Aufmüpfige Mitarbeiter

PC-Ware Schweiz vor Scherbenhaufen

22.04.2010

Die Befürchtungen der Mitarbeiter

Hintergrund dieser gewiss seltenen Arbeitssituation ist, wie unsere Schweizer Schwesterpublikation "Computerworld" schreibt, die Entwicklung der PC-Ware seit ihrem Verkauf an die Raiffeisen-Tochter im Oktober 2008 und der Neupositionierung des Unternehmens als Betreiber von Rechenzentren und Reseller von Software, etwa von Microsoft.

Konkret waren hohe Verluste im letzten Jahr, die Aufgabe des Hardware-Geschäftes sowie die unumgänglichen Restrukturierungen, rund 170 Entlassungen und die Befürchtung weiterer Entlassungen die Ursache für diese Entwicklung. Nachdem PC-Ware-Boss Klaus Elsbacher klar gesagt hatte, man werde auch die Ländergesellschaften durchleuchten, war man in der Schweiz offensichtlich hellhörig geworden.

Die Computerworld schreibt weiter: "Für die gut laufende Schweizer Niederlassung - so die bisherige Sprachregelung - seien keine Entlassungen vorgesehen. Offenbar hat aber in Sursee dennoch die Verunsicherung Überhand genommen, machten doch Gerüchte die Runde, es soll auch in der Schweiz eine neue Ausrichtung geplant sein und massiv Stellen abgebaut werden, indem zum Beispiel gewisse Field Services und Outsourcing-Aktivitäten über Bord geworfen werden sollen.

Bis Anfang voriger Woche hätte es keinerlei Anzeichen für eine generelle Unzufriedenheit bei den Angestellten von Comparex Schweiz gegeben - weder in Vorstandssitzungen, noch in E-Mails oder in Telefonaten. Vorwürfe einer Umstrukturierung und einer damit verbundenen Entlassungswelle weist Elsbacher als unwahr zurück. Vielmehr seien diese gezielt gestreut worden. Den Leipzigern zufolge will der Konzern am Schweizer Geschäftsmodell festhalten, aber hierzulande auch in das RZ-Business (Rechenzentrum) hineinwachsen. Im vergangenen Geschäftsjahr hätte man den Personalbestand bei Comparex Schweiz sogar ausgebaut."

Im Moment ist PC-Ware um Schadensbekämpfung bemüht. Zwar halten die Leipziger daran fest, mit allen Mitteln gegen die Bison und den vormaligen Comparex-Vorstand vorzugehen, zudem gehe man davon aus, dass die Angestellten der Comparex "unter Druck gesetzt und getäuscht wurden", doch sei man am Erhalt der Mitarbeiter interessiert. Man wolle wieder Ruhe in das Unternehmen bringen. Auf einer Mitarbeiterversammlung sagte Peter Jung, Interimschef von Comparex Schweiz, "nach einer Kündigung ist vor einer Anstellung".

Man darf gespannt sein, wie die turbulenten Entwicklungen bei der Schweizer PC-Ware-Tochter weitergehen. (wl)

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