managementberaterin Sabine Prohaska. Zum Beispiel das Paket, das abgeholt werden muss. Oder der Besuch eines Handwerkers.