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02.11.2016 - 

Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

Das Scheitern von Innovationen verhindern

Dr. Torsten Langner ist Sr. Business Development & Sales Manager für das Thema Platform as a Service (PaaS) in der Digital Division der T-Systems. Vorherige Stationen waren u. a. Enterprise Architekt und Technology Category Lead Incubation Sales bei Microsoft sowie Senior Architect Financial Services bei IBM Platform Computing.
Innovation passiert heutzutage überall. Alle sind innovativ, agil und digital. Doch warum sind nur wenige erfolgreich?

Laut Gabler Wirtschaftslexikon sind Innovatoren diejenigen, die eine innovative Idee verwirklichen. Aktuell scheint es als böte nur der StartUp Markt innovative Ideen an. Große Unternehmen überfühen eher die Innovationen in explizite Ausgründungen, die für innovative Konzernideen zuständig sind: IoT, Blockchain etc.
Doch ist das Potenzial für Innovationen wirklich nur auf StartUps und digitale Ausgründungen begrenzt, die bereits durch ihre explizite Stellung außerhalb der "alten" Organisation zur Innovation verdammt sind? Definitiv nicht.

Innovation beginnt im Kleinen.
Innovation beginnt im Kleinen.
Foto: Sunny studio - shutterstock.com

Ein Innovator ist jeder, der Optimierungspotentiale erkennt und den Mut hat, diese umzusetzen. Auf der einen Seite befinden sich Startups und die Ausgründungen großer Organisationen auf experimentellem Terrain. Sie entwickeln und prototypisieren primär neue Geschäftsideen, von denen nicht klar ist, ob sie vom Markt angenommen werden oder nicht. Auf der anderen Seite gibt es in den bestehenden Organisationen so viele Innovatoren, die Experten auf ihrem Gebiet sind und Optimierungspotentiale erkennen.

Jede Organisation benötigt Menschen, Tools und Prozesse um funktionieren zu können. Hierbei ist es der Mensch, der die Tools und Prozesse auswählt und entwickelt. Es ist aber auch der Mensch, der sich über die Tools und die Prozesse im Nachhinein ärgert.

Der Innovator und seine Beweggründe

Bevor ich den Grund nenne, weshalb Innovatoren scheitern, nenne ich anhand einer Who-Why-What-How Canvas den Grund, wer der Innovator überhaupt ist und warum er überhaupt innovativ ist:

Der Innovator ist eine Person, die eine neue Herausforderung für sich identifiziert hat: ein neues Produkt, eine neue Technologie, ein optimierter Prozess usw.

Und warum sucht er sich eine neue Herausforderung? Er könnte sich doch einfach in der komfortablen Zone ausruhen?
Der Innovator möchte Spaß an der Arbeit haben ("enjoy work"). Die Herausforderung fordert ihn mental heraus, genauso wie der Marathon den Jogger herausfordert. Derjenige, der Spaß an der Arbeit hat, der macht in der Regel einen guten Job.

Der Innovator ist aber auch ein Experte auf seinem Gebiet und sieht das Innovationspotential. Sein Fachchinesisch, mit dem er zu einer Veränderung aufruft, wird nur von wenigen verstanden, deshalb möchte er unbedingt verstanden werden ("be understood").

3 Gründe für das Scheitern

Kommunikation: Der wichtigste Grund für das Scheitern ist die Kommunikation. Innovationen werden von Menschen geschaffen und diese Menschen müssen andere Menschen davon überzeugen, dass die Innovation einen Mehrwert hat.
In der Regel sind diejenigen, die Innovation schaffen, Experten auf einem bestimmten Gebiet. Diejenigen, die diese Experten verstehen, sind meistens ebenfalls Experten derselben Domäne. Diejenigen, die sie überzeugen müssen, sind aber keine Experten sondern Manager oder Investoren, deren Aufgabe es ist, Entscheidungen zu treffen.

Wenn derjenige, der Innovation schaffen möchte, an Entscheider herantritt, die nicht verstehen, was genau der Mehrwert der Innovation ist, wird die Innovation direkt im Keim erstickt.

Risikoaversion: Innovationspotenziale zu entdecken ist eine Fähigkeit. Diese Veränderungen aber auch zu treiben ist eine andere Fähigkeit. Erfolgreiche Innovatoren müssen den Mut zum Scheitern haben. Aber sie müssen auch den Mut haben, ihre Ideen zu verteidigen.

Organisation: Gestandene Organisationen sind in der Regel darauf ausgerichtet, das, was sie groß und erfolgreich gemacht hat, zu erhalten. Yves Morieux hat in seinem Ted Beitrag es auf einen Nenner gebracht: zu viele Regeln verhindern, dass man innovativ ist. Zudem sind Organisationen so gestrickt, dass Ergebnisse messbar gemacht werden müssen - um die Performance gegen Anderes und Vergleichbares überprüfen zu können.

Das Scheitern verhindern

Die drei Gründe für das Scheitern sind die Kommunikation, die Risikoaversion sowie die Organisation. Letztere lässt sich nur schwer ändern. Je größer das Unternehmen ist, desto schwieriger ist es die Organisation und den Personalkörper zu modifizieren. Da fällt eine Ausgründung deutlich leichter. Der Mut zum Risiko liegt in der Natur jedes einzelnen. Der eine hat Mut zum Risiko, der andere nicht.

Bleibt noch die Kommunikation. Diese kann jeder ändern - und das sehr einfach. Wie bereits in meinem Buch Überzeugende Kommunikation in der IT beschrieben wurde, verarbeitet das menschliche Gehirn Informationen immer nach demselben Muster. Wenn eine Information gemäß Warum Was Wie strukturiert wurde, erreicht sie den Empfänger. Üblicherweise kommunizieren Domänenexperten - und davon gibt es in der IT sehr, sehr viele - genau umgekehrt. Der Trick ist also, dieselben Informationennur anders aufbereitet an die Zielgruppe zu senden. Der Inhalt ist dann derselbe, die Informationen werden nur anders aufgenommen.

Nehmen wir als Beispiel einmal die so genannte. Healthy Eating Plate der Harvard School of Public Health. Besucher dieser Webseite erfahren sehr viel darüber, wie sich ein ideales Essen zusammensetzt. Aber finden sie irgendeine Information darüber, warum sie solch eine Zusammenstellung essen sollten bzw. für was es gut ist? Finden sie etwas darüber, an wen sich diese Empfehlung richtet? Die Antwort ist nein. Sie finden diese Antworten erst, wenn sie sehr sehr viel recherchieren.

Und genau das passiert jeden Tag im beruflichen Alltag. Exprten auf einem bestimmten Gebietet kommunizieren primär auf der "wie mache ich etwas" Ebene. Aber, was man ändern sollte und vor allem warum beziehungsweise wer betroffen ist, wird eher auf Nachfrage kommuniziert.

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