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Unternehmensberater Andreas Franken


10.07.2013 - 

"Welcher Manager hat Lust, ständig seine Strategie zu ändern?"

Manager, die vom Tagesgeschäft getrieben sind, agieren oft fremdbestimmt. Solange alles gut läuft, ist kaum jemand geneigt, etwas zu ändern. Nichts zu tun, ist aber auch die falsche Devise.
Unternehmensberater Andreas Franken: "Unternehmen, die aufhören besser zu werden, hören auf gut zu sein."
Unternehmensberater Andreas Franken: "Unternehmen, die aufhören besser zu werden, hören auf gut zu sein."
Foto: Andreas Franken

Manager, die vom Tagesgeschäft getrieben sind, agieren oft fremdbestimmt. Besondere Ereignisse, laufende Projekte und natürlich die permanente Interaktion mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, etc. geben den Takt vor. Doch solange unter dem Strich alles gut läuft, ist auch selten jemand geneigt, den Lauf der Dinge zu ändern. Wir haben zu diesem Thema den auf die Themen Strategie, Marketing und Vertrieb spezialisierten Unternehmensberater Andreas Franken befragt.

Warum sollten Manager die Dinge verändern, wenn doch alles gut läuft?
Andreas Franken: Das ist eine berechtigte Frage und die Antwort ist sehr einfach: Solange das aktuelle Vorgehen die gewünschten Ergebnisse produziert, ist zunächst auch nichts zu ändern. Zu bedenken ist aber, dass die Vorboten der Verschlechterung oft kaum merkbar auftauchen.

Haben Sie Beispiele für diese Vorboten?
Franken: Oh ja, da gibt es viele. Steigende Fehlzeiten sind oft ein Anzeichen für sinkende Mitarbeiterzufriedenheit. Diese führt nicht selten zu Qualitätsverschlechterungen und diese zu Kundenverlusten. Beispielsweise sind aber auch sinkende Margen Vorboten für sich einschleichende Wettbewerbsnachteile – dies führt zu Ergebnisverschlechterungen. Zu den deutlichen Zeichen zählen auch Umsatz- bzw. Absatzrückgänge in den Segmenten oder auch eine steigende Mitarbeiterfluktuation. Die besten Mitarbeiter verlassen das Unternehmen zuerst.

Und was kann man dagegen tun?
Franken: Es ist nicht immer einfach, sich neben dem Tagesgeschäft seine Sensibilität für diese "leisen Themen" zu erhalten. Grundsätzlich gilt aber, dass jedes Geschäftsmodell ein Verfallsdatum hat. Hieraus ist zu schlussfolgern, dass es schlechter wird, wenn es so bleibt wie es ist.

Das klingt paradox. Wenn die Geschäfte gut gehen, dann macht das Management doch auch alles richtig.
Franken: Oftmals werden für die Verschlechterung von relevanten harten oder weichen Kennzahlen doch Gründe wie "Konjunkturprobleme" bzw. "allgemeine Krisen" gefunden. Diese Gründe haben allesamt den großen Vorteil, dass man selbst nichts tun muss, da man gegen die Verschlechterung der übergeordneten allgemeinen Rahmenbedingungen einfach nichts tun kann. Unternehmen bzw. Abteilungen werden von Menschen geleitet und es ist menschlich zu sagen: "Da kann ich nichts zu, das war höhere Gewalt."

Gegen höhere Gewalt kann man aber auch nichts ausrichten.
Franken: Völlig richtig, aber nicht alles, was als eine solche bezeichnet wird, ist höhere Gewalt. Tatsächlich ist es doch so, dass das jeweilige Umfeld für die einzelnen Geschäftsmodelle permanent in Bewegung ist. Technologischer Fortschritt, veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen, die Verfügbarkeit von Ressourcen, das Verhalten der Wettbewerber und natürlich veränderte Kundenwünsche sind nur einige Parameter, auf die es sich immer wieder neu einzustellen gilt.
Deshalb muss das Management eines Unternehmens sein jeweils aktuelles Tun stets in Frage stellen. Hierfür gibt es Methoden. Im Ergebnis sollte die permanente Verbesserung institutionalisiert sein.

Auf der nächsten Seite geht es u.a. um das Verständnis zwischen dem Unternehmer und dem Kunden.