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3G-Abschaltung

53 Prozent der Mobilfunknutzer surfen bald im Schneckentempo

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Ab 2021 droht 53 Prozent der Mobilfunknutzer der Verlust des schnellen Internets unterwegs, weil die Mobilfunkprovider das 3G/UMTS-Netz abschalten.

Bei aller Euphorie um den zu erwartenden Tempo-Boost durch 5G - die Deutsche Telekom hat gestern ihre ersten beiden 5G-Tarife vorgestellt - sollte man eine Gruppe von Mobilfunknutzern nicht vergessen, die vielleicht bald in weiten Teilen Deutschlands fast ohne Mobilfunk dastehen beziehungsweise nur noch im Schneckentempo surfen können: Die Rede ist von 3G/UMTS-Nutzern.

Denn die Mobilfunkprovider werden nach und nach die 3G-Frequenzen abschalten. Unter anderem deshalb, weil die Mobilfunkprovider einige bisher für 3G/UMTS genutzten Frequenzbereiche für das neue 5G benötigen. So hat beispielsweise 1und1 Drillisch bei der 5G-Auktion der Bundesnetzagentur einige Frequenzbereiche, die bisher für UMTS genutzt werden, ersteigert, um diese ab dem Jahr 2026 für 5G zu verwenden. Laut Spiegel Online führt aber auch eine Vorgabe der Bundesnetzagentur dazu, dass die Mobilfunkbetreiber 3G bald abschalten werden: Bis Ende 2019 müssen die Provider für mindestens 98 Prozent der Haushalte in Deutschland eine Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde bereitstellen. Das ist mit 3G technisch nicht möglich, dafür ist zwingend LTE oder künftig eben 5G erforderlich.

Nun stellt sich die Frage, wer denn ausschließlich auf 3G/UMTS angewiesen ist. Denn bisher sind doch die meisten Mobilfunknutzer ohnehin schon mit 4G/LTE unterwegs, oder? Mitnichten. In Gebieten, in denen es noch kein 4G gibt, müssen die Mobilfunknutzer derzeit auf 3G ausweichen. Und es gibt durchaus populäre Mobilfunkanbieter, die LTE gar nicht erst anbieten, beispielsweise Lidl Connect. Lidl Connect nutzt zwar grundsätzlich das gut ausgebaute Vodafone-Netz, doch eben ohne dessen 4G/LTE-Frequenzen. Werden nun nach und nach die 3G-Frequenzen abgeschaltet, so schaut der Lidl-Connect-Nutzer in die Röhre.

Tipp: Bei vielen anderen Mobilfunkanbietern ist das anders, Tchibo Mobile oder Aldi Talk zum Beispiel verwenden zwar das etwas schlechter ausgebaute O2-Netz, dafür aber mit dessen 4G/LTE-Frequenzen. Diese Nutzer wären somit von der 3G-Abschaltung nicht derart heftig betroffen wie es beispielsweise nach derzeitigem Stand Lidl-Connect-Nutzer wären. Besonders in ländlichen Gegenden dürfte die 3G-Abschaltung viele Nutzer hart treffen, weil dort mitunter 4G/LTE noch nicht verfügbar ist: Diese Nutzer könnten dann nur noch das langsame 2G-Netz nutzen, worüber Datenverbindungen aber nicht sinnvoll möglich sind.

Doch wie viele Mobilfunknutzer sind denn nun nur mit 3G unterwegs? Laut dem aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur (Seite 56) waren Ende 2018 in Deutschland nur 47 Prozent aller ausgegebenen SIM-Karten für Mobilfunknutzer LTE-fähig (50,5 Millionen SIM-Karten). Der Rest, also 53 Prozent oder 57 Millionen, ist tatsächlich noch mit 3G-SIM-Karten im Internet unterwegs (5G spielt derzeit ja noch keine Rolle). Insgesamt gab es Ende 2018 107,5 Millionen aktive SIM-Karten für den Handybetrieb in Deutschland.

Passend zum Thema: Umfrage: Hyperkonvergente Infrastrukturen liegen voll im Trend. Profitieren Sie auch schon von HCI?

Laut Spiegel Online haben einige Mobilfunkprovider bereits konkrete Zielvorgaben für die Einstellungen von 3G genannt: Vodafone will demnach zwischen 2020 und 2021 3G abschalten und die Deutsche Telekom will die 3G-Versorgung nur bis Ende 2020 garantieren.

Wer dagegen bereits mit LTE unterwegs ist, muss so bald keine Abschaltung befürchten. Ganz im Gegenteil bauen die Mobilfunkprovider ihre LTE-Netze weiter aus, wie diese Beispiele von Telekom und O2 exemplarisch zeigen. Und das uralte 2G-Netz (auch als GPRS oder Edge bezeichnet) bleibt für den Versand von SMS und für Sprachanrufe ebenfalls noch bis auf weiteres bestehen.

Ende 2018 gab es laut Bundesnetzagentur 54.911 LTE-Basisstationen. Bei der auf Einwohner bezogenen LTE-Netzabdeckung Ende 2018 erreichten die Deutsche Telekom AG 98 Prozent, Vodafone 93 Prozent und Telefónica Germany 88 Prozent, wie die Bundesnetzagentur mitteilt.