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09.10.2013 - 

Der CP-Querschläger

Home Office ist (k)ein perfekter Arbeitsplatz

Karl-Erich Weber, Jahrgang 1959, ist Kaufmann, Autor, freier Journalist und Redakteur. Hauptberuflich seit 1991 mit ITK und Unterhaltungselektronik befasst, schreibt er seit 1998 für unsere Redaktion. Seine ITK-Lieblingsthemen sind die News, Analysen und Projektionen aus Wirtschaft, Markt und Fachhandel sowie die Hersteller mit ihren Produkten. Zudem bloggt, kritisiert und kommentiert er leidenschaftlich Medien und Politik. 
Zu unserer Umfrage "Manche Unternehmen beordern Heimarbeiter wieder zurück ins Büro. Was halten Sie davon?" hat sich auch unserer "schreibender Fachhändler", der CP-Querschläger, seine Gedanken gemacht.
"Wer nicht da ist, wird vergessen: Home Office wird von den Nutzern überschätzt, von den Firmen unterschätzt."
"Wer nicht da ist, wird vergessen: Home Office wird von den Nutzern überschätzt, von den Firmen unterschätzt."

Heimarbeitsplätze oder ab und zu mal von zu Hause die Arbeit erledigen, das sind zwei Paar Stiefel. Ein Home Office ist ein vollwertiger Arbeitsplatz, an dem die gleichen Tätigkeiten wie im Unternehmen geleistet werden müssen. Insofern können die Ansprüche an ein Home Office nicht hoch genug gestellt werden, um den eigenen und den Erwartungen des Arbeitgebers zu entsprechen (--> zu unserer Umfrage).

Doch Heimarbeitsplätze werden oft von den Nutzern überschätzt, von den Firmen unterschätzt, so dass Enttäuschungen auf beiden Seiten programmiert sind. Ein Home Office, das aus einer umgebauten Computerecke besteht, nicht abschließbar ist und nicht autark vom übrigen Familienleben funktioniert, ist keines.

Es braucht feste Arbeitszeiten, ein starkes Pflichtbewusstsein und jede Menge Toleranz von eventuellen Mitbewohnern. Die Kommunikation mit dem Unternehmen, den Kollegen, der Geschäfts- und Projektleitung darf nicht zu kurz kommen. Doch es wird schneller der physische Kollege gegenüber gefragt, als auf den virtuellen im Chat warten zu müssen.

Isolation, Verfremdung und die Entfernung vom Unternehmen machen Heimarbeiter zu Außenseitern, ein automatisches Selbst-Mobbing.

Während vom Home Office ständige Bereitschaft erwartet wird, kümmern sich Unternehmen sehr wenig um die so wichtigen Wohlfühl- und Kreativ-Skills. Oft sind Skype, Google und E-Mail die einzige Verbindung zu den Kollegen. Weder wird zu Konferenzen oder Meetings eingeladen, noch im Vorfeld Expertisen eingeholt.

Frustration, Lustlosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle und soziale Isolation sind nur einige Gefahren, die vom Home Office ausgehen. Karriere ist zuhause ohnehin nicht vorgesehen. Wer nicht da ist, wird vergessen. Obwohl schon seit Ende der 90er Jahre über die Arbeitsformen des Informationszeitalters diskutiert wird, hat sich seitdem noch nicht viel geändert. Zwar gibt es Vorschriften und Urteile, aber kaum richtig gute Lösungen.

Mein Fazit: Auf Dauer ist ein Home Office derzeit kein Ersatz für einen Arbeitsplatz im Unternehmen. Es sei denn, man macht sich selbstständig und ist äußerst diszipliniert.

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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