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08.09.2014 - 

Der CP-Querschläger

Die Zukunft des Handels in der neuen IT-Welt

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
"Uns Händlern verbleibt nur noch virtuelles Klinkenputzen" – der Blick in die Zukunft der neuen IT-Welt ist nicht wirklich rosig. Einer nach dem anderen wird dran glauben müssen.

Kaum ist das Sommerloch mit Belanglosem wie Wowereit, EU und NSA 2.0 einigermaßen überstanden, stehen bereits die Aufgaben und Termine für die zweite Jahreshälfte an. Auszeichnungen, Seminare, Konferenzen, Messen. Es scheint, als müsse niemand mehr arbeiten.

Es gibt ja die Cloud und bald Industrie 4.0, da läuft ohnehin alles von alleine. Schöne neue IT-Welt. Händler brauchen keine Betriebssysteme oder Software mehr zu verkaufen, nur noch Verträge. Diese schwere Bürde wurde uns dank Direktverkauf der Hersteller, Zwangsregistrierung der Endkunden und Fernüberwachung der Lizenzen komplett genommen.

Schöne neue IT-Welt. Dank Cloud und Industrie 4.0 läuft alles von alleine. Händler brauchen keine Betriebssysteme oder Software mehr zu verkaufen, nur noch Verträge.
Schöne neue IT-Welt. Dank Cloud und Industrie 4.0 läuft alles von alleine. Händler brauchen keine Betriebssysteme oder Software mehr zu verkaufen, nur noch Verträge.
Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com

Und der Kunde hat auch etwas davon. Er darf ab sofort immer die jüngste Version nutzen – ob er will oder nicht. Eingespielte Arbeitsabläufe, Fachkenntnisse, Kreativität – wozu? Er soll kaufen, nicht produktiv arbeiten! Und dazu noch zwangsverkabelt mit Big Brother.

Zum Beispiel Office 365 oder auch 2013. Die neue Grundausstattung für das Büro kann in drei UIs, also vorgesehene Schnittstellen zum Menschen, eingestellt werden: hässlich, geschmacklos oder unbrauchbar. Jeder, der schon einmal mit Word im letzten Jahrtausend gearbeitet hat, darf sich von Microsoft veräppelt fühlen. User, die halbwegs vernünftig arbeiten wollen, versuchen deshalb, die Office-Versionen 2010 oder 2007 zu ergattern.

Da es bei Hardware ohnehin nichts zu verdienen gibt, verbleibt uns Händlern tatsächlich bald nur noch virtuelles Klinkenputzen. Cloud-Anbieter nennen das Value-Geschäft, eine Art Schneeballsystem, bei dem für immer größere Läden fiktive Leistungen für reales Geld verkauft werden. Arme neue IT-Welt.

Vor 20 Jahren gab es 486er-Rechner mit Windows 95 – und der Handel florierte. Vor 40 Jahren Taschenrechner, Telefone, Papierarchive – und die Welt funktionierte auch. Manche behaupten: sogar besser als heute, wo fünf Minuten ohne E-Mail-Check zur Hyperventilation führen. Wie oft täglich sind Sie 1980 zum Briefkasten gegangen?

Mein Fazit: Auf den sterbenden Fachhandel werden die kleinen Systemhäuser folgen, danach die Distribution. Wie es um den Handel in zehn Jahren bestellt sein wird, kann ich mir zwar vorstellen, will es aber nicht wirklich.
Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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