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04.09.2014 - 

IFA 2014 -UHD, Wearables, IoT und Smart Home

Was die IFA-Trends fürs Business bedeuten

Klaus Hauptfleisch ist freier Journalist in München.
Ultra-HD, Wearables, das Internet der Dinge sowie das Smart Home gehören zu den bestimmenden Trendthemen der IFA 2014. Wir gehen der Frage nach, ob und inwiefern sich diese professionell nutzen lassen.
Foto: Messe Berlin

Consumer-Technik die im Business Einzug hält? Ein Beispiel dafür sind die Tablets. Längst haben Trend- und Marktforscher wie Gartner dem Consumer-Gadget Tablet im Zusammenhang mit dem Bring Your Own Device (BOYD) den B2B-Ritterschlag verpasst.

Für das Internet der Dinge (IoT), auf der aktuellen IFA 2014 vielfach zusammen mit dem Smart Home betrachtet, finden sich auch schon viele Business-Anwendungen, man denke nur an das Stichwort Industrie 4.0. Aber wie sieht es mit den anderen Hypes oder Trendthemen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin aus? Manche Antworten liegen auf der Hand. Datenbrillen wie Google Glass als berühmtestes Aushängeschild der Wearables eröffnen beispielsweis durch die freihändige Aufnahme von visuellen Daten viele Einsatzmöglichkeiten in der Industrie und in der Logistik.

Foto: Samsung

Die Stars der diesjährigen IFA sind sicherlich Ultra-HD-oder UHD-Fernseher mit 4K-Auflösung. Diese Display-Technik zieht mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten zunehmend auch bei Notebooks und Computermonitoren ein, weil sie eine detailreichere Darstellung ermöglichen und dadurch weniger Scroll-Bewegungen nötig sind. Mit UHD soll diese Marktbetrachtung denn auch beginnen.

Ultra-HD-TV im IFA-Blitzgewitter

"Zwei Trends aus dem Bereich der Consumer Electronics werden voraussichtlich beträchtlichen Einfluss auf die Infrastruktur in Unternehmen ausüben. Dazu zählen wir Wearables und Monitore mit UHD-Auflösung", meint Gregor Bieler, General Manager Consumer Channels Group bei Microsoft Deutschland.

Ähnlich wie es mit HD- und 3D der Fall war, sind die TV-Hersteller mit ihren Geräten wieder mal schneller als die Sendeanstalten. Die Rede ist von UHD- oder Ultra-HD-Fernsehern. Als Publikumsmagneten der IFA haben sie alle großen Player aus Japan und Korea im Gepäck. Dabei wird Ultra-HD-TV laut Northern Sky Research erst 2016 an den Start gehen, zunächst auch nur über Satellit.

Bis 2025 soll es weltweit 820 Ultra-HD-Sender geben, die mit 4K-Auflösung ausstrahlen. Der japanische Sender NHK, neben BBC und Italiens RAI Mitinitiator der UHD-TV-Initiative will ab 2020 sogar gleich auf die 8K-Auflösung von 7.680 x 4.320 Pixel gehen. BBC hat sich damit bei den Olympischen Sommerspielen 2012 auch schon versucht, allerdings nur im Public Viewing auf Riesenbildwänden. Sony hat die letzten Teile der Fußball-WM 2014 in Brasilien mit 4K aufgezeichnet. Das kalifornische Unternehmen Netflix, das in diesem Jahr auch in Deutschland startet, streamt seit April 2014 die IPTV-Eigenproduktion "House of Cards" in 4K-Auflösung. Amazon Instant Video hat ähnliche Pläne. Ende 2013 hat Youtube die maximale Upload-Auflösung von 4.096 x 3.072 Pixel nach oben durchbrochen. Während man für Full-HD bei einer Minute mit knapp 70 MB oder etwa 4,1 GB pro Stunde rechnen muss, sind es bei 4K rund 50 GB pro Stunde, von 8K ganz zu schweigen.

