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Integrationsportale

Logistik 4.0 ist mehr als reine Telematik



Geert-Jan Gorter machte sich im August 2004 nach einem Physik-Studium an der Universität Twente in Enschede (NL) und mehreren Jahren als Projektleiter in der Softwareentwicklung mit der proLOGiT GmbH in Dortmund selbstständig. 2013 gründete Gorter mit Christian Krüger die catkin GmbH in Dortmund, die ein unternehmensübergreifendes Kommunikationsportal für Logistik-Aufträge in komplexen Dienstleisterstrukturen anbietet.
Eine Studie über Integrationsportale für Telematik-Lösungen von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) nimmt die Verbreitung und angebotene Funktionen für Fahrzeugflotten unter die Lupe. Telematik-Anbieter haben ihre Chance gehabt - und sie verpasst.

Seit über 20 Jahren sollen Telematik-Lösungen das Flottenmanagement in der Transportbranche erleichtern und die Effizienz steigern. Das ist auch zum Teil gelungen. Allerdings mit enormen Aufwand. Doch mittlerweile geht die Entwicklung Richtung Logistik 4.0 und flexibler, digitaler Plattformen, die wesentlich mehr können als nur Fahrzeugflotten zu steuern. Die angestrebten Vorteile der geräteorientierten Telematik lassen sich damit über eine Digitalisierung der Prozesse und cloudbasierte Software erreichen.

Integrationsportale im Einsatz.
Integrationsportale im Einsatz.
Foto: catkin

Optimierung von Flotteneinsatz und Energieverbrauch

Denn was soll über den Telematikeinsatz eigentlich erreicht werden? Doch wohl in erster Linie eine Erfassung, Verarbeitung und Darstellung von Fahrzeugdaten zur Optimierung des Flotteneinsatzes und des Energieverbrauchs. Dazu kann man auf dem Fahrzeug installierte Hard- und Software-Systeme mit Flotten-Management-Schnittstelle (FMS) verwenden. Man kann diesen Nutzen - und das ist der Ansatz von Logistik 4.0 - aber auch direkt auftragsbasiert durch eine logische Verbindung von Personen, Fahrzeugen und Auftragsbestand erzielen.

Durch die intelligente Auswertung der im Einsatz gesammelten Daten können zum Beispiel geeignete Fahrzeuge für einen Transport vorgeschlagen oder automatisch verplant werden. Mit dieser automatisierten Datenanalyse lassen sich auch Fahrzeug- oder Fahrerleistungen auswerten und die gewonnenen Erkenntnisse für Effizienzsteigerungen nutzen. Der Einsatz einer cloudbasierten Plattform im Flottenmanagement ist nicht nur für LKW und Trailer, sondern genauso für Waggons, Triebfahrzeuge und Container möglich.

Funktionen für verkehrsträgerübergreifende Transporte

Features wie GPS-Tracking, Geofencing, mobile Erstellung und Druck von Reports (z.B. Frachtbrief), Barcodeerfassung, Laufleistungsermittlung oder die zentrale Ortung des Rolling Stock sind damit ebenfalls jederzeit möglich. Ebenso die auftragsbezogene Suche von geeigneten Ressourcen, die Nutzung mobiler Signaturen oder die Auswertung der Effizienz von Fahrzeugen wie zum Beispiel Loks oder Lastwagen.

Mit Hilfe von Big Data und einer cleveren Auswertungslogik kann auf Basis einer moderne Logistikplattform 4.0 die Planung und Steuerung von unternehmens- und verkehrsträgerübergreifenden Transporten vorgenommen werden. Dabei ist ein Informationsaustausch in Echtzeit möglich. Dieser hilft dabei, die immer noch zu hohen Fehlerquoten in der Disposition zu senken und die Durchlaufzeiten zu reduzieren.

Telematik-Anbieter haben Ihre Chance verpasst

Kürzlich hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Campus Friedrichshafen eine Studie zum Thema Telematik-Integrationsportale veröffentlicht. Untersucht werden darin deren Verbreitung in Deutschland und die angebotenen Funktionen zur Steuerung und Überwachung von Nutzfahrzeugflotten. Studienautor Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass "Integrationsportale für Telematiklösungen eigentlich überflüssig wären, wenn sich die Telematik-Community vor Jahren auf eine einheitliche Schnittstelle zu den Bordrechnern geeinigt hätte". Denn dann könnten die Flottenbetreiber unterschiedlich ausgerüstete Fahrzeuge in ein einziges Telematikportal einbinden. "Doch die Telematikanbieter haben es leider in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht geschafft, sich auf einen Schnittstellenstandard zu verständigen, obwohl es Ansätze dazu gab, wie beispielsweise den GATS-Standard oder das Open Telematics Interface OTI", bedauert der Wissenschaftler.