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27.11.2014 - 

Mobile IT-Systeme

Fachbereiche immer öfter mit eigenem Budget

Wolfgang Emmer arbeitet bei Evernine.
Hersteller erkennen zunehmend, dass bei der Erstellung von mobiler Soft- und Hardware vor allem diejenigen miteinbezogen werden müssen, die sie anwenden. Laut IDC wird ab 2015 jeder zweite Fachbereich in Anwenderunternehmen über ein eigenes Budget für mobile Systeme verfügen.

Notebooks, Tablets oder Smartphones - die Cloud ist nur ein Grund, warum mobile Endgeräte künftig noch mehr die IT-Landschaft von Unternehmen beherrschen werden. Drei von vier Unternehmen planen, im nächsten Jahr den Einsatz von Smart Devices auszuweiten. Das wurde besonders deutlich, als das IDC am 21. November 2014 im Münchener Le Meridien seine neusten Ergebnisse zum Thema Enterprise Mobility in Deutschland 2014/15 vorstellte. Dazu befragte das Forschungsunternehmen die IT- und Fachbereiche von 251 Unternehmen.

Der Smartphone- und Tablet-Boom ist laut IDC noch nicht vorbei.
Der Smartphone- und Tablet-Boom ist laut IDC noch nicht vorbei.

Kommunikation wird wichtiger

Mitarbeiter erwarten heute, dass Business-Anwendungen heute genauso intuitiv sind wie die Apps, die sie zuhause benutzen. Schatten-IT ist daher heute in Zeiten der Cloud nicht weniger ein Thema als früher. Die Bedürfnisse der Benutzer bekommen einen neuen Stellenwert. Anstelle ihnen eine Anwendung einfach nur vorzusetzen, müssen sie vermehrt in die Entscheidungen miteinbezogen werden.

Das scheinen immer mehr Unternehmen zu erkennen, wie Axel Simon, Business Development Manager von HP, deutlich zum Ausdruck brachte: "Dass sich die Hersteller, Fachabteilungen und IT-Verantwortliche an einen Tisch setzen, beginnt zu funktionieren und ist in den letzten sechs Monaten vermehrt erkennbar. Wir müssen uns davon verabschieden, als Hersteller nur mit der IT zu reden."

Mobile Sicherheit ganz oben auf der Liste

Die Ergebnisse der IDC-Studie sprechen die gleiche Sprache: Während die Fachbereiche bei IT-Entscheidungen früher überhaupt nicht berücksichtigt wurden, soll bereits 2015 jeder zweite Fachbereich über ein eigenes Mobility-Budget verfügen.

Dennoch löst das nicht alle Probleme, denn Mobility ist ein vielschichtiges Thema und stellt Unternehmen auch im nächsten Jahr vor große Herausforderungen: Diese betreffen das Management der Geräte, Applikationen und des Inhalts auf den Mobile Devices zugleich, denn jedes mit dem Firmennetz verknüpfte Gerät stellt ein potentielles Einfallstor für Fremdzugriffe dar. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass es Unternehmen vor allem darum geht, die mobile Sicherheit zu verbessern. Aber auch eine einheitliche User-Experience für IT und Fachbereiche herzustellen, zählt zu den wichtigsten Mobility-Initiativen für Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten.

Nutzerfreundlichkeit vs. Sicherheit

Ein wichtiger Aspekt, der MDM-Lösungen vor Herausforderungen stellt, betrifft die Konsolidierung der sich im Einsatz befindlichen Betriebssysteme. Genau wie im Vorjahr haben die deutschen Unternehmen durchschnittlich ca. 2,5 verschiedene mobile Betriebssysteme im Einsatz. Ein Viertel der Unternehmen sogar mehr als vier verschiedene. Das erhöht die Komplexität, die Interessen der Fachbereiche und IT-Abteilungen unter einen Hut zu bringen und zugleich den Aufwand für die IT.

Den Spagat zwischen Sicherheit und Usability müssen die Unternehmen irgendwie schaffen. So soll der Enterprise Mobility Management-Markt bis 2018 um elf Prozent jährlich wachsen. Für die IT wird es noch wichtiger, eine einheitliche Bedienung von Anwendungen geräteübergreifend herzustellen.

Mitarbeiter dürfen mitbestimmen

Bring Your Own Device (BYOD) ist keine neue Sache. Mitarbeiter dürfen private mobile Endgeräte wie Laptops oder Smartphones in das Firmennetzwerk integrieren. Dieses Modell ist sehr verbreitet und erfreut Mitarbeiter, da sie sich nicht an eine neue Oberfläche gewöhnen müssen. 40 Prozent der Unternehmen setzten bereits auf dieses Konzept.

Schenkt man den Ergebnissen von IDC glauben, dominiert aber ein anderes Modell die Unternehmen: Choose Your Own Device (CYOD). Hier können Mitarbeiter aus einer Liste freigegebener Geräte wählen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten entgegenkommen. 49 Prozent der Unternehmen nutzen schon heute dieses Konzept; 26 Prozent planen es in den nächsten zwei Jahren einzuführen. Ein vielversprechender Ansatz. Denn die Wahlfreiheit kommt den Usability-Wünschen der Mitarbeiter entgegen und der Unternehmen. Zugleich behält aber das Unternehmen die Kontrollhoheit der Inhalte. Auch die OS-Vielfalt bekommen Unternehmen so besser in den Griff.

Wie sich das Thema Mobility entwickelt, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass Sicherheit auch weiterhin ganz oben auf der Liste stehen wird. Doch die Unternehmen legen zunehmend mehr Wert auf die Nutzerbedürfnisse der Fachbereiche. So entstehen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und neue mobile Geschäftsmodelle. (rw)

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