Gut, aber Schwächen bei Akku und Kamera

Erste Tests des iPhone SE

24.04.2020
Von Michael Simon und
Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Ein neues iPhone für 479 Euro – so günstig war der Einstieg schon lange nicht mehr. Die ersten Tests liegen vor.

Apples neuestes iPhone ist vielleicht nicht so aufregend wie das iPhone 11, aber das iPhone SE könnte Apples meistverkauftes Smartphone in diesem Jahr werden, die ersten Tests lassen das vermuten. Die ersten Tester des neuen Geräts loben seine Geschwindigkeit, Kamera und Größe und erklären es allgemein zum besten iPhone hinsichtlich Preis/Leistungs-Verhältnis.

Das iPhone SE könnte ein voller Markterfolg für Apple werden.
Das iPhone SE könnte ein voller Markterfolg für Apple werden.
Foto: Apple

Der einzige Nachteil – abgesehen von dem Design früherer Jahre, das breitere Rahmen und die Home-Taste zurückbringt – ist die Akkulaufzeit. Lauren Goode von "Wired" schreibt, dass die "mittelmäßige" Batterie des iPhone SE "am Ende des Tages stottert", während Dieter Bohn von "The Verge" die Batterielebensdauer als "in Ordnung, aber nicht überragend" bezeichnet. Diese Erkenntnis teilt auch David Phelan vom "Independent", der sagt: "Die Akkulaufzeit ist gut, auch wenn der riesige Sprung nach vorn, der Apple mit dem iPhone 11 und dem iPhone 11 Pro gelungen ist, hier nicht erreicht wird".

Das iPhone SE wäre aber eine kluge Wahl, will man von einem älteren iPhone aus aufsteigen. Joanna Stern vom "Wall Street Journal" bezeichnet das iPhone SE als perfekt "für Leute mit einem kaputten, vier Jahre alten iPhone 6S". Oder etwa ein altes iPhone 4 besitzen, das wie durch ein Wunder immer noch funktioniert, aber nicht mehr die neuesten Apps herunterlädt".

Matthew Panzarino von "TechCrunch" stimmt dem zu und gibt dem iPhone SE einen "tollen" Wert und bezeichnet es als "ein verdammt gutes Smartphone" obendrein. "Diese Iteration des iPhones ist einer der seltenen Momente, in denen Apples Business bedient wird, die Nutzer bedient werden und jeder einen guten Deal macht", schreibt der Rezensent.

Die Kamera könne "mit den besten Telefonkameras konkurrieren", so Patrick Holland von CNET, obwohl er anmerkt, dass "das iPhone SE unter dem Rauschen im Schatten leidet". Bohn schloss sich dieser Kritik in seiner Rezension von "The Verge" an und sagte, dass das SE "einfach nicht so gut bei schlechten Lichtverhältnissen abschneidet wie in anderen Situationen". Chris Velazco von "Engadget" hat dieselbe Kritik: "Der einzige wirkliche Nachteil der Kamera des iPhone SE ist, dass es keinen speziellen Nachtmodus gibt".

Aber das iPhone SE wird immer noch ein großartiges Smartphone für alle sein, die kein kleines Vermögen für ein neues Telefon ausgeben wollen. Todd Haselton von CNBC fasst es zusammen: "Sicher, (das iPhone 11 oder sogar das iPhone 11 Pro und iPhone 11 Po Max) sind besser als das iPhone SE dank fortschrittlicherer Kameras, besserer Bildschirme und, im Falle der iPhone 11 Pro Serie, besserer Materialien. Aber Sie werden auch viel mehr dafür bezahlen".

Jerry Hildenbrand von "Androidcentral" sieht die Sache naturgemäß von anderer Warte aus, der der Android-Nutzer. Und für die hat eine schlechte Nachricht, denn das 399-Dollar-iPhone bringe mit dem A13 Bionic einen leistungsfähigeren Prozessor mit als ihn selbst die teuersten Androids haben – die ja auch gern weit über 1000 Dollar kosten. Apples Chip sei sogar in der Lage, einen Laptop anzutreiben. Auch wenn der Vergleich ein wenig schräg ist, Hildenbrand könnte hier aber gar nicht so verkehrt liegen, die Szene erwartet das erste ARM-Macbook Apples schon bald. (Macwelt)