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07.08.2014 - 

Quereinsteiger

Vor Google kommt Amazon

Andreas Raum ist Mitgründer und Geschäftsführer der freyraum marketing GmbH. Er beschäftigt sich bereits seit rund 20 Jahren mit dem IT- und TK-Channel in Deutschland und verfügt über ein gutes Netzwerk zu Systemhäusern, Herstellern und Distributoren.
Seit Amazon boomt, floriert der Buchhandel nur noch so mittelstark. Die interessante Botschaft: Auch Amazon hat seine Geschäftsaktivitäten erweitert. Und das, was Amazon da treibt, geht die IT-Branche sehr viel an.
Andreas Raum: "Zwei eigentlich branchenfremde Großunternehmen begeben sich in unseren Markt."
Andreas Raum: "Zwei eigentlich branchenfremde Großunternehmen begeben sich in unseren Markt."
Foto: Freyraum

Mit einem einzigen großen Computer, der Google ist, möchte der Suchmaschinenmarktführer künftig Rechenleistung an Unternehmen vermarkten. Die Idee: Unternehmen müssen die Infrastruktur nicht mehr selbst anschaffen. Sie beziehen so viel IT, wie sie benötigen, aus dem großen Google-Rechner.

Klingt wie Science Fiction? Ist es aber nicht. Google macht mit diesen Dienstleistungen bereits Umsatz. Wie viel, das ist geheim. Nur so viel: Bei Google denkt man, dass der Markt mehr Potenzial hat als der Werbemarkt. Für das zweite Quartal hat Google soeben einen Umsatz von 15,9 Milliarden Dollar gemeldet. Davon entfallen 14,3 Milliarden auf Werbung.

In seinem zweiten Geschäftsquartal hat Onlinehändler Amazon fast genau so viel Umsatz gemeldet wie Google. Das Amazon-Geschäftsmodell ist ein anderes: Das Unternehmen ist ein Einzelhändler. Wenn Sie Bücher oder Videos oder zum Beispiel Hosenträger bei Amazon bestellt haben, haben Sie zu diesem Ergebnis beigetragen.

Interessant jedoch sind die Parallelen. Auch Amazon hat erhebliche Rechnerkapazitäten aufgebaut. Und Amazon bietet diese – ganz ähnlich wie Google –Unternehmenskunden an. Nur tut Amazon das schon viel länger als Google und mit einigem Erfolg. Zwar ist die genaue Umsatzgröße auch bei Amazon geheim, doch stellen Analysten immer wieder Schätzungen an. Jüngst rechnete Pacific Crest Securities aus, Amazon werde im laufenden Jahr fünf Milliarden Dollar mit seinen AWS Cloud Services einnehmen. Eine enorme Steigerung nach geschätzten 3,1 Milliarden in 2013.

So und jetzt kommt das Beste: Amazon geht davon aus, dass dieser Markt erheblich mehr Potenzial hat als das angestammte Segment des Einzel- bzw. Versandhandels. Das erklärt Amazon CTO Werner Vogels, ein gebürtiger Niederländer, in diesem ausgesprochen interessanten Interview bei re/code. Klar. Denn er spricht ja vom gesamten ITK-Markt. Und der ist laut Bitkom in diesem Jahr drei Billionen Euro schwer. Es ist der Markt, in dem wir alle so erfolgreich unterwegs sind wie wir können.

Alle, die meinen Artikel über Navigation gelesen haben, der eigentlich von Google gehandelt hat, werden jetzt eine gewisse Zangenbewegung bemerkt haben. Zwei eigentlich branchenfremde Großunternehmen begeben sich in unseren Markt und zwar mit erheblich viel Geld und interessanten technologischen Visionen. Wegschauen hilft nicht. Das betrifft uns alle.

Dass sich die beiden Internet-Giganten (nenne ich sie mal und bemühe einen etwas abgegriffenen Ausdruck) auch untereinander wenig schenken, zeigt der Umstand, dass Amazon auch Expeditionen in den von Google dominierten Werbemarkt unternimmt – mit großem Erfolg: Bei einem Wachstum von 33,5 Prozent wird Amazon im laufenden Jahr beinahe eine Milliarde Umsatz mit Werbung erzielen, schätzen Analysten. (bw)

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