Panasonic hat im April 2014 den weltweit ersten 4K-fähigen Blu-ray-Player auf den Markt gebracht und mit der HX-A500 einen 4K-Camcorder. Panasonic-Manager Michael Langbehn sieht die Headmounted-Kamera des Systems als Brückenschlag zu den Wearables. Der Camcorder sei zwar in erster Linie für Consumer entwickelt, finde aber auch im professionellen Umfeld Anklang und lasse sich zum Beispiel von Trainern nutzen, um bestimmte Handgriffe oder Bewegungen zu verdeutlichen.

Sony hat auch schon entsprechende Media-Player mit mehreren Terabyte Speicher im Programm. Um diese und die eigenen UHD-TV-Geräte schmackhaft zu machen, sind darauf auch schon Kostproben von 4K-Filmmaterial gebannt. Interessant wird die UHD-Auflösung natürlich auch in Verbindung mit 3D, womit die von LG als Cinema 3D propagierte Polarisationstechnik deutlich gewinnen würde.

4K im Business

Foto: Eizo

Aber so spannend UHD-TV auch sein mag, gibt es noch andere 4K-fähige Geräte, die nicht nur zu Spiel und Spaß einladen. Da ist zum Beispiel das Toughpad 4K, für das Panasonic 3D-Werbebilder entwickelt hat, aus denen die verschiedenen Anwendungsbereiche wie Architektur, Automobilindustrie und Design hervorgehen. Toshibas Satellite P50t-B-10T für einen Online-Preis von rund 1.500 Euro war eines der ersten Notebooks mit (15,6 Zoll) UHD-Touch-Display. Gabriel Willigens, Business Unit Director für Consumer IT, zufolge eignet sich das Gerät beispielsweise für die professionelle Bildbearbeitung durch Fotografen und Grafikdesigner, da jedes noch so kleine Detail "gestochen scharf dargestellt" werde.

Interessant für den Einsatz im Business-Umfeld sei auch die HDMI-Schnittstelle mit UHD-Unterstützung, über die entsprechende Inhalte bei Kunden-Meetings und während Präsentationen auf ein UHD-fähiges externes Display übertragen werden könnten. Dell, Eizo, NEC, Philips (beziehungsweise MMD) und andere Hersteller haben entsprechende Monitore im Programm, hinzukommen erste Tablets wie das Toughpad von Panasonic.

Foto: Panasonic

"Ultra-HD-Displays besetzen momentan auf dem Markt noch einen Nischenbereich", erklärt Wolfgang Jung, Senior Director Systems bei dem großen IT-Distributoren Ingram Micro in München. "Eingesetzt werden sie bei detaillierten Arbeitsprozessen, die eine hohe Auflösung notwendig machen. Deshalb sind Ultra-HD-Displays insbesondere für die Werbe- und Designindustrie interessant." Im privaten Bereich würden sich Gamer als potenzielle Abnehmer anbieten.

Die japanische B2B-Edelmarke Eizo hat seit rund zwei Jahren 4K-Displays im Programm, darunter den Radiologie-Schirm RX850 und den 36,4-Zöller DuraVision FDH3601, der sich besonders für GIS (Geoinformationssysteme), Flugsicherung und Mikroskopie eigne. Auf den großen Partnermessen von NEC Display Solutions waren vor Jahren schon Bildwände mit vier oder mehr sogenannten Large Format Displays zu sehen, die zusammen ein 4K-Bild ergaben. Der Hersteller hat dem Thema UHD eine eigene Microsite gewidmet, auf der verschiedene Einsatzbereiche für 4K-fähige Tischmonitore, Large Format oder Public Displays und Projektoren gezeigt werden. Voraussichtlich im November bringt das Unternehmen im Bereich Large Format den 84-Zöller MultiSync X841UHD für netto rund 16.250 Euro auf den Markt. Als Einsatzmöglichkeiten für die UHD-Auflösung nennt der japanische Hersteller unter anderem CAD/CAM, Simulation, Videokonferenzen, Digital Cinema und Miet-Services für Public Viewing sowie Post Production.

2013 hat John Carmack, der Entwickler der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, durchblicken lassen, dass die diese in naher Zukunft auch mit 4K-Auflösung auf den Markt kommen werde. Die VR-Brille leitet wie Pansonics oben genannte HX-A500 mit Headmounted-Kamerateil gleich zum Thema Wearables über